So, 2015 hätten wir auch wieder rum. Höchste Zeit für einen Rückblick auf die Dinge des Jahres, die wirklich wichtig waren: Songs und Filme. Sowohl die musikalischen als auch die cineastischen Highlights des zurückliegenden Jahres werden hier bei adlerkuss heute und in den nächsten Tagen nochmal in ungeheuer subjektiven Top-10-Listen vorgestellt . Los geht es mit den besten Liedern des Vorjahrs, ausgewählt sind die Songs jedoch wieder mit dem Vorbehalt, keine Lieder zu verwenden, die auf einem der meiner bescheidenen Meinung nach zehn besten Alben des Jahres zu finden sind. Mithilfe dieser nerdigen Spielregel ist es deutlich leichter, versteckte Perlen und Einzelveröffentlichungen zu ihrer wohlverdienten Erwähnung kommen zu lassen. Hier nun also Platz 10-6 der besten Songs des Jahres, die nicht gleichzeitig auf einem der zehn besten Alben des Jahres 2015 enthalten sind:
10. Miley Cyrus – Karen Don't Be Sad
Abrissbirnensitzerin Miley hat im Herbst an ihrer Plattenfirma vorbei zusammen mit den Flaming Lips und anderen Gästen das überlange Album "& Her Dead Petz" auf Soundcloud veröffentlicht. Ebenso wie Frau Cyrus überhaupt oszilliert auch die epische 23-Track-Liedersammlung zwischen sympathischer Ich-mach-was-ich-will-Attitüde und anstrengendem Was-bin-ich-nicht provokativ-Gepose. Zwischen seltsamen Experimenten und unausgegorenen Songskizzen verbergen sich jedoch einige Songperlen, allen voran Miley's pychedelisch trippige Hey-Jude-Variante "Karen Don't Be Sad", die herzergeifend hymnisch und versponnen zugleich an das wohl beste Flaming-Lips-Lied "Do You Realize?" erinnert.
Hier die Studioversion.
9. Rose McGowan - RM 486
RM 486 beginnt als düsteres Pianogeflüster, fast so als würde Kylie Minogue den Soundtrack zu Twin Peaks singen, steigert sich jedoch sukzessive zu einem gar tanzbaren Elektropophauch. Einen feinen Sound hat Schaupielerin und Charmed-Hexe Rose McGowan da gezaubert...
8. Rihanna, Kanye West & Paul McCartney - FourFiveSeconds
Einen reduzierten, nahezu akustischen Folk-Pop-Song wie diesen hatte man von einer Kollaboration von Yeezus und dem Only Girl in the World sicher nicht erwartet und doch darf Rihanna hier stimmlich auf der Höhe wie selten gänzlich unverzerrt glänzen, Ye steuert etwas ungelenk ein paar nicht gerappte, sondern gesungene Zeilen bei und kein geringerer als Sir Paul persönlich zupft im Hintergrund die Gitarre. Einfach und einfach gut - das macht sogar für mehr als vier oder fünf Sekunden gute Laune.
7. Seiler & Speer: Ham kummst
Der trotz Wanda und Bilderbuch schönste österreichische Popsong des Jahres stammt von Seiler & Speer, denen im modernen Soul-Pop-Gewand eine augenzwinkernde, an den EAV-Klassiker "Morgen" erinnernde Ballade über einen Säufer mit gelinde gesagt unzufriedener Ehefrau gelingt. Urleiwand!
6. Carly Rae Jepsen: Running Away With Me
Die poptastischste Nummer des Jahres stammt von Carly Rae Jepsen. Mit 80s-Groove, einem irren Dudelsack-Horn-Trumpeten-Intro bzw. -Loop und einem insgesamten Sound zwischen M83 und Taylor Swifts 1989 stürmt CRJ aus Kanada sowohl Dancefloors als auch Herzen.
Die Plätze 5 bis 1 folgen dann morgen!
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Dienstag, 5. Januar 2016
Top 10 Lieder 2015: Platz 10-6
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Samstag, 18. Januar 2014
Top 10 Lieder 2013: Platz 5-1
Kommen wir nun zu adlerkuss' Glanzlichtern, den Dauerrotationskandidaten, ja gar den absoluten Gehörgangsschmeichlern aus dem Vorjahr. Hier sind die besten 5 Songs 2013 (die nicht auf einem der 10 besten Alben 2013 erschienen sind)!
5. Paul McCartney: New
Der Titelsong aus Paul McCartneys 47. postpilzkopfschem Album ist ein fröhlich groovend harmonieseeliger Track, der von Produktionstausendsassa Mark Ronson schick arrangiert wurde und dem Cembalo seltene Prominenz in der Popmusik verschafft. Klingt wie ein gutes Stück von Belle & Sebastian oder, naja, den Beatles. Und was bitte schön will man mehr?
