Dienstag, 24. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 24: Jimmy Fallon, Mariah Carey & The Roots – All I Want For Christmas Is You


Es ist soweit, das finale Türchen des adlerkussventskalenders, eures treuen Begleiters durch diesen Advent 2013, hat sich geöffnet. Ich wünsche allen Lesern ein frohes und wunderschönes Weihnachtsfest! Und hier der zuckersüße musikalische Rausschmeißer:




Montag, 23. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 23: A Christmas Carol


Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag! Eine meiner liebsten Versionen der klassischen Christmas Carol von Charles Dickens (deren Veröffentlichung sich dieses Jahr zum 170. Mal jährt und die es hier auch in Schriftform zu genießen gibt), ist diese wunderbar animierte Zeichentrickfassung von 1971, die natürlich verknappt, aber durchaus werkgetreu der Geschichte folgt und die durchaus auch ihre gruseligen und düsteren Elemente hat. Der große englische Charakterdarsteller Alastair Sim, der in einer Realverfilmung von 1951 schon einmal Ebenezer Scrooge gespielt hatte, spricht hier erneut auf großartige Art die Rolle des alten Geizkragens. Mit diesem feinen Zeichentrickkunstwerk räumte Regisseur Richard Williams auch einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm ab.

Sonntag, 22. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 22: Familie Heinz Becker – Alle Jahre wieder



Bei Familie Heinz Becker im Saarland geht es in der Weihnachtszeit (und nicht nur dann) kleinbürgerlich, ja spießbürgerlicher zu. Und neben den alljährlichen Gewohnheiten wie Anekdoten von früher und der Weihnachtsbäckerei stellt sich vor allem eine Frage: Han Beckers eene oder han Beckers keene Christbaumspitz' gehatt? Auch dieses urkomische Weihnachtsspecial zeigt den Verlauf des Weihnachtsfestes in einer nicht untypischen deutschen Familie und entlarvt dabei genüsslich Klischees und  Erwartungshaltungen vieler Menschen für die Feiertage.

Samstag, 21. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 21: A Charlie Brown Christmas


Das meiner Meinung nach beste und schönste amerikanische Weihnachtsspecial überhaupt ist "A Charlie Brown Christmas" von 1965. Sehr lustig, aber auch traurig, kommerzkritisch und überaus besinnlich und gefühlvoll bringen uns die Peanuts das Weihnachtsfest nahe. Hier wird der Reiz dieses Specials sehr schön und ausführlich und besser erklärt als ich es je könnte, am besten erst nach dem Anschauen nachlesen. Merry Christmas, Charlie Brown!



Freitag, 20. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 20: My Name Is Blitzen


Über das wohl populärste Rentier des Weihnachtsmanns, den rotnasigen Rudolph, konntet ihr ja bereits hinter dem 14. Türchen des adlerkussventskalenders mehr erfahren. Nun muss man jedoch in aller Fairness sagen, dass die restlichen geweihtragenden Schlittenzieher in der populären Folklore etwas zu kurz kommen – und das obwohl Rudolph ja erst später dazukam und nicht mal Teil der Originalbesetzung ist. Diese besteht, wie wir in dem Gedicht "The Visit From St. Nicholas" erfahren, das heute eher als "Twas The Night Before Christmas" bekannt ist und das vor 180 Jahren das noch heutig gültige Erscheinungsbild von Santa Claus definiert hatte, aus Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen.

Und genau letzterem Blitzen spendierte der kanadische Songwriter Ryan McAllister vor zwei Jahren eine eigene Hintergrundgeschichte, in der wir hören, dass der Arme dem Hungertod nahe vom Weihnachtsmann gerettet wurde, sympathisch und bescheiden seinen Dienst im letzten Glied des Schlittengespanns tut, aber wenn Not am Weihnachtsmann ist, durchaus sein Rentier zu stehen weiß. Ein wunderbar hymnischer Song, ein wunderbar niedlich animiertes Video.


Donnerstag, 19. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 19: Loriot - Weihnachten bei Hoppenstedts


Eine der absoluten Stern(halb)stunden des deutschen Fernsehhumors: Der große Loriot lässt in perfekter Dialogregie und mit minutiösem Blick fürs Detail Opa Hoppenstedt ein Geschenk für seinen Enkel (oder seine Enkelin?) kaufen, während Frau Hoppenstedt Besuch von einem Vertreter für Einhandsaugbläser der Firma Heinzelmann ("Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann!") bekommt, bevor es sich die Familie dann am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum ("grün und umweltfreundlich!") gemütlich macht. Die anderen Segmente der Episode fallen im Vergleich etwas ab, sind aber dennoch das eine oder andere Schmunzeln wert.



Mittwoch, 18. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 18: The Bear and the Hare

Den wohl schönsten und warmherzigsten Beitrag zur diesjährigen Weihnachtsstimmung verdanken wir der britischen Warenhauskette John Lewis, die einen sowohl inhaltlich als auch technisch ungeheuer liebevoll gestalteten Animationsfilm über das Weihnachtsfest der Tiere im Wald als Werbespot in Auftrag gegeben hat. Die einfache und berührende Geschichte in Kombination mit der faszinierenden Zusammenführung von klassischem Zeichentrick und dreidimensionalen Modellen sowie nicht zuletzt Lily Allens Coverversion von Keanes "Somewhere Only We Know" als Soundtrack ist eine so magisches Potpurri, wie es selbst die Elfen des Weihnachtsmannes in ihrer Werkstatt am Nordpol nicht hinbekommen könnten.

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Ich bin wirklich kein Anhänger von Making-of-Filmchen, aber hier lohnt sich ein Blick. Wow.

Dienstag, 17. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 17: South Park – Woodland Critter Christmas

Die bisher letzte Weihnachtsfolge der Anarcho-Zeichentrickserie South Park ist zugleich auch die beste. Mit Besinnlichkeit ist es hier ausnahmsweise (ausnahmsweise für diesen Adventskalender, selbstverständlich nicht ausnahmsweise für South Park) nicht eben weit her. Wer ein Freund des schwarzen Humors ist und gegen Motive wie Satanismus, Blut und einen schießwütigen Santa im Kontext einer Parodie auf klassische Weihnachtsspecials voller süßer singender Tiere nichts einzuwenden hat, wird diese 22 Minuten lieben.

Montag, 16. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 16: Ich glotz' Weihnachts-TV: 6 festliche Empfehlungen für das Fernsehprogramm zwischen 16. und 26. Dezember 2013


Wir nähern uns mit großen Schritten dem Christfest und auch den TV-Sendern wird es schön langsam weihnachtlich ums Programmplanungsherz.

Dienstag 17.12. ZDF Neo 20.15 Uhr

Die Muppets-Weihnachtsgeschichte

Dies hier ist wohl meine liebste  Spielfilmadaption von Charles Dickens' klassischer Weihnachtsgeschichte. Hervorragend besetzt mit Michael Caine als Ebenezer Scrooge und Kermit dem Frosch als Bob Cratchit überzeugt der Film mit der sehr liebevollen Ausstattung, tollen Songs und dem ausgewogenen Drehbuch, in dem Witz und Gefühl sich die Waage halten.




Donnerstag 19.12. RBB 20.15 Uhr

Weihnachtsmann gesucht

Der seinerzeit noch nicht oscardekorierte Christoph Waltz spielt die Hauptrolle in dieser vorweihnachtlichen Liebeskomödie mit gehörigem Schuss "Amélie"-Feeling. Ein echtes TV-Film-Juwel!


Freitag 20.12. ARD 20.15 Uhr

Der kleine Lord

Ähnlich wie Miss Sophie und Butler James zu Silvester gehört dieses BBC-Rührstück  in zur Vorweihnachtszeit im Ersten. Und es ist auch wirklich herrlich mit anzusehen, wie der  angehende kleine Lord Cedric aus New York zu seinem hartherzigen und verknöcherten Opa (Alec "Obi Wan Kenobi" Guinness) nach England zieht, nach und nach dessen Herz erweicht und den alten Mann zum Aufblühen bringt. Hach.




Samstag 21.12. RBB 11.25 Uhr

Single Bells

"Single Bells" ist eine herrliche Satire auf das weit verbreitete Familienchaos am vermeintlich schönsten und feierlichsten Abend des Jahres. Martina Gedeck glänzt in der Hauptrolle als toughe Geschäftsfrau, die nach einem Streit mit ihrem Freund spontan zu ihrer Schwester reist, um dort mit deren Familie die Feiertage zu verbringen. Ein großartig bitterböser Spaß! ie kaum minder gelungene Fortsetzung "O Palmenbaum" in der die Familienbande die Feiertage im sonnigen Süden verbringt zeigt RBB übrigens direkt im Anschluss.


Samstag 21.12. 3Sat 20.15 Uhr

Der Nussknacker

Das weihnachtliche Ballett "Der Nussknacker" ist immer wieder ein Vergnügen. Tschaikowskis  Musik ist unwiderstehlich (Der Russische Tanz! Der Tanz der Zuckerfee!) und die Inszenierung an der Wiener Staatsoper nach der Choreografie von Rudolf Nurejew verspricht högschte Ballettkunst. Eine tolle Doku über diese Inszenierung gibt es hier zu sehen.


