Sonntag, 24. Dezember 2017

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (22)

Gerade noch rechtzeitig zur Plätzchenessuntermalung am Nachmittag des Heiligen Abend hier noch einmal vier wunderbare Weihnachtsweisen bei adlerkuss.

Julia P. ist seit über 20 Jahren die Grand Dame der niederländischen Indie-Szene und veröffentlichte dieses Jahr mit "Christmas is Calling" eine glöckchenklingend schwingende Herzen erwärmende Weihnachtsnummer, die auch Weihnachthasser auf sehr pragmatische Art und Weise zu überzeugen versucht: "Look on the bright side / You get a few days off / an excuse to eat and drink as much as you like / just do what you want /  tradition's not a must / love the many gardens filled with lights". Ein kommender Klassiker!



Retro-Bariton Max Raabe und sein Palastorchester bieten auf ihrem Weihnachtsalbum durchgehend augenzwinkernd-nostalgischen Sound im Stil der 1920er Jahre. Besonders angetan hat es mir hier das doch sehr ungewöhnliche Arrangement des guten alten "Oh Tannenbaum" im Stile einer Mariachi-Band. "Wie grün sind deine Blätter, Donnerwetter!" Frohe Weihnacht, olé!




Selbst wenn der Wham!sche Evergreen dem einen oder anderen Musikfreund schon seit vielen vielen Weihnachtsfesten aus dem rotbemützten Halse hängt: Aus lieb gewordener Tradition führt auch in diesem Jahr bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei (selbst wenn es zunehmend schwer fällt, wirklich gute Versionen zu finden) . Denn auch ganze 34 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Natürlich ist der Klassiker von Wham! auch diesen Dezember mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und hat es dabei spielend in die Top 10 geschafft. Hier hören wir aber die sehr lässige und dennoch gefühlige Indierock-Version von Best Ex aus New Jersey:



Noch einmal eine ganz andere Kategorie von Klassiker ist jedoch natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht" von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, das am Heiligabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt wurde. "Stille Nacht" gilt als das bekannteste Weihnachtslied überhaupt und wurde im Laufe der letzten fast 200 Jahren nicht nur von üblichen Verdächtigen wie u.a. Elvis PresleyBing Crosby, den Roten Rosen oder John Denver mit den Muppets gesungen, sondern auch und vor allem von Millionen unterm Weihnachtsbaum versammelten Familien auf der ganzen Welt. Beschließen möchte ich adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi mit "Silent Night" in einer wundervoll groovenden, instrumentalen James-Last-in-cool Easy-Listening-Variante von The Limiñanas mit Pascal Comelade aus Frankreich. Ein frohes Fest allerseits!



Freitag, 22. Dezember 2017

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (21)

Vom Arbeitsstressgrinch aufgehalten, aber nicht besiegt, bringt euch adlerkuss auch im achten Jahr im Folge einen bunten Strauß weihnachtlicher Melodien. Schließlich will ich mir nicht irgendwann vom Geist der vergangenen Weihnacht vorführen lassen, was für alberne Dinge (wie zum Beispiel schlafen, essen, arbeiten) ich getan habe, wenn ich eigentlich den 21. Teil von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi hätte posten sollen.





Der erste Beitrag in diesem Jahr erinnert an das zeitlose "Fairytale of New York" von den Pogues und Kirsty MacColl, was ja schon mal keine schlechte Referenz ist. Die neue Band mit dem wunderbaren Namen Prosecco Socialist besteht aus dem Ex-Beautiful-South-Gitarrist David Rotheray und seinem alten Spezl, der späte-Johnny-Cash-Reibeisenstimme Mike Greaves sowie Eleanor McEvoy und bietet als erste Single eine Working-Class-Hero-Antwort auf John Lennons ewige Frage "And so this is Christmas and what have you done?". Hauptsächlich waren da nämlich einige Drinks und die zarte Möglichkeit einer reifen Romanze. Ganz wunderbar.




In den gar nicht mal so unschuldigen 50er Jahren informierte Jimmy Butler auf ungeheuer groovende Art und Weise seine Herzdame: "Baby I wanna trim your tree." Und nur um das sexuelle Innuendo mit Zeilen, die mich auch 63 Jahre später noch erröten lassen, auf die Spitze zu treiben, setzt naughty Jimmy noch einen drauf:  "I'll bring along my hatchet/ My beautiful Christmas balls/ I'll sprinkle my snow up on your tree/ And hang my mistletoe on your wall". Ein herrlicher Song.




Die britische New-Wave-Band XTC war immer mehr Kritiker- als Publikumsliebling, wobei jeder der "Making Plans for Nigel" einmal gehört hat, sich eigentlich sofort in den Song verlieben müsste. 1983 veröffentlichte die Band unter dem passenden Pseudonym "Three Wise Men" ihre Weihnachtssingle "Thanks For Christmas", die aus irgendeinem Grund in englischen Kaufhäusern bis heute zum Standardgedudel im Dezember gehört, ansonsten aber eher obskur geblieben ist. Dabei bietet der Song einen wundervollen New-Wave-Twist zum glöckenseligen Durchschnitts-Weihnachtssong und einen sehr eingängigen Refrain, den man zugegebenermaßen ungefähr nach der Hälfte des Songs liebt oder hasst. Und jetzt alle: Thaaaaanks for Chriiiistmas.....




Das Ballett "Der Nussknacker" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski spielt am Weihnachtsabend und wird für gewöhnlich auch vornehmlich in der Weihnachtszeit aufgeführt - aus diesem Grund findet sich die ultimativ rockende Cover Version des Marsches der Zinnsoldaten von B. Bumble & The Stingers (!) aus dem Jahr 1962 auch ganz zurecht bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi. Da schwingt das weihnachtliche Tanzbein!