4. David Bowie: Where Are We Now?
Der nächste Senior in dieser Liste veröffentlichte am 8. Januar 2013, seinem 66. Geburtstag, mit "Where Are We Now?" die erste Single aus seinem ersten Album nach 10 Jahren Pause. Nostalgisch reminisziert Bowie in der getragenen Ballade seine Zeit in Berlin in den 70ern zwischen Potsdamer Platz, Nürnberger Straße und Börsenbrücke, verhandelt aber nebenbei auch noch seine eigene Sterblichkeit. "Where Are Now?" ist ein fragiles und sehr berührendes Stück Musik und spätestens das majestätisch marschierende Schlagzeug und die beschwörenden letzten Zeilen machen Gänsehaut: "As long as there's fire/ As long as there's me / As long as there's you."
David Bowie -- Where Are We Now? - MyVideo
3. Robbie Williams: Swings Both Ways
Über Robbie Williams gleichnamiges zweites Swing-Album wurde hier auf adlerkuss ja ausführlicher gesprochen. Der Titelsong, ein herrlich schmissiges Duett im Bigband-Sound mit dem wunderbaren Rufus Wainwright brilliert neben mitreißender Ohrwurmhaftigkeit des Refrains vor allem auch mit dem augenzwinkernd kokettierenden Text. Rufus und Robbie croonen sich hörbar gut gelaunt durch Zeilen wie "happy people don't have sex", "let's get high with some fruit cake" und natürlich "face it Robbie, you're a little bit gay." Ein herrliches Vergnügen.
2. Placebo: Too Many Friends
Ein nicht eben positives Verhältnis zu sozialen Netzwerken offenbaren Placebo in ihrer sehr eingängigen, im positivsten Sinne des Wortes radiotauglichen ersten Single aus ihrem siebten Album "Loud Like Love". Im Refrain des hymnischen Indierocksongs mit fein ansteigender Dynamik erklärt Sänger Brian Molko uns die Facebook-Krux: "I’ve got too many friends / Too many people / That I’ll never meet / That I’ll never be there for". Nicht verpassen sollte man hier auch das Musikvideo, vermutlich der beste Clip des Jahres überhaupt!
Placebo -- Too Many Friends - MyVideo
1. Emeli Sandé & Rick Smith: Here It Comes
Der Song des Jahres 2013 stammt von Emeli Sandé und und ist eine Kollaboration mit Rick Smith, einer Hälfte des Elektro-Duos Underworld ("shouting lager lager lager") für den Soundtrack zu Danny Boyles cleveren Thriller "Trance" und in eine Trance der Verzückung kann einen auch das Lauschen des Songs bringen. Smith seinerseits hatte als musikalischer Direktor der Eröffnungs- und der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2012 ja bereits seine elektronischen Beats, Sounds und Loops perfekt auf Sandés engelsgleiche Stimme abgestimmt und somit dafür gesorgt, dass Sandés Auftritte dort glänzende Höhepunkte waren und ebendiese Kombination finden wir auch im träumerisch-schwelgerischen "Here It Comes". Vom intimen Beginn, wenn Sandes gehauchter Gesang noch zerbrechlich daherkommt, steigert sich der Song mit Beat, elektronischen Klangteppichen, analogen Trommeln und zuletzt gar Bläsereinsatz zu einem euphorisierenden Hymnus im Breitbildformat.
5. Paul McCartney: New
Der Titelsong aus Paul McCartneys 47. postpilzkopfschem Album ist ein fröhlich groovend harmonieseeliger Track, der von Produktionstausendsassa Mark Ronson schick arrangiert wurde und dem Cembalo seltene Prominenz in der Popmusik verschafft. Klingt wie ein gutes Stück von Belle & Sebastian oder, naja, den Beatles. Und was bitte schön will man mehr?
4. David Bowie: Where Are We Now?
Der nächste Senior in dieser Liste veröffentlichte am 8. Januar 2013, seinem 66. Geburtstag, mit "Where Are We Now?" die erste Single aus seinem ersten Album nach 10 Jahren Pause. Nostalgisch reminisziert Bowie in der getragenen Ballade seine Zeit in Berlin in den 70ern zwischen Potsdamer Platz, Nürnberger Straße und Börsenbrücke, verhandelt aber nebenbei auch noch seine eigene Sterblichkeit. "Where Are Now?" ist ein fragiles und sehr berührendes Stück Musik und spätestens das majestätisch marschierende Schlagzeug und die beschwörenden letzten Zeilen machen Gänsehaut: "As long as there's fire/ As long as there's me / As long as there's you."