Sonntag 22.12. ARD 16.00 Uhr

Drei Nüsse für Aschenbrödel

In der tschechische Variante des Grimmschen Aschenputtels ist die Titelheldin ein durchaus toughes Mädel, das reitet, schießt und auf Bäume klettert. Mit ihrer Cleverness und der Hilfe von drei Zaubernüssen holt sie sich natürlich am Ende auch den Prinzen, wie es sich gehört zum Leidwesen von Stiefschwester und Stiefmama. Der wohl schönste Märchenfilm überhaupt (sag ich jetzt mal so) feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag und gehört natürlich zu den großen Klassikern des Weihnachtsfernsehprogramms. Wenn ihr im Dezember nur noch einmal Fernsehen solltet, schaut am besten diesen Film. Und falls ihr zu diesem Zeit habt, kein Problem: Der Film läuft bis Neujahr noch weitere 13(!)-mal auf diversen öffentlich rechtlichen Kanälen.

Sonntag, 15. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 15: Pumuckl – Eders Weihnachtsgeschenk

In Folge 38 der wohl besten deutschen Kinderserie überhaupt werden wir Zeuge eines Heiligen Abends beim Schreinermeister Eder und dem bei ihm lebenden Kobold Pumuckl (mit dem roten Haar, hurra hurra), an dem es einige Aufregung um diversen Besuch, eine Holzschatulle, den kalt bleibenden Backofen und die wohl hoffentlich bald nahende Bescherung gibt. Denn wie sagt Pumuckl so schön: "Ich schauge mit meinem Auge, und ich rieche, dass ich bald was krieche!"

Samstag, 14. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 14: Rudolph The Red Nosed Reindeer

Die Geschichte vom rotnasigen Rentier Rudolf, das im Schlittengespann des Weihnachtsmanns seine Brötchen verdient, ersann Robert L. May im Jahr 1939 für ein Bilderbuch. Einen weiteren Popularitätsschub gab es mit dem gleichnamigen Song, den Mays Schwager, der professionelle Weihnachtssongschreiber Johnny Marks (schrieb u.a. auch "Rockin' Around The Christmas Tree") zehn Jahre später komponierte und der bis in die 1980er Jahre hinein die nach Bing Crosbys "White Christmas" meistverkaufte Single aller Zeiten war. Die zumindest für das US-amerikanische Publikum ikonische Darstellung von Rudi und co. gelang 1964 mit einem TV-Special in Stop-Motion-Technik. Der bezaubernde Film wird seither jedes (!) Jahr im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt und ist auch hierzulande wunderbar nostalgische, witzige  und berührende Unterhaltung für das dritte Adventswochenende.




Freitag, 13. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 13: Peter Alexander und Roy Black schmücken den Weihnachtsbaum

Schon Goethes Werther liebte den "aufgeputzten Baum" und bereits knapp 200 Jahre zuvor betrachtete ein Straßburger Prediger den neuen Brauch, sich zu Weihnachten Bäume ins Zimmer zu stellen despektierlich als "Lappalie". Die Aufgabe, wer den Weihnachtsbaum zu schmücken hat, ist in den meisten Familien klar verteilt, manchmal fällt die Aufgabe auch dem Christkind höchstpersönlich zu. In den Familien Alexander und Black waren es Peter und Roy, denen alljährlich dieser Job zufiel. 1972 durften sie in der Peter-Alexander-Show sogar mal gemeinsam ran und waren dabei zu unserer Begeisterung ebenso sangesfreudig wie kreativ.


Donnerstag, 12. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 12: Ant & Dec's Christmas Show mit Robbie Williams

Das britische Allrounderduo Ant & Dec präsentierte und präsentiert auf dem Sender ITV eine Vielzahl von Formaten, unter anderem gehörte auch eine jährliche Weihnachtsshow dazu. Im Jahr 2009 war Herr Robbie Williams in selbiger zu Gast und hatte gleich noch seinen eigenen Chor mitgebracht. AUs dem Plan, gemeinsam mit den Hausherren und deren Chor das traditionelle Stück "The 12 Days of Christmas" anzustimmen, "entwickelt" sich ein wunderbar choreografierter und mitreißend vorgetragener Sängerwettstreit mit Weihnachtssongmedley, dessen Sieger definitiv das bestens unterhaltene Publikum ist. Unbedingt ansehen.


Mittwoch, 11. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 11: In der Weihnachtsbäckerei


Das weihnachtliche Plätzchenbacken ist ein elementarer Bestandteil einer traditionellen Adventszeit und wird für gewöhnlich zu einem ebenso elementaren Bestandteil der zugelegten Kilos im Dezember. Rolf Zuckowski veröffentlichte 1987 ein wunderbares Kinderlied über die Weihnachtsbäckerei, das inzwischen fast schon zum allgemeinen Kanon der deutschsprachigen Weihnachtslieder gezählt werden kann. Und ran!




Dienstag, 10. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 10: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (13)







Ho ho ho und willkommen zum abschließenden Teil des diesjährigen adventlichen Weihnachtssampler-Baukastens bei adlerkuss. Mit den heutigen vier Liedern sind wir dann bei 16 alten und neuen, beschwingten und traurigen, albernen und berührenden und meist glockenspiellastigen Weihnachtssongs um die kommenden zwei Wochen bis Heiligabend musikalisch zu untermalen.

Die schwedischen Indie-Popper von The Garlands haben bereits 2008 den träumerisch-schwelgerisch wunderschönen "Christmas Song" aufgenommen, der mit schönen Harmonien, Christin Wolderths hellem, glockenklaren Gesang, (natürlich) Glöckchenklang und Flöte glänzt. "Christmas Song" ist außerdem Teil einer sehr schönen Initiative, nämlich dem dieses Jahr gestarteten Snowflakes Christmas Singles Club, der das Ziel hat, das Format der weihnachtlichen Vinyl-Single zu zelebrieren. Hierzu haben vier Bands je einen eigenen Weihnachtssong, sowie Coverversionen saisonaler Klassiker als B-Seite aufgenommen. Die vier Singles auf schneeweißem (!) Vinyl sind jeweils auf 500 Exemplare limitiert und können hier einzeln oder im Gesamtpaket zu einem fairen Preis erworben werden.




Der wohl größte deutschsprachige Sänger, Schauspieler und Entertainer Peter Alexander war auch als Interpret weihnachtlicher Klänge sehr beliebt. Auf Alexanders diversen Weihnachtsalben gibt es neben (teilweise doch sehr) getragenen Liedern auch diverse schmissigere Songs, wie zum Beispiel das ursprünglich um 1800 entstandene "Morgen, Kinder, wird's was geben". In Alexanders sehr charmanter, 1972 veröffentlichter Version ist der Text augenzwinkernd modernisiert: "'Und die Mama kriegt 'ne Tasche' / 'Die kriegt sie zum dritten Mal!'/ 'Onkel Paul die Lieblingsflasche' / 'Daddy, du kriegst Schlips und Schal!'" Hier anhören, dann herunterladen und freuen.


Weniger fröhlich geht es bei der britischen Band The Boy Least Likely zu, denn offenbar endete hier kurz vor dem Weihnachtsfest noch eine Beziehung, bekanntermaßen ja ein eher unschöner Zeitpunkt. Wenn Liebeskummer in seiner tragischsten Form jedoch so wohlklingend bittersüß und ohrwurmig verpackt wird wie in "Christmas Isn't Christmas", dann ist dieser Song trotz einer Aussage wie "I don't feel very christmassy at all" bereits als erster Zeile hier genau richtig aufgehoben.




Der geneigte Freund der weihnachtlichen Klänge hat es vielleicht geahnt, gehofft oder auch befürchtet: Auch in diesem Jahr führt hier bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei.  Denn auch 29 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Vergangenen Freitag ist der Klassiker von Wham mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und bei Platz 70 wird es nicht bleiben. Die Londoner Indie-Minimalisten von The XX haben "Last Christmas" letztes Jahr im englischen Radio gecovert und dabei eine überraschende und berührende Version gezaubert, die extrem nach einem Song von The XX klingt, dem Original dabei aber noch jede Menge Tribut zollt.




Montag, 9. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 9: Pippi und das Weihnachtsfest


Zum Wochenanfang eine knappe halbe Stunde wunderbar nostalgische und weihnachtliche Unterhaltung: Pippi Langstrumpf ist eine der Heldinnen fast jeder Kindheit, hauptsächlich auch weil sie sich die Welt macht, widdewiddewie sie ihr gefällt. Dies gilt natürlich auch zur Weihnachtszeit, wenn Pippi unter anderem eine beeindruckende Menge Plätzchen backt und Tommi und Annika eine Überraschung für ihre Freundin aus der Villa Kunterbunt geplant haben. "Jetzt haben wir wieder Weihnachten, das soll bis Ostern dauern!"


Sonntag, 8. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 8: The Worst Christmas of My Life



"The Worst Week of My Life" ist eine sehr komische britische Comedyserie, die in zwei Staffeln die Woche vor der Hochzeit des Protagonisten Howard Steel, beziehungsweise vor der Geburt seiner ersten Tochter präsentiert. Dabei geht jeweils praktisch alles schief und Howard verstrickt sich in unangenehme und haarsträubende Situationen, zum Leidwesen und oft auch auf Kosten seiner Partnerin und seiner Schwiegereltern. In diesem dreiteiligen Weihnachtsspecial nun muss Howard "The Worst Christmas of My Life" ertragen und das ist albern, überzogen und ungeheuer unfassbar peinlich, aber auch enorm unterhaltsam. Aber Achtung: Im Vergleich hierzu sind die Eskapaden eines durchschnittlichen Ben-Stiller-Charakters in dessen Komödien der Irrungen fast noch harmlos und die Fremdschamalarmgefahrstufe auf einer Skala von 1 bis 10 beträgt für das nun folgende Video ungefähr 11.



Hier geht es zur zweiten und zur dritten Episode.


