Freitag, 25. Dezember 2015

OK "Spectre": Der abgelehnte Bond-Song von Radiohead im Stream und also kostenloser Download!

Ihr Name ist -head, Radiohead, und wie Sänger Thom Yorke heute bei Twitter verriet, war die Band im letzten Jahr tatsächlich gebeten worden, den Titelsong für James Bonds neuestes Filmabenteuer zu schreiben. Wie wir wissen, ist daraus nichts geworden und Sam Smith durfte den Vospann zu Spectre eher unterwältigend untermalen. Radiohead wollten den Song aber offenbar nicht in der digitalen Schublade versauern lassen und ganz weihnachtlich beschenken sie  uns heute mit dem Song . zum anhören und kostenlos herunterladen!

Radioheads Spectre erinnert mit seinem vertrackt verschleppten Rhythmus an ihren "Pyramid Song" vom Album Kid A aus dem Jahr 2000 und bietet zusätzlich Thom Yorkes warmes Falsett, Gänsehaut fördernde Streicher und auch die nahezu essentielle Bondsongzutat des Bläsersatzes. Insgesamt einer der besten Songs des Jahres, ein wunderbares Lebenszeichen der Band und 2016 kommt dann vielleicht das neue Album....?







Sonntag, 20. Dezember 2015

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (18)

Der Geist der diesjährigen Weihnacht suchte mich zurecht vergangene Nacht heim und raunte mir ein ebenso gruseliges wie berechtigtes "adlerkuss liebste Weihnachtsmusi...wieso geht da eigentlich nichts?" zu. Nur noch wenige Tage vor dem Christfest hier also noch einmal fünf alte und neue, beschwingte und traurige, alberne und berührende und meist glockenspiellastige Weihnachtssongs.

Und wo wir gerade bei den Dickensschen Weihnachtsgeistern sind, Deirdre & The Dark aus Brooklyn werden nach eigenen Angaben vom Geist der vergangenen Weihnacht verfolgt, weil Deirdre wohl immer eher naughty als nice gewesen ist. Der dazugehörige Noir-Pop-Song klingt nach 60s und Belle & Sebastian und ist ziemlich fantastisch:




Kay Martin & The Bodyguards waren ein erfolgreicher Nachtclub-Act in den 50er Jahren und wussten mit ihren eindeutig zweideutigen Texten nicht nur seinerzeit die Casinobesucher von Las Vegas und Reno zu begeistern, sondern sind auf jeden Fall auch heute noch für ein Schmunzeln gut. In "I Know What You Want For Christmas" säuselt Kay begleitet von ungeheuer groovy Orgelsounds davon, was sie ihrem Schatz zu Weihnachten schenken möchte. Herrlich.




Die South London Lo-Fi Explosion aus, ja genau, South London erzählt im wunderbar altmodisch klingenden aber brandneu seienden Song "Christmas Girl" von einer saisonalen Liebe und bringt mit herrlichen Harmonien voll "uuuh" und "babababa" jeglichen Schnee zum Schmelzen, selbst wenn er noch irgendwann fallen sollte.




Johnny Marks, der sicherlich erfolgreichste Weihnachtsliedschreiber des 20. Jahrhunderts schrieb nicht nur unter anderem das Lied vom rotnasigen Rudolf und vom Rocken um den Weihnachtsbaum herum, sondern beschrieb 1952 auch sehr groovy was genau denn passiert "When Santa Claus Gets Your Letter". Hier hören wir die an die Flaming Lips erinnernde, psychedelisch-blubbernd-meets-oldschool-Version der Band White Widow:




Selbst wenn der Wham!sche Evergreen dem einen oder anderen Musikfreund schon seit vielen vielen Weihnachtsfesten aus dem rotbemützten Halse hängt: Aus lieb gewordener Tradition führt auch in diesem Jahr bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei.  Denn auch ganze 30 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Natürlich ist der Klassiker von Wham! auch diesen Dezember mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und in der dritten Woche gerade auf Platz 31. Die wunderbar reduzierte Version von Lisa Alma ist mit flirrenden Synthies, sanften Beats und Lisas engelsgleicher Stimme ein Dream-Pop-Weihnachsschmankerl.