Samstag, 7. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 7: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (12)




Und hier kommt auch schon das dritte Päckchen von adlerkuss' diesjähriger feinster Auslese der weihnachtsfestlichen Unterhaltungsmusik. Wie immer zum Anhören und Herunterladen. O du fröhliche Weihnachtsmusikzeit!



Der letzte Song vorgestern war von Paper Route, diese Strecke führt vermutlich ja direkt nach Paper City und so auch der Name unseres nächsten Interpreten, auf den die bereits erwähnten Weihnachtsmusikexperten von Lie In The Sound mich letztes Jahr aufmerksam gemacht hatten. Paper City sind ein Indiepop-Trio aus Huntingdon Beach in Kalifornien und das hört man auch. Der Sound der Band besteht aus harmonieseeligen Twee-Melodien mit Surfsoundeinschlag, man denke an Belle & Sebastian am Strand. Dies gilt auch für den wunderbaren Weihnachtstrack "Christmas of Love", in dem es so schön heißt: "no matter what the weather, we belong together". Ist natürlich in Südkalifornien auch leicht gesagt sowas.

Der Download-Link im Soundcloud-Widget ist im m4a-Format, oben gibt's auch die MP3.




Bereits 1950 veröffentlichte die Jazz- und Popsängerin Kay Starr ihren großen Weihnachtshit "(Everybody's Waitin' For) The Man With The Bag". Kulturpessimistisch könnte man jetzt sagen, dass ja schon die Figur des Weihnachtsmanns selbst eine Entfremdung von der christlichen Essenz des Festes zugunsten der Betonung des Schenkens darstellt, hier jetzt jedoch selbst Santa Claus noch entpersonalisiert wird und nur noch der Mann mit dem Sack ist, denn auf letzteren scheint es einzig und allein anzukommen. Viel besser ist jedoch, man lässt diese Gedanken bleiben, groovt einfach begeistert zu dieser herrlichen weihnachtlichen Swing-Nummer und singt aus vollem Herzen mit:  "Everybody's waitin' for the man with the bag / Christmas is here again!"




Die norwegische Alternative-Rock-Band mit dem schönen Namen Jim Protector liefert mit Xmas Tears (A Labour of Love) den Weihnachtssong zur Finanzkrise, ohne dass es so etwas wie eine Finanzkrise in Norwegen natürlich jemals geben würde. "Recession is hard" heißt es gleich zu Beginn und im Refrain dann herzzerreißend "I got you my tears for Christmas / My tears are all I could afford". Trotz dieser Zeilen kommt der Song wunderbar fröhlich sowie glöckchenklingend hymnisch daher und wird damit zu einem meiner absoluten Favoriten der diesjährigen Kollektion.




Im vierten Jahr von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi gibt es konsequenterweise den vierten Song aus Phil Spectors wunderbar schwungvollen Weihnachtsalbum "A Christmas Gift For You", dem vermutlich besten Weihnachtsalbum überhaupt, das sich jeder kaufen sollte. Darlene Loves "Christmas (Baby Please Come Home)" ist vermutlich sogar der größte Hit des Albums und wurde vor einigen Jahrem vom amerikanischen Rolling Stone zum besten Rock Christmas Song aller Zeiten gewählt. Darlene schmettert herzzereißend emotional die Bitte an Baby, doch endlich nach Hause zu kommen, da Weihnachten sonst nichts tauge, Phil Spectors magische Produktion macht den Song samt Sax-Solo zu einem zugleich schmissigen und herzerwärmenden Weihnachtsklassiker. Miss Love singt den Song seit 27 Jahren (!) alljährlich am 23. Dezember in David Lettermans Talkshow, hier die Version von 2009:









Freitag, 6. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 6: Gerhart Polt - St. Nikolaus

Heute vor je nach Quelle 1687, 1668, 1662 oder 1648 Jahren starb der Bischof Nikolaus von Myra und noch heute legte Niklaus gewiss was drauf, wenn ich dann den Teller aufstelle. Lustig, lustig, tralalalala. Wenig lustig hat es der Nikolaus "vom Künstlerdienst" im 1979 entstandenen Sketch des bissig grantelnden bayerischen Kabarettisten Gerhard Polt.

Auch wenn der Nikolaus ins Haus kommt, darf natürlich der sehr bleihaltige Western nicht verpasst werden. Und überhaupt, wenn der Sohn "besser in der Schul g'wesen war hätt mer überhaupt kan Nikolaus mehr 'braucht heuer". Dennoch gilt es, im nächsten Jahr die Wahl besser zu überdenken, denn die Nikoläuse vom Pfarramt sind "billiger und echter". Diese kanpp 6 Minuten sind bissig, komisch und doch schmerzhaft realistisch. Schönen Nikolaustag allerseits!


Donnerstag, 5. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 5: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (11)




Jauchzet, frohlocket! Hier sind die nächsten vier Weihnachtslieder!

Die schwedischen Twee-Folk-Barden vom Crying Day Care Choir hatte ich ja anlässlich deren Debüt-EP 2012 hier bereits wärmstens empfohlen und man stelle sich meine Freude vor, als ich vor wenigen Tagen per Mail davon erfuhr, dass die Band saisonal zum Christmas Day Care Choir mutiert ist und eine durchweg schöne Weihnachts-EP aufgenommen hat, die sich auch in Gänze zum Anhören und Herunterladen zum selbst zu wählenden Preis (ab 0 Euro, aber wer wäre solch ein Scrooge?) lohnt. Der Titeltrack "Christmas Day Care Choir (Falala)" ist ein enorm niedliches Stück Musik, das zum Schmunzeln, Mitwippen und Mitsingen einlädt, denn schließlich gilt: "To keep warm / sing falala lalala".




Das Spiritual "Mary's Boy Child" wurde 1956 von Jester Joseph Hairston geschrieben und war ein mittlerer Hit für Harry Belafonte. Doch erst 22 Jahre später auf dem Höhepunkt der Discowelle wurde der Song um die  Coda "Oh My Lord" ergänzt und vor allem mit einem schmissigen Beat versehen als Nachfolgesingle von "Rasputin" (mit meiner Lieblingszeile: "Ra-ra-Rasputin, Russia's greatest love machine") zu einem Riesenerfolg für Boney M. Und auch 35 Jahre später stampft der die biblische Geburtsgeschichte werkgetreu nacherzählende Song fröhlich im 4/4-Takt. Groovy, Mary's Boy Child! / Oh My Lord!




Brenda Lee war in den 1960er Jahren einer der bedeutendsten amerikanischen Stars. Bereits 1958 als Teenager hatte sie ihren größten weihnachtlichen Hit "Rockin' Around the Christmas Tree", den wir hier ja schon vorletztes Jahr in der lieblichen Version von She & Him vorgestellt haben. Im zarten Alter von 11 Jahren hatte Brenda Lee jedoch bereits ihren ersten Weihnachtssong aufgenommen, die mutige Ankündigung "I'm Gonna Lasso Santa Claus". Passend zum Songtitel kommt der Song im Countryklang daher und auch der freche geplante Anschlag auf den Weihnachtsmann hat einen rein altruistischen Zweck: die kleine Brenda 'Robin Hood' Lee möchte die Geschenke Santa nur wegnehmen, um sie den Kindern zu geben, die gar nichts haben. Hach.




Die amerikanische Band Paper Route spielt für gewöhnlich recht glatten, radiokompatiblen Indierock von der Mitte der Straße und erfreut sich vor allem in den USA zunehmender Beliebtheit. Als Weihnachtsgeschenk 2012 veröffentlichte das Trio jedoch den wunderbaren Song "Christmas Day (We Are Not Alone)", der rein akustisch beginnt, sich in hymnischste Höhen aufschwing und bei dessen Genuss man ungefähr all seine Mitmenschen an die Hand nehmen möchte, um ihnen ein frohes Fest zu wünschen, wenn man nicht gerade dabei ist, sein Feuerzeug (und bitte nicht sein Mobiltelefon) von links nach rechts und zurück zu schwenken.



Mittwoch, 4. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 4: Merry Christmas, Mr. Bean!

Die siebte Episode der durchaus als legendär zu bezeichnenden englischen Comedyserie "Mr. Bean" gehört wohl zu den Highlights der gesamten Reihe und besticht durch enorme Gagdichte, Mr. Beans spielerisch-anarchisches Selbstverständnis und einen Truthahn an einem sehr ungewöhnlichen Ort. Oder ist es eher Mr. Beans Kopf, der an einem sehr ungewöhnlichen Ort landet? 25 Minuten große Komik, die einen (wie ich gerade eben noch einmal feststellen durfte) immer wieder laut lachen lässt, selbst wenn man das ganze schon ein halbes Dutzend Mal gesehen hat. Merry Christmas, Mr. Bean!


Dienstag, 3. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 3: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (10)



Innerhalb der nächsten acht Tage präsentiert der adlerkussventskalender einen bunten musikalischen Strauß von festlichen Favoriten, passend zur milden Zeit der Großzügigkeit nicht nur zum Anhören, sondern  auch immer gleich zum Herunterladen als mp3, sodass der geneigte und eifrig ladende Leser schon frühzeitig einen randvoll gepackten Weihnachtssampler sein eigen nennen kann.

Weihnachtsaficionados, denen die Dosis weihnachtlicher Melodien hier nicht hoch genug ist, möchte  ich unbedingt noch Lie in the Sound ans Herz legen, wo nicht nur das ganze Jahre über feine Folkmusik empfohlen, sondern alljährlich zur Weihnachtszeit kenntnis- und umfangreich wie kaum sonst irgendwo neue Weihnachtsmusik vorgestellt wird.

Noch was, öfter (=zweimal) wurde ich bereits nach dem herzallerliebsten Weihnachtssong aus der aktuellen Canon-Werbung gefragt: Der Song wurde hier schonmal erwähnt und es handelt sich um "All I Want For Christmas Is You" von den Yeah Yeah Yeahs. Per Klick hier könnt ihr auch darüber hinaus noch den Geist der vergangenen Weihnachtsmusis beschwören und die Songs der letzten Jahre (zum Teil) nochmal nachhören.

Das erste Liedchen der diesjährigen Kollektion stammt von Coconut Records, dem Musikprojekt des Schauspielers Jason Schwartzman (Darjeeling Limited, Moonrise Kingdom, jeder andere Film von Wes Anderson). It's Christmas  ist eine glöckchenklingende, ironiefreie Liebeserklärung ans Weihnachtstest und damit hier programmatisch als Opener genau richtig aufgehoben.




Augenzwinkernd eine leicht romantisch-erotische Laune während der Festtage besingt die kanadische TV-Legende Juliette in ihrer swingenden Version von "That Holiday Feeling" aus dem Jahr 1968. Und wer würde diesen einleuchtenden Zeilen widersprechen wollen:  "Let's kiss cause it's the season, dear / Let's kiss who needs a reason, dear".




Zu Weihnachten sieht der Regen in London wie Schnee aus, behauptet die Londoner Indie-Rock-Band "Butterflies on Strings" in der ergreifenden Ballade "Looks Like Snow" - nur um bereits kurze Zeit später zuzugeben, dass dies gelogen sei und gar mehr noch: "Christmas is a lie that we love to share" wird da behauptet. Bah, Humbug – aber dennoch ein wunderschöner Song. Die Band hat sich inzwischen leider getrennt und als Abschiedsgeschenk kann auch der Rest der Diskografie kostenlos bei Bandcamp heruntergeladen werden. Fans der frühen Coldplay, der Shins oder von Death Cab For Cutie sollten durchaus mal reinhören!




Paul McCartneys Weihnachtsweise "Wonderful Christmastime" gilt oft als nur sehr schwer verdauliche Weihnachtsspezialität, wunderbar auf den Punkt gebracht wird diese Sichtweise dem Song gegenüber bei retroCRUSH. Die Coverversion der New Yorker Band Ex Cops hingegen täuscht zwar anfangs noch eine große Werktreue vor, rockt aber mit dem Refrain gar mächtig launebereitend los und verzichtet nervenschonend auf das bei diesem Song berüchtigte McCartneysche Keyboardgeklimper, sodass wir aus voller Kehle mitsingen können: "...simply having a wonderful christmastime!"







Montag, 2. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 2: Ich glotz' Weihnachts-TV: 4 festliche Empfehlungen für das Fernsehprogramm zwischen 1. und 13. Dezember 2013





Weihnachten ist ja oft auch eine Zeit des bei oft ja eher nassgraukaltem als winterwunderlandweißem Wetter gemütlich vor dem Fernseher sitzens, je näher die Festtage rücken, gibt es da ja oft auch mal ein Überangebot. Daher habe ich hier mal ein paar Highlights notiert – ähnlich wie ich dies amüsanterweise schon vor 21 Jahren für mich selbst in einem kleinen Schreibheft tat:

"Comic-Stars gegen Drogen", das ich da am 19. Dezember 1992 angeschaut habe, ist übrigens ein recht seltsames Crossover diverser Kinderlieblinge (ALF, Bugs Bunny, Chipmunks, Schlümpfe, Garfield etc.), das didaktisch bemerkenswert holzhammerlastig (und das empfand ich schon mit 12 so) und teilweise unfreiwillig komisch vor Drogenmissbrauch warnt. Unter anderem geht es um - und Achtung, ich zitiere Simon von den Chipmunks - "Marihuana, eine unerlaubte Substanz mit der man sich künstlich in Hochstimmung bringen kann". "Comic-Stars gegen Drogen" gibt's in voller Länge auf Youtube.

Aber ich schweife ziemlich ab....


In den ersten beiden Adventswochen halten sich die TV-Sender noch relativ zurück, was eine weihnachtliche Färbung des Programms angeht. Daher hier nur vier Tipps, die ich allesamt umso wärmer ans Weihnachtsherz des geneigten Lesers legen möchte.

Dienstag 3.12. Super RTL 20.15 Uhr

Buddy – Der Weihnachtself

Ein TV-Tipp für diesen Sender ist mir auch noch selten bis nie passiert, aber hier zeigt Super RTL eine gleichzeitig sowohl aberwitzig schräge als auch berührende Weihnachtsalbernheit. In der Titelrolle sehen wir Will Ferrell als Weihnachtself Buddy, der nachdem er im Haus des Weihnachtsmanns am Nordpol aufgewachsen war, eines Tages erfahren muss, dass er nur adoptiert worden war und daraufhin nach New York aufbricht, um seinen echten Papa zu suchen. Hilarity ensues.


Dienstag 3.12. Tele 5 22.00 Uhr

Rare Exports - Eine Weihnachtsgeschichte

Im russisch-finnischen Grenzgebiet wird der Weihnachtsmann aus seinem Grab ausgebuddelt. Dies ist jedoch keine gute Idee, denn der Weihnachtsmann ist kein lieber Santa Claus, sondern ein böser alter Irrer, der bevorzugt Kinder entführt.... "Rare Exports" ist eine extrem skurrile und abgefahrene, sowie schwarzhumorige finnische Horrorkomödie. Die spinnen, die Finnen!




Freitag 6.12. ZDF Neo 20.15 Uhr

Tatsächlich Liebe

Die clever konstruierte und hervorragend besetzte britische Weihnachtsepisodenkomödie von den Machern von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" und "Notting Hill" macht genau da weiter, wo diese beiden Filme aufhörten und bietet grandiose Komik, herzergreifende Romantik und durchaus auch die eine oder andere bittersüße traurige Note. Außerdem natürlich Altrocker Billy Mack und seinen Hit "Christmas Is All Around", von dem bei adlerkuss bester Weihnachtsmusi ja schon einmal die Rede war. Leute, die frühreife altkluge Kinder partout nicht vertragen können, sollten hier allerdings Abstand halten.




Donnerstag 12.12. RBB 20.15 Uhr

Zimtstern und Halbmond

Zum Fest der Liebe stellt Barbara ihren sich eigentlich für liberal haltenden Eltern ihren palästinensischen Freund Kamal vor und stellt damit vor allem die Toleranz des Herrn Papa (herrlich gespielt von Robert Atzorn) auf eine schwere Probe... Die ja nicht besonders originelle Ausgangsposition der Culture-Clash-Komödie wird in diesem Fall dank es eines cleveren und scharfzüngigen Drehbuchs (Kamal über 'die Palästinenser': "Wir entführen keine Babys. Nur Flugzeuge!") und toller schauspielerischer Darbietungen zu einem absoluten Vergnügen.

Sonntag, 1. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 1: A Muppets Family Christmas







Schönen ersten Advent allerseits! Gleich hinter dem ersten Türchen des adlerkussventskalenders befindet sich ein besonderes Schmankerl der US-Weihnachts-TV-Geschichte, nämlich das ungeheuer liebenswerte Muppets Family Christmas Special von 1987. Die Muppets feiern gemeinsam bei Fozzys Mama Weihnachten und natürlich gibt es jede Menge muppetifizierte populäre amerikanische Weihnachtsmusik, herrliche Gags und als besonderes Schmankerl, das dieses Special so herausragend macht ein Crossover mit der Sesamstraße und mit den Fraggles. Haul out the holly....






Donnerstag, 28. November 2013

It's the time of year.... adlerkuss' Tipps für Adventskalender

Der erste Dezember und damit dieses Jahr auch die Adventszeit naht mit großen Schritten. Um sich die Wartezeit auf das große Fest zu verkürzen, beziehungsweise erträglicher zu gestalten (je nachdem wie man zur Weihnachtszeit steht), sind Adventskalender wohl bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein sehr beliebtes Ritual. Hier drei Adventskalenderalternativen zum täglichen hinter einem Türchen versteckten Stück Billigschokolade:

Ein Adventskalender zum Lesen:

Der norwegische Autor Jostein Gaarder hat uns allen in den Neunziger Jahren mit "Sofies Welt" auf allgemeinverständliche Art und Weise die Geschichte der Philosophie nähergebracht. Deutlich weniger bekannt, aber durchaus zauberhaft ist Gaarders 1998 auf deutsch erschienenes Werk "Das Weihnachtsgeheimnis". Der märchenhafte Roman spielt aufgeteilt in 24 Kapiteln in der Zeit vom 1. bis zum 24. Dezember und eignet sich also ganz hervorragend als literarischer Adventskalender. Hauptperson ist der kleine Junge Joachim, der in einem magischen Adventskalender jeden Tag einen Zettel findet, auf dem die Geschichte einer Pilgerreise durch Raum und Zeit aus dem Norwegen des 20. Jahrhunderts nach Bethlehem zur Zeit Jesus Geburt erzählt wird. Nebenbei, quasi im Vorbeigehen, erzählt Gaarder die Geschichte des Weihnachtsfestes und gibt dem Leser die Möglichkeit, gemeinsam mit Joachim dem Ursprung und dem Sinn des Weihnachtsfestes näherzukommen. Dabei ist das herzerwärmende und durchaus auch historisch und theologisch nicht uninteressante Buch durchaus auch für "Ungläubige" geeignet, nur Zyniker ohne Freude am Weihnachtsfest oder an Märchen dürften sich etwas schwer tun. Aber die tun sich eh allgemein schwer.

Käuflich zu erwerben ist "Das Weihnachtsgeheimnis" beinahe rechtzeitig zum 1. Dezember noch hier, außerdem gibt's das Buch auch online.