Donnerstag, 17. Dezember 2015

adlerkuss im Kino: Star Wars - Das Erwachen der Macht

Vor 38 Jahren war Darth Vaders Atmen erstmals im Kino zu hören, vor 26 Jahren staunte ich vor dem kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher über den Krieg der Sterne (wie das damals noch hieß) und wollte wie Han Solo sein. Vor 18 Jahren begeisterte mich die Trilogie aufgepeppt im Kino, vor zehn Jahren sorgte die "Geburt" von Darth Vader im definitiv besten von drei eher schwerer zu liebenden neuen Filme für Gänsehaut. Und heute nun startet mit "Das Erwachen der Macht" tatsächlich Episode 7 der Star-Wars-Reihe weltweit in den Kinos.

Das Erbe, das Disney, dem die Marke Star Wars inzwischen gehört, und Regisseur JJ Abrams mit diesem Film antraten war zunächst wohl eher nur ein mittelschweres. Zum einen müsste die Macht in den Machern schon sehr stark sein, um an die klassische Trilogie anknüpfen zu können, zum anderen wäre das Publikum bereits froh gewesen, keinen seelenlosen Blödsinn mit albernen, sprachfehlerbehafteten Echsen zu sehen. Die Erwartungshaltung ging dann allerdings mit Veröffentlichung einer Reihe von Teasern und Trailern, die in fantastischen Bildern eine deutliche optische Orientierung an den Klassikern zeigten, fast wie von Yoda geschleudert schlagartig durch die Decke. In der Mitternachtspremiere erfuhr ich vergangene Nacht nach Monaten zwischen Hoffen und Bangen nun endlich, ob der Hype berechtigt gewesen war.

Auf die Inhaltsangabe möchte ich nahezu komplett verzichten, ganz grob geht es um neue Konflikte zwischen sehr bösen Bösewichten auf der dunklen Seite der Macht und den Guten ungefähr 30 Jahre nach der Schlacht um Endor am Ende von Episode 6.

Neben einer Reihe von nahezu durchweg gelungen konzipierten und gespielten neuen Recken und Helden (wider Willen), gibt es auch ein herzerwärmendes Wiedersehen mit (und zwischen) Leia, Han Solo & Co. Und die klassischen Charaktere haben begeisternderweise weit mehr als bloße Cameo-Auftritte, der von Harrison Ford mit sichtbarem Vergnügen verkörperte Han Solo kann sogar als Herz des Films bezeichnet werden. Trotzdem ist "Das Erwachen der Macht" keine Solo-Solo-Show, denn auch die neue Generation besticht durch spannende Charaktere, deren Geschichten eigentliche klassische Coming-of-Age-Themen aufgreifen, wie zum Beispiel die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft und das Annehmen neuer Lebensumstände. Die von der britischen Newcomerin Daisy Ridley gespielte Rey ist außerdem mit Sicherheit die stärkste weibliche Figur der Star-Wars.-Historie und die Aussicht, in weiteren Filmen noch mehr über sie zu erfahren, ist bereits Grund genug sich auf Episode 8 zu freuen.

Die eingangs bereits aufgrund der Eindrücke aus den Trailern erwähnte Optik von "Das Erwachen der Macht" ist tatsächlich größtenteils überwältigend, gerade was eine Rückbesinnung auf den "Look & Feel" der originalen Trilogie angeht. Hier wurde viel Wert auf echte Kulissen, Modellbau und Maske gelegt und der Film strahlt somit eine Lebendigkeit, Wärme und gewissermaßen auch Echtheit aus, die den nahezu ausschließlich vor dem Green Screen entstandenen Prequels völlig abgeht.