Ein Adventskalender zum Hören:

Die drei Fragezeichen Justus Jonas (1. Detektiv), Peter Shaw (2. Detektiv) und Bob Andrews (Archiv & Recherche) haben zur Freude ihrer riesigen Anhängerschaft von Hörspielfreunden schon weit über hundert Fälle gelöst. Letztes Jahr ist als besonderes Schmankerl ein Special im Adventskalender-Format erschienen, bei dem jeden Dezembertag eine Fortsetzung heruntergeladen werden konnte. Jetzt gibt es den mit fast 3 Stunden extralangen Fall "Der 5. Advent" auch komplett als MP3, auf 3 CDs oder gar 3 Musikkassetten (!) zu erwerben. Ein spezial gelagertes Hörvergnügen!


Achtung Eigenwerbung – der adlerkussventskalender:

Ab 1. Dezember gibt es hier bei adlerkuss jeden Tag eine Einstimmung auf Weihnachten - mit allerhand festlichen Links und natürlich auch wieder mit den adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi, neuen und klassischen Weihnachtssongs zum Anhören und Herunterladen. Am besten gleich den Blog hier bei Facebook liken und kein "Türchen" verpassen. Dreimal werden wir noch wach...

Samstag, 16. November 2013

Swingtastic! Robbie Williams' neues Album "Swings Both Ways"

Robbie Williams' gestern erschienene zweite Kollektion von Swing-Titeln ist zweifellos sein bestes Album seit über 10 Jahren. Im Gegensatz zu "Take The Crown" vom letzten Jahr, das allzu kalkuliert dancepoppig daherkam und das den im Titel erwähnten Kampf um die Krone des King of Pop gegen die Justins dieser Welt reißbrettartig überbemüht und enttäuschend angegangen war, scheint "Swings Both Ways" ein herrlich entspanntes Liebhaberprojekt, ebenso wie dies bereits 2002 bei "Swing When You're Winning" der Fall war. Während es seinerzeit jedoch neben eines neuen Songs praktisch ausschließlich große Standards des Genres von "Somethin' Stupid" bis "Mr. Bojangles" waren, die Robbie Williams gecrooned hatte, ist das Verhältnis diesmal mit immerhin sechs neuen Songs deutlich ausgeglichener.

Bei den neuen Titeln stechen vor allem der wunderbare Radiopophit "Be Gentle", eine inhaltlich erstmals ca. 2024 zum Einsatz kommende Ansprache an Robbies Tochter, sich nicht auf die falschen Jungs einzulassen, sowie das herrlich komische Titelstück "Swings Both Ways" über sexuelle Flexibilität, ein Duett mit dem großartigen Rufus Wainwright, hervor. Die Coverversionen sind allesamt schön gewählt und mit spürbaren Vergnügen vorgetragen , ob es nun Gassenhauer wie "Minnie The Moocher ("ahdi ahdi ahdioooh...") oder etwas weniger bekanntes Material wie "Little Green Apples" (im Duett mit Kelly Clarkson) ist. "Swings Both Ways" ist ein groovendes und berührendes Vergnügen, bei dem sich der Spaß, den die Akteure bei den Aufnahmen ganz offenbar hatten mit Leichtigkeit auf den Hörer überträgt.

Schade nur (zumindest für Nerds wie mich), dass ein sowohl inhaltlich als auch im Design so nostalgieseeliges Album nicht konsequenterweise auch als LP erscheint. Dennoch ist Robbie Williams' "Swings Both Ways" unbedingt ein heißer Kandidat für Weihnachtswunschzettel oder -geschenkkaufliste!



Donnerstag, 31. Oktober 2013

adlerkuss wünscht Happy Halloween mit den Peanuts

Passend zum Vorabend von Allerheiligen (All Hallows Eve), der in der amerikanisierten Variante Halloween dank der Popkultur auch hierzulande mit seinem Faible für Spuk und Kürbisse Einzug gehalten hat, ist die Sonne von dichtem Nebel verdrängt. Sonne im Herzen beschert jedoch das wunderbare Peanuts-Halloween-Special "It's the Great Pumpkin, Charlie Brown" von 1966, in dem Schmusedecken-Linus die Ankunft des großen Kürbis, der an Halloween Geschenke bringt, herbeisehnt, von seinen Freunden hierfür jedoch verspottet wird. Nach Linus Meinung liegt dies aber hauptsächlich daran, dass der Große Kürbis einfach nicht so viel Lobby hat wie der Weihnachtsmann... Herrliche Zeichentrickunterhaltung, wie immer bei den Peanuts äußerst komisch und melancholisch zugleich.

Ursprünglich wollte ich hier ein Video einbinden, dies wurde jedoch gestern Abend gelöscht. Argh, welch Halloweengrusel. Hier gibt es "It's the Great Pumpkin, Charlie Brown" zu sehen (über die schlechte Qualität am Anfang einfach hinwegsehen, wenn der eigentliche Film losgeht (ab 2.33) ist alles bestens)

Happy Halloween!

Montag, 21. Oktober 2013

Gone, but not forgotten: Elliott Smith starb heute vor 10 Jahren

Der am 6. August 1969 in Nebraska geborene Sänger und Songwriter Elliott Smith schenkte der Welt Songperlen, die textlich und zumindest auf den ersten Alben auch musikalisch seine Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit widerspiegeln. Smiths Stimme und Gitarrenspiel führten zu Vergleichen mit Folklegende Nick Drake – leider sollten die Ähnlichkeiten hier nicht enden. Auf den späteren Alben ist dann auch der Einfluss der Beatles nicht zu leugnen.

Einer größeren Öffentlichkeit (unter anderem mir) fiel Smith zum ersten Mal bei der Oscar-Verleihung 1998 auf, wo sein Song "Miss Misery" aus Good Will Hunting nominiert gewesen war und er mit seinem hypnotisch-introvertierten Auftritt auf der großen Showbühne anrührend verloren fehl am Platz und gleichzeitig musikalisch absolut faszinierend wirkte. (Den Goldjungen holte damals freilich Celine Dion mit so einem Lied aus einem Schiffsuntergangsfilm...)

Sein Opus Magnum hatte Smith zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits abgeliefert: 1997 war das Album "Either/Or" erschienen, das eine perfektes Bindeglied zwischen seinen sehr spartanisch instrumentierten, enorm düsteren ersten beiden Alben und der doch recht großen Produktion der späteren Werke darstellt und sozusagen das beste aus beiden Welten vereint. In Smiths besten Songs spielen neben dem einen oder anderen Ausflug in die Lebenslust dieselben Themen die Hauptrolle, die auch sein Leben prägen sollten: Depression, Alkoholismus, Drogensucht.

Der große und unendlich tragische Elliott Smith starb am 21. Oktober 2003 an zwei (vermutlich selbst verursachten) Stichen ins Herz.












Freitag, 27. September 2013

adlerkuss liest: Dominik Steiners "Angstgegner"

Der wenig erfolgreiche Schriftsteller und Lebenskünstler Jona lernt die Studentin Nora, die unter Angstzuständen leidet, kennen und lieben. Jona wird zu Noras nahezu symbiotischen Rettungsanker bei der Bewältigung des täglichen Lebens, bis die Beschränkung auf die Zweisamkeit bei gleichzeitiger Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber die beiden zunächst zur unangenehmen Innensicht zwingt und schließlich isoliert und zu Ausgestoßenen macht.

Dominik Steiners zweiter Roman nach "Leben und Leben hassen", dem ungeschminkten, gleichzeitig rohen und poetischen Porträt einer Drogenkarriere, beschreibt ebenfalls Zwangszustände und gar so weit entfernt sind Drogenentzug und Panik nicht voneinander. Wie bei einem Süchtigen der Stoff bestimmt die Angst Noras Leben und übernimmt die Kontrolle über den Alltag. Gleichsam Ibsens Nora ist auch Steiners Nora in gewisser Weise in sich gefangen, nur kommt hier der Zwang von innen. Von den beiden Hauptcharakteren, die miteinander funktionieren und sich doch gegenseitig und selbst kaputt analysieren, abgesehen, werden die weiteren Charaktere nur mit sehr groben Strichen gezeichnet und erhalten zum Teil nicht einmal mehr Namen, sondern sind nur mehr der "Philosoph" oder gar über Seiten hinweg "der Typ". Steiners umgangssprachlicher, schneller Stil, der an Philippe Dijan erinnert (der sicher nicht umsonst gleich zu Beginn zitiert wird), ist im Vergleich zum Erstling gereift und zieht den Leser mühelos in seinen Bann.

Auch wenn das bisher gar nicht so geklungen haben mag, ist "Angstgegner" auch eine hoffnungsvolle, ja mitunter mit lakonischem Humor gesegnete Liebesgeschichte zweier Außenseiter und nimmt im letzten Drittel, als die Spirale abwärts den Tiefpunkt erreicht hat in einer atemberaubenden Wendung gar die eigentümliche Form einer ebenso atem- und ausweglosen wie märchenhaften Fluchtgeschichte an, die dysfunktionalen Bonnie & Clyde treffen "On the Road" die Bremer Stadtmusikanten. "Angstgegner" ist ein kurzer, spannender und etwas anderer Roman, der über die Liebe zweier aus unterschiedlichen Gründen marginalisierten Figuren ein ernstes und verstörendes Thema auf ungewohnte Weise verhandelt.

Freitag, 16. August 2013

From One Second to the Next: Werner Herzogs ergreifende neue Doku über SMS am Steuer

Der großartige Regisseur Werner Herzog, dessen wilde Zusammenarbeit mit dem völlig durchgeknallten Klaus Kinski Legendenstatus hat, ist ja in letzter Zeit eher durch seine Dokumentationen aufgefallen. Besonders zu empfehlen sind hier Grizzly Man aus dem Jahr 2005 über den Tierschützer Timothy Treadwell, der sein Leben den Grizzlys gewidmet hatte und schließlich von seinen "Schützlingen" getötet wurde, sowie "Cave of Forgotten Dreams", in dem Herzog in 3D die ältesten menschlichen Höhlenzeichnungen vorstellt.

Werner Herzogs brandneues Werk "From One Second to the Next" zeigt uns vier Geschichten, bei denen SMS am Steuer zu tragischen Unfällen geführt haben. Es mutet zunächst etwas seltsam an, dass der große Herzog jetzt einen vom US-amerikanischen Mobiltelefonkonzern AT&T finanzierten Verkehrsaufklärungsfilm für den Einsatz an amerikanischen Schulen gedreht hat, letztlich gelingt ihm aber auch hier das Kunststück, durch die Unmittelbarkeit und Emotionalität, die seine Inszenierung prägen, ganz ohne moralinsauren Zeigefinger eine wichtige Botschaft zu übermitteln, nämlich: Schaut verdammt nochmal nicht auf euer Handy, während ihr Auto fahrt! Bitte anschauen und vor allem beherzigen.



Sonntag, 28. Juli 2013

Klassik Open Air in Nürnberg: Musikgenuss im Videostream und Veranstaltungstipp

Eine der wohl schönsten Open-Air-Veranstaltungen Deutschlands findet alljährlich zweimal in Nürnberg statt: Beim Klassik Open Air versammeln sich bis zu 75000 (!) Besucher in der Parkanlage Luitpoldhain, verzehren traditionell ein leckeres mitgebrachtes Picknick und lauschen bei freiem Eintritt speziell zusammengestellten Konzerten der Nürnberger Staatsphilharmoniker, beziehungsweise der Nürnberger Symphoniker.

In diesem Jahr nun hat der Bayerische Rundfunk das Klassik Open Air mit den Staatsphilharmonikern, das am 21. Juli stattgefunden hatte erstmal live ins Internet übertragen. Auf dem durchaus massentauglichen Programm standen dabei unter anderem Auszüge aus Geburtstagskind Richard Wagners Lohengrin, Tschaikowskis Romeo und Julia sowie John Williams' Star Wars Suite. Erfreulicherweise ist das Konzert samt abschließendem Feuerwerk nach wie vor (bis Mitte Oktober) im Videostream abrufbar.

Es spricht also nichts dagegen, sich in diesen lauen Sommerabenden mit Häppchen, Wein und Laptop auf den Balkon zu kuscheln und den Zauber des Klassik Open Airs im kleinen Rahmen nachzuerleben. Das absolut empfehlenswerte Video gibt es hier und ein Vorspulen bis Minute 12.00 ist ratsam. Denjenigen, die sich keine knapp zweeinhalb Stunden Musikgenuss gönnen möchten (man hat ja für sowas keine Zeit mehr), sei zumindest die berauschende Ouvertüre zu Lohengrin ab Minute 12:00 und/oder der mitreißende Zugabenblock inklusive Feuerwerk ab Minute 143:00 dringend ans Herz gelegt.

Das zweite Klassik Open Air, bei dem es dann neben dem Ohrenschmaus (u.a. Brahms, Liszt, Gershwin) mit dem musikalischen Leiter der Symphoniker Alexander Shelley auch noch etwas Eyecandy gibt, findet dann am kommenden Samstag den 3. August statt und wie jeder bestätigen wird, der einmal dort war, lohnt sich der Weg nach Nürnberg wirklich. Alles Wissenswerte für den Besuch findet sich hier. Auch dieser Termin wird jedoch für diejenigen denen ein Ausflug isn Fränkische unmöglich ist, auf der Website des BR live übertragen und bleibt im Anschluss online anzusehen.

Zum Abschluss noch der schön gemachte Trailer für die Konzerte:



Mittwoch, 24. Juli 2013

adlerkuss im Kino: La Grande Bellezza – Die große Schönheit

Der überaus charmante Journalist Jep begeht seinen 65. Geburtstag auf einer Party im Kreise seiner dekadent feierbiestigen Bekannten aus der feineren Gesellschaft des römischen Medienzirkus. Jep sieht nach wie vor sehr gut aus, hat Affären mit jüngeren Damen, ist so beliebt wie erfolgreich und wird anlässlich seines Geburstages doch von einer schwermütigen Melancholie erfasst. Die Oberflächlichkeit seiner Umgebung langweilt ihn zunehmends, er begegnet der Leere mit Zynismus und sucht doch aufrichtig nach einem neuen Sinn, eventuell der Wiederbelebung seiner lang zurückliegenden Schriftstellerkarriere, während er sich durch die atemberaubende Kulisse Roms treiben lässt und ebenso wehmütige wie komische, skurrile wie tragische, beiläufige wie berührende Begegnungen macht. Das bittersüße Leben eben.

Federico Fellinis Klassiker "La Dolce Vita" und "Roma" kommen einem selbst bei dieser kurzen Beschreibung von Paolo Sorrentinos ("Cheyenne – This Must Be The Place") unweigerlich in den Sinn, geht es doch um einen leichtlebigen Journalisten und mindestens ebenso auch um ein Porträt der ewigen Stadt Rom selbst. "La Grande Bellezza" ist jedoch weit mehr als nur ein Abklatsch, sondern Sorrentino gibt uns hier trotz seiner teils ausufernden Vielstimmigkeit dank seines faszinierenden Protagonisten und der faszinierend-bombastischen, opulenten Bilderwelten, die teilweise an eine entschleunigte Variante von Baz Luhrmann erinnern, womöglich sogar den besseren Fellini.

Zyniker Jep trifft eine alberne Aktionskünstlerin, scherzt mit seiner asiatischen Haushaltshilfe, besucht eine Beerdigung und stellt dort seine in eleganter Stilisierung perfektionierte Trauer zur Schau, lernt eine verletzliche Stripperin mittleren Alters kennen und besucht mit ihr auf einem nächtlichen Spaziergang märchenhaft schöne Plätze und Palazzi Roms. Außerdem gibt es noch den Witwer von Jeps großer Liebe, den Bekannten, der mit gleichbleibendem Misserfolg seinen Durchbruch als Schriftsteller und als Liebhaber der von ihm verehrten Schauspielerin vorantreibt, den Magier mit seiner Giraffe, einen kulinarisch versierten Kardinal und zuletzt eine 104jährige Heilige... Das Figurenarsenal ist enorm und die durch diese Konstellation gegebene Episodenhaftigkeit wird zusammengehalten von einem atemberaubend aufspielenden Toni Servillo in der Hauptrolle, Kamera und Schnitt mit der atemberaubenden Inszenierung Roms als zweiter Hauptrolle, sowie einem hypnotischen Soundtrack, der mit Kirchenmusik ebenso aufwartet wie mit Dance-Pop. Selten bis nie wurden grundsätzliche Themen des menschlichen Lebens wie Liebe, Religiosität, die Sinnfrage und die Vergänglichkeit des Lebens schöner, ausufernder, fordernder und überwältigender in Szene gesetzt. Ein absolutes Filmereignis.

Deutscher Kinostart: 25.07.

Wertung: 5 von 5 Adlern.


 

Sonntag, 7. Juli 2013

Stream und Download: Radiohead live 1995

Radiohead bieten aktuell einen fast 20 Jahre alten Konzertmitschnitt von der US-Tour zu ihrem zweiten Album "The Bends" in hervorragender Tonqualität zum kostenlosen Download an. Spenden sind jedoch gern gesehen und gehen bei diesem Projekt in voller Höhe an Amnesty International. Natürlich sollte schon das Spendenanreiz genug sein, aber auch musikalisch ist das Ganze durchaus den einen oder anderen Euro wert. Rauer und direkter als heutzutage, mit einer gewissen Grunge-Sensibilität ausgestattet noch Jahre entfernt von elektronischer Frisseligkeit rocken Radiohead hier sehr mitreißend und führen einem nochmal ganz anschaulich vor Ohren welch brillante Songperlen auch "The Bends" bereits enthielt, die im Rückblick nur von den Großtaten, die da noch kommen sollten, etwas in den Schatten gestellt wurden.

Unten ist der Download und zum erstmal anhören, wie auch zum brav spenden klickt ihr hier.



Samstag, 6. Juli 2013

Sabine Lisickis Wimbledon-Finale sehen (und ein bisschen was von unserer Steffi)

Na sowas! Plötzlich sind wir wieder Tennis-Fans. Und zwar alle. Denn "unsere" Sabine Lisicki steht sensationell im Wimbledon-Finale, als erste Deutsche seit "unserer" Steffi Graf vor 14 Jahren.

Ach ja, die Steffi. Unfassbare Weltklasse über einen sehr langen Zeitraum hinweg, stets sympathisch und ganz bestimmt meine absolute Lieblingssportlerin als Kind, mit den ganz großen nervenaufreibenden Duellen gegen das spanische Moppelchen Arantxa Sanchez, gegen Gabriela Sabatini (die man auch schon als 10-jähriger (zurecht!) verwirrend sexy finden konnte) und ganz besonders gegen Monica Seles, die den Brunftschrei im Damentennis eingeführt hatte und die natürlich die Jugo-Jungs aus der Nachbarschaft toll fanden...