Während sowohl die Annäherung in der Optik als auch das Wiedersehen mit den alten Bekannten aus Episode 4 bis 6 sehr gelungen ist, sind Abrams und sein Mit-Drehbuchautor Lawrence Kasdan (zu dessen nicht ganz schlechten Büchern "Das Imperium schlägt zurück", Die Rückkehr der Jedi-Ritter" und auch "Jäger des verlorenen Schatzes" gehören) mit inhaltlichen Parallelen zum ersten "Krieg der Sterne"-Film etwas übers Ziel hinausgeschossen, sodass "Das Erwachen der Macht" vor allem in der zweiten Hälfte phasenweise fast wie ein Reboot oder zumindest wie eine Variation im Sinne der klassischen Musik wirkt.

Trotz dieses zum Adlerabzug führenden Wermutstropfen bleibt "Das Erwachen der Macht" ein sensationell starke Blockbuster-Fortsetzung mit tollen Charakteren, einer perfekten Dosis Humor und (mit einer Ausnahme, bei der die im letzten Abschnitt genannte Problematik sehr offenkundig wird) auch mitreißenden Action-Szenen. Also ab ins Kino und möge die Macht mit euch sein!

Deutscher Kinostart: 17.12.
Wertung: 4,5 von 5 Adlern


Freitag, 11. Dezember 2015

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (17)

Potzblitz(en)! Die wunderbare, oh du fröhliche Weihnachtszeit ist schon im vollen Gange, der Schnee rieselt leise und welch ein Jubel, welch ein Trubel wird in unserem Hause sein! Fehlt zur vollendeten Festivität nur noch der alljährliche bunte Strauß weihnachtlicher Melodien bei adlerkuss, wie gewohnt auch in diesem Jahr nicht nur zum Anhören, sondern  auch immer gleich zum Herunterladen als mp3. Per Klick hier könnt ihr auch noch die Geister der vergangenen Weihnachtsmusis beschwören und nochmal nachhören.


Wir beginnen die diesjährige Weihnachtsmusikollektion mit dem Klassiker "It's the Most Wonderful Time of the Year", der die adventliche Stimmung in der weltlich-amerikanischen Version sehr schön zelebriert. Anstatt der wahrscheinlich bekanntesten Version des Songs von Andy Williams hören wir hier die leicht sufjaneske, xylophonselige Variante von Steve Shimchick und Kelsy McIntosh:




Die New Yorker Band Sally spielt herrliche Mitwipp-Twee-Pop-Musik und neben Kristen Gudsnuks schmeichelnder Stimme überzeugt an "Christmas Isn't Over" vor allem auch der herrlich optimistische Trotz der Ich-Erzählerin: "Christmas isn't over til I had some fun / I just sit here waiting til I find someone". Das ist doch mal eine Einstellung.




Mit der überraschenden Erkenntnis "Navidas es cada día", Weihnachten ist jeden Tag, wartet der Wiener Musiker, Autor, Schauspieler, Hotelier und Tausendsassa Markus Prummer in seinem gleichnamigen Song auf und klingt dabei wie die trunkene Kollaboration eines spanisch säuselnden Jonathan Richman und eines Beats beisteuernden Thom Yorke. Der wohl seltsamste Ohrwurm, den ihr diesen Advent haben werdet.





Ein höchst spannendes Hörerlebnis bietet uns Pianist Chilly Gonzales mit seinem Stück "A Minor Key Christmas Medley" -  wie der Titel schon verrät, ein Medley von schön arrangierten Weihnachtsklassikern in Moll. Nie klangen der Little Drummer Boy, Jingle Bells und Stille Nacht so sehr wie ein Gangsterfilmsoundtrack von Ennio Morricone.




Der in diesem Blog bereits mehrfach gefeierte Crying Day Care Choir aus Schweden ist dieses Jahr ein zweites Mal zum Christmas Day Care Choir geworden und alle vier Songs der EP sind herzerwärmende Folk-Pop-Perlen, die genau so "happy, warm and kind-hearted " klingen, wie es die Band auf Bandcamp ankündigt. Als wäre dies nicht Herunterladbegründung genug, geht der Verkaufserlös auch noch an eine wohltätige Einrichtung. Also seid keine Scrooges, öffnet den (Paypal-)Geldbeutel und lasst euch im Gegenzug vom Christmas Day Care Choir die Herzen öffnen. Unbedingter Anspieltipp: "Our Very Own Christmas".