Auf jeden Fall konnte man den Zwischenrufer hier gut verstehen:



Die ARD zeigte Anfang dieses Jahres eine ziemlich tolle, sehr ausführliche Dokumentation über Steffi Graf, bei der (außer Steffi Graf selbst!) nahezu alle Experten und Weggefährten zu Wort kommen, die man sich nur vorstellen kann. Am besten also gleich zur Einstimmung auf das Wimbledon-Finale 2013 mit Sabine Lisicki noch die Doku gucken:



Und pssst, Sabine Lisickis Match läuft dann ab 15 Uhr MEZ hier.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Dojos' warme Platten: Editors – The Weight of Your Love

Die Editors sind ja bekannt für ihre gewichtigen Themen. Es sind die ganz großen Dinge des Lebens die sie mit ihren Songs gern herbeizitieren. Insofern überrascht der Titel ihres neuen Albums: "The Weight of Your Love" wenig.

Überraschend hingegen ist der Sound. Während auf dem Vorgänger "In this Night and on this Evening" noch mit Synthieläufen und Tanzbarkeit gespielt wurde, dominiert nun eine spärliche Akustik, die sich zu Beginn noch sehr bescheiden gibt. Doch es bleibt nicht lang beim Understatement. Ob elektronisch oder analog: Das Epos bleibt die Marschroute der Editors. Leider verläuft sich diese Route auf "The Weight of Your Love" allzu oft im ungefähren. Mit dem Weggang von Gitarrist und Gründungsmitglied Chris Urbanwicz scheint der Band eine wichtige Inspirationsquelle abhanden gekommen zu sein. Was vom Sound bleibt ist wie ein Proteindrink aus Britpop, Industrial und Stadionrock in dem zuviel Kraft steckt, um danach noch laufen zu können. Während sich auf den Vorgängeralben Tom Smiths außergewöhnliche Stimme frei an der Atmosphäre der Songs bedienen durfte, scheint sie hier oft in die Enge getrieben von der immer wieder ins stumpfe ausfransenden Instrumentierung.

In den besten Momenten des Albums, wie in "What is this Thing called Love" oder "The Phone Book" lohnt sich das Experiment. Bei den anderen Tracks würde man die Band gern noch mal an einen weniger gewichtigen Ort schicken, zum Beispiel in den "Back Room".

Bei tape.tv gibt es das komplette Album, das es ab dem morgigen Freitag zu kaufen gibt zum Testhören im Stream:





Samstag, 18. Mai 2013

Wir warten auf den ESC: Father Teds "A Song for Europe"

Es gibt wohl kaum eine bessere Art sich am einem Eurovisionsamstag die Zeit bis 21 Uhr (die Pre-Show von der Reeperbahn, bei dem man versuchen wird, Cascada zu einem ernstzunehmenden und unterstützenswerten Beitrag hochzujazzen, will ja keiner sehen!)zu vertreiben, als mit der legendären ESC-Folge der irischen Comedyserie "Father Ted", wohl die einzige den Eurovision Song Contest thematisierende Sitcom überhaupt.

Nach einem Streit mit seiner ewigen Nemesis Father Dick Byrne beschließt Inselpfarrer Ted aus dem irischen Westen zusammen mit seinem intellektuell eher limitierten Kollegen Father Dougal am irischen Vorentscheid für "Eurosong" teilzunehmen. Vom dabei entstehenden Song "My Lovely Horse" könnte sich noch manch echte ESC-Song diverse Scheiben Melodiosität und lyrische Brisanz abschneiden... Viel Spaß!

Freitag, 17. Mai 2013

Eurovision Song Contest 2013: Trinkspiel und Wertungsübersicht

Morgen ist es wieder so weit, im schönen Malmö in Schonen findet der 58. Eurovision Song Contest statt – seit jeher ein Fanal für den europäischen Gedanken, Völkerverständigung und abgefahrenes Liedgut. Nord- und Südeuropa werden fasziniert von musikalischen Perlen die eurokrisenbedingte Verstimmung ruhen lassen und selbst Dortmunder und Münchner werden in seltener Einigkeit darin übereinstimmen, dass der deutsche Beitrag eine lächerliche bis hochnotpeinliche Kopie des Vorjahressiegertitels darstellt.

Auch dieses Jahr bietet adlerkuss natürlich wieder über Mediafire zum Download ein feuchtfröhliches Trinkspiel fürs heimische Sofa und außerdem eine Wertungstabelle für alle fleißigen Wohnzimmerjurys.

Zur Einstimmung hier noch die hervorragende Eröffnungsnummer des ersten Halbfinals vom vergangenen Dienstag: Schwedische Chorkinder singen gemeinsam mit Loreen eine wunderbar arrangierte Variante von "Euphoria":


Dienstag, 14. Mai 2013

Streamgasmus: Daft Punks "Random Access Memories" und The Nationals "Trouble Will Find Me" jetzt in voller Länge hören!

Die französischen Danceheroenroboter von Daft Punk veröffentlichen nächste Woche mit "Random Access Memories" ihr heiß ersehntes erstes Album seit dem eher enttäuschenden "Human After All" von 2005 (wenn man mal vom pompösen Soundtrack zu Tron Legacy absieht).

Bereits heute gibt es bei diesem iTunes "Random Access Memories" in voller Länge zu hören und neben dem bereits bekannten Überohrwurm "Get Lucky" glänzt auch der überwiegende Rest des Albums im tendenziell siebzigerseligen Retrosound, bietet dabei aber dennoch noch Überraschungen wie das an Radioheads Kid A gemahnende "Within".


Aber ach du heilige Highlighthäufung, auch The Nationals neues Album, das ja in meinem letzten Post bereits erwähnt wurde, gibt es jetzt in voller Länge bei diesem iTunes im Stream. Da ich dieses iZeug nicht nutze und mit dem Genuss des Albums warten möchte, bis die LP bei mir ist, kann ich hier keine inhaltliche Einschätzung geben. Ich würde aber von erhabener Großartigkeit ausgehen und möchte auch daher den Link nicht vorenthalten.

Montag, 15. April 2013

Das klingt nach mehr: Erste Songs aus den neuen Alben von Beady Eye und The National!

The National und Beady Eye – erstere werden als neben Arcade Fire großartigste Indieband des Planeten bejubelt, letztere gelten bösen Zungen und Federn (zu Unrecht!) als kreativlose Resterampe von Oasis, die zum Ende hin selbst ja schon (zurecht!) als kreativlose Resterampe ihrer selbst gegolten hatten. Beide Bands bringen in nächster Zeit ihr neues Album raus, beide haben ein erstes Lied daraus vorgestellt und anders als zuletzt Depeche Modes enttäuschende Single (die vom Album in voller Länge noch spielend unterboten worden war) machen diese zwei neuen Werke Lust auf mehr.

The National's letztes Album "High Violet" wurde auf diesen Seiten als beste Musikveröffentlichung 2010 gewürdigt und die erste Single "Demons" aus dem am 21. Mai erscheinenden und schon jetzt vorbestellbaren Album "Trouble Will Find Me" kann die hohen Erwartungen durchaus erfüllen. Song- und Albumtitel deuten hier bereits an, dass The National auch 2013 noch düster, delikat und melancholisch bleiben. "Demons" klingt hier interessanterweise ein bisschen wie eine Mischung aus Bright Eyes' wunderbarer Ballade "Easy/Lucky/Free" (und die gewisse Ähnlichkeit setzt sich dabei sogar im Video fort) und einem Song von Leonard Cohen, bleibt durch Matt Berninger's ohrenschmeichelnden Bariton aber unverwechselbar The National:



Beady Eyes in der Kritik eher durchgefallenes Debütalbum "Different Gear Still Speeding" aus dem Jahr 2011 ist mit seinem natürlich an Idole wie Byrds, Kinks und John Lennon angelehnten, aber äußerst unterhaltsamen und mit feinen Melodien ausgestattetem in Sixtiesnostalgie schwelgenden Sound deutlich besser gewesen als sein Ruf. Der Sound von "Flick of the Finger", dem ersten Song aus dem neuen Album "BE", das am 10. Juni erscheint, überrascht doch etwas: Getragen von einem majestätisch-fetten Bläsersatz und einem treibenden Beat bietet der Song psychedelischen Rock, keinen Refrain und einen Liam Gallagher, der wohl seit 1995 nicht mehr so gut bei Stimme war. Außerdem gibt es noch ein gesprochenes, hochpolitisches Zitat aus Peter Weiss' Theaterstück "Marat/Sade" aus den (dann doch wieder) 60er Jahren, dem auch der Songtitel entnommen ist. Das Stück wird als Opener des neuen Albums fungieren und scheint dafür bestens geeignet zu sein:




Dienstag, 12. März 2013

Ein kleines bisschen Horrorschau: US-Serie "American Horror Story" jetzt neu im TV und online zu sehen

Die Harmons ziehen von der Ostküste in ein altehrwürdiges Herrenhaus in Los Angeles, das eine dunkle Vergangenheit hat und in dem es auch jetzt nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Familie Harmon hat jedoch zudem und in erster Linie mit den ganz eigenen Dämonen zu kämpfen: Mutter Vivien hatte eine Fehlgeburt erlitten, Vater Ben eine Affäre mit einer seiner Studentinnen hinter sich und Tochter Violet ist in der Pubertät. Im und zusätzlich zum bösen Haus bekommt es Familie Harmon auch noch mit einer ganzen Reihe von denk- und merkwürdigen Figuren zu tun: Neben der ebenso herrischen wie eleganten alternden Südstaatenlady von nebenan und ihrer hellseherischen Tochter mit Down-Syndrom wären da auch noch der Freund der Tochter, der Schulmassakerfantasien hegt, die Haushälterin, die für Frauen aussieht wie zerknitterte 70, für Männer jedoch wie sexy und verführerische 19 Jahre alt, der Mann mit dem halbverbrannten Gesicht, der aufgrund leidvoller eigener Erfahrung vor dem Haus warnen möchte und nicht zuletzt ein stummer mysteriöser Mann im Fetisch-Ganzkörperlatexanzug...

Ich bin beileibe kein Serienjunkie, doch hier ist mal wieder etwas, das mich ordentlich begeistert: "American Horror Story", bietet psychologischen Horror in der besten Tradition der American Gothic Fiction und verknüpft dabei Charakterinnenansichten und äußeren Horror als Musterbeispiel für das Unheimliche im Freudschen Sinne, das Unvertraute im Vertrauten.

Die Serie aus der Feder von Ryan Murphy und Brad Falchuk, den Machern der Schönheitschirurgensaga "Nip/Tuck", teilt mit jener neben einer sehenswerten Kameraarbeit auch eine etwas abseitige und dennoch handfeste Thematisierung von Sexualität. Zum Referenzrahmen gehören aber sicherlich auch Klassiker des Fernsehgrusels wie "Twin Peaks", wo die Nachbarschaft ebenfalls von höchst skurrilen Charakteren bevölkert ist, "Lost" und auch "The Twilight Zone".

Die zweite Folge von "American Horror Story" läuft am kommenden Donnerstag um 22.30 auf Sixx (ja, es gibt einen TV-Sender dieses Namens). Die ersten drei Folgen und in den kommenden Wochen auch alle weiteren gibt es auch kostenlos und völlig legal hier im Internet zu sehen. Viel Vergnügen und schöne (Alb-)Träume!




Mittwoch, 27. Februar 2013

Schöner Sound und irre Vision: David Bowies "The Stars (Are Out Tonight)"

Großmeister Bowie hatte im Januar ja recht überraschend für März sein neues, mittlerweile 24. Studioalbum angekündigt und auch die melancholische erste Single "Where Are We Now?", in der Bowie ebenso wie mit dem neuen bzw. recycleten Albumcover seine Berliner Phase reminisziert, wusste ja bereits durchaus zu gefallen.

Für die neue Vorabauskopplung "The Stars (Are Out Tonight)" gibt es jetzt das durchaus spektakuläre Musikvideo zu sehen, in dem David Bowie und die großartige Tilda Swinton ein Ehepaar spielen, dass von potenziell außerirdischen Hipstern und an die eigene noch androgynere Jugend erinnernden Nachbarn (u.a. das superandrogyne Supermodel Andrej Pejic) bedrängt, verführt oder sonstwas werden. Verstehen tu ich das ganze beileibe nicht, aber es ist großartig seltsam, überdreht und komisch in beiden Bedeutungen des Wortes.

Vor lauter Staunen über das Video gerät der Song bei der Erstbetrachtung etwas in den Hintergrund, das allerdings zu Unrecht. "The Stars (Are Out Tonight)" ist zwar keine Bowie-Sternstunde (und das wäre verdammt viel verlangt), aber ein cool vor sich hin rockender Song mit eingängigem "whoo hoo hoo"-Hintergrundgesang und unvergleichlich bowiesker Eleganz.



David Bowie - The Stars Are Out Tonight von Flixgr




Samstag, 23. Februar 2013

Oscars 2013: Tippspiel und Trinkspiel!

In gut 24 Stunden werden die Größen Hollywoods bereits über den roten Teppich am unvermeidlichen Steven Gätjen vorbeiflanieren, um ihre Plätze für die 85. Oscarverleihung einzunehmen. Wie bereits im Vorjahr liefert adlerkuss auch 2013 mit den hier herunterladbaren Tippspiel und Trinkspiel die adäquaten Hilfsmittel, um Geist und Leber bei einer gar festlichen Filmnerdparty unter Freunden in der Nacht auf Montag angemessen zu stimulieren. Viel Vergnügen bei Hollywood's Biggest Night!

Als kleines Schmankerl gibt es hier zusätzlich noch den dieses Jahr bei den Oscars als bester animierter Kurzfilm nominierten "Paperman" aus dem Hause Disney – eine optisch und inhaltlich bezaubernde, in schwarz-weiß erzählte Geschichte über Liebe auf den ersten Blick:




Dienstag, 19. Februar 2013

Amok! Das Debütalbum von Atoms For Peace hier in voller Länge hören

Ja, wenn es derart Feines aus der Radioheadecke zu Hören gibt, dann erwacht tatsächlich auch dieser scheintote Blog mal wieder zu hoffentlich nicht nur vorübergehendem Leben.

Atoms For Peace, Thom Yorkes andere Band, zu der unter anderem Red-Hot-Chili-Peppers-Bassist Flea und Produzent Nigel Godrich gehören, hatten ursprünglich anno 2009 nur Yorkes Soloalbum The Eraser gemeinsam live aufgeführt. Offensichtlich hatte man Vergnügen an der gemeinsamen Arbeit gefunden, die nun endlich (die Herren haben ja noch Haupterwerbsmusikgruppen und deren Alben und Welttourneen auf ihrem Stundenplan) in einem gemeinsamen Album mündet.

Dieses gemeinsame Album, das Amok heißt und ganz und gar nicht danach klingt, sondern dem ersten Höreindruck nach eher wie die Afterhour eines Tanzabends in Limbo, erscheint am kommenden Freitag und kann gleich hier und gleich jetzt bereits in voller Länge angehört werden:






Samstag, 12. Januar 2013

Top 10 Lieder 2012: Platz 5-1

Hier nun die absoluten Privathitparadenstürmer, Ohrwürmer und musikalische Glücklichmacher des Vorjahres – die 5 besten Songs 2012 (die nicht auf einem der 10 besten Alben des Jahres zu finden sind...)!

5. The XX - Angels

Das schönste Liebeslied des Jahres stammt vom zweiten Album der Indiedarlings The XX. Das sehr sparsame und zarte Arrangement mit halligem Gitarrenzupfen, sanftestem Bass und Romy Madly Crofts verhuscht gehauchtem Gesang wirkt bezaubernd und lässt die herzerwärmenden Zeilen noch bezaubernder glänzen: "And with words unspoken /A silent devotion / I know you know what I mean / And the end is unknown / But I think I'm ready /As long as you're with me." Hach!



4. Blur - Under the Westway

 Nicht etwa mit seiner hippen Zeichentrickband oder seiner vielgelobten Oper, sondern vielmehr mit seinen guten alten Bandkollegen von Blur gelang Tausendsassa Damon Albarn im vergangenen Jahr mit der Single "Under the Westway" einer seiner besten Songs der letzten 10 Jahre. Die melancholisch-majestätische Ballade im Stile von "This Is a Low" oder "Best Days" ist im besten Sinne altmodisch und nicht umsonst heißt es auch im vage über das Leben in London philosophierenden Text nahezu flehend: "Bring us the days when they switch off the machines...". Man beachte hier im Live-Video im Hintergrund auch die Umfahrungsstraße aus dem Songtitel.



3. Fiona Apple - Hot Knife

Ein treibender Paukenwirbel, ein bisschen Klimpern auf dem Klavier und darüber Fiona Apples trocken flirrend erotische Stimme, so einfach ist zunächst mal die Struktur dieses Songs, der freilich durch ein ausgefeiltes kanonhaftes Vokalarrangement trotzdem noch zunehmend rhythmisch vielschichtig wird. Das Duett mit Apples Schwester Maude Maggart ist berauschend harmonisch und ebenso eingängig, aufregend und sexy wie es Apples albern ausgiebiger aktueller Albumtitel (Achtung!) "The Idler Wheel is Wiser than the Driver of the Screw and Whipping Cords Will Serve You More than Ropes Will Ever Do" definitiv nicht ist. Da es nervt, dass es den Song in Deutschland nicht im Internet zu hören gibt: Da! Und direkt danach das Album (oder zumindest den Song) kaufen.

2. Grimes - Genesis

 Die Kanadierin Claire Boucher alias Grimes veröffentlichte bereits im Januar 2012 den wohl perfektesten Popsong des Jahres. Mit flottem Beat, warmem Synthesizerklang, orientalisch angehauchter Flöte, ohrwurmigen Klavier-Arpeggios und mehreren über- und gegeneinander gelegten stark hallenden Gesangsspuren gelingt Grimes ein absolut origineller Sound irgendwo zwischen Björk und Gwen Stefani, der sowohl im heimischen Wohnzimmer, als auch auf der Tanzfläche aufs allerbeste funktioniert.




1. Pulp - After You

Die beiden besten Songs des Jahres bilden einen hübschen Rahmen für 2012, denn "After You" ist erst seit Weihnachten erhältlich – und das auch nur dem exklusiven Kreis der Besucher des triumphalen Pulp-Konzerts vom 8. Dezember, denn vor dem Konzert wurden Weihnachtskarten mit dem Downloadlink verteilt. Und welch ein herrliches Weihnachtgeschenk dieser von LCD-Soundsystem-Mann James Murphy produzierte Song ist! Ebenso düster wie sexy ist "After You" ein großartiges Stück schwüler Discopop mit treibendem Bass und eingängigem Gitarrenriff, dessen Titel im Spannungsfeld zwischen höflicher Einladung und Bedrohung verstanden werden muss. Außerdem singt, flüstert und brüllt Jarvis Cocker brilliante Zeilen wie "It's a fast track express to the graveyard, I know / So what are you waiting for, hey ho let's go" oder "If you want to be naked, that's alright by me" so herrlich lustvoll und exaltiert, dass man als Hörer nur verzückt sein kann. Fast sechs Minuten atemberaubend mitreißende Musik, wie es sie 2012 kein zweites Mal gab.