David Bowie -- Where Are We Now? - MyVideo
3. Robbie Williams: Swings Both Ways
Über Robbie Williams gleichnamiges zweites Swing-Album wurde hier auf adlerkuss ja ausführlicher gesprochen. Der Titelsong, ein herrlich schmissiges Duett im Bigband-Sound mit dem wunderbaren Rufus Wainwright brilliert neben mitreißender Ohrwurmhaftigkeit des Refrains vor allem auch mit dem augenzwinkernd kokettierenden Text. Rufus und Robbie croonen sich hörbar gut gelaunt durch Zeilen wie "happy people don't have sex", "let's get high with some fruit cake" und natürlich "face it Robbie, you're a little bit gay." Ein herrliches Vergnügen.
2. Placebo: Too Many Friends
Ein nicht eben positives Verhältnis zu sozialen Netzwerken offenbaren Placebo in ihrer sehr eingängigen, im positivsten Sinne des Wortes radiotauglichen ersten Single aus ihrem siebten Album "Loud Like Love". Im Refrain des hymnischen Indierocksongs mit fein ansteigender Dynamik erklärt Sänger Brian Molko uns die Facebook-Krux: "I’ve got too many friends / Too many people / That I’ll never meet / That I’ll never be there for". Nicht verpassen sollte man hier auch das Musikvideo, vermutlich der beste Clip des Jahres überhaupt!
Placebo -- Too Many Friends - MyVideo
1. Emeli Sandé & Rick Smith: Here It Comes
Der Song des Jahres 2013 stammt von Emeli Sandé und und ist eine Kollaboration mit Rick Smith, einer Hälfte des Elektro-Duos Underworld ("shouting lager lager lager") für den Soundtrack zu Danny Boyles cleveren Thriller "Trance" und in eine Trance der Verzückung kann einen auch das Lauschen des Songs bringen. Smith seinerseits hatte als musikalischer Direktor der Eröffnungs- und der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2012 ja bereits seine elektronischen Beats, Sounds und Loops perfekt auf Sandés engelsgleiche Stimme abgestimmt und somit dafür gesorgt, dass Sandés Auftritte dort glänzende Höhepunkte waren und ebendiese Kombination finden wir auch im träumerisch-schwelgerischen "Here It Comes". Vom intimen Beginn, wenn Sandes gehauchter Gesang noch zerbrechlich daherkommt, steigert sich der Song mit Beat, elektronischen Klangteppichen, analogen Trommeln und zuletzt gar Bläsereinsatz zu einem euphorisierenden Hymnus im Breitbildformat.
Dienstag, 3. Dezember 2013
adlerkussventskalender – Türchen 3: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (11)
Innerhalb der nächsten acht Tage präsentiert der adlerkussventskalender einen bunten musikalischen Strauß von festlichen Favoriten, passend zur milden Zeit der Großzügigkeit nicht nur zum Anhören, sondern auch immer gleich zum Herunterladen als mp3, sodass der geneigte und eifrig ladende Leser schon frühzeitig einen randvoll gepackten Weihnachtssampler sein eigen nennen kann.Noch was, öfter (=zweimal) wurde ich bereits nach dem herzallerliebsten Weihnachtssong aus der aktuellen Canon-Werbung gefragt: Der Song wurde hier schonmal erwähnt und es handelt sich um "All I Want For Christmas Is You" von den Yeah Yeah Yeahs. Per Klick hier könnt ihr auch darüber hinaus noch den Geist der vergangenen Weihnachtsmusis beschwören und die Songs der letzten Jahre (zum Teil) nochmal nachhören.
Das erste Liedchen der diesjährigen Kollektion stammt von Coconut Records, dem Musikprojekt des Schauspielers Jason Schwartzman (Darjeeling Limited, Moonrise Kingdom, jeder andere Film von Wes Anderson). It's Christmas ist eine glöckchenklingende, ironiefreie Liebeserklärung ans Weihnachtsfest und damit hier programmatisch als Opener genau richtig aufgehoben.
Augenzwinkernd eine leicht romantisch-erotische Laune während der Festtage besingt die kanadische TV-Legende Juliette in ihrer swingenden Version von "That Holiday Feeling" aus dem Jahr 1968. Und wer würde diesen einleuchtenden Zeilen widersprechen wollen: "Let's kiss cause it's the season, dear / Let's kiss who needs a reason, dear".
Zu Weihnachten sieht der Regen in London wie Schnee aus, behauptet die Londoner Indie-Rock-Band "Butterflies on Strings" in der ergreifenden Ballade "Looks Like Snow" - nur um bereits kurze Zeit später zuzugeben, dass dies gelogen sei und gar mehr noch: "Christmas is a lie that we love to share" wird da behauptet. Bah, Humbug – aber dennoch ein wunderschöner Song. Die Band hat sich inzwischen leider getrennt und als Abschiedsgeschenk kann auch der Rest der Diskografie kostenlos bei Bandcamp heruntergeladen werden. Fans der frühen Coldplay, der Shins oder von Death Cab For Cutie sollten durchaus mal reinhören!
Paul McCartneys Weihnachtsweise "Wonderful Christmastime" gilt oft als nur sehr schwer verdauliche Weihnachtsspezialität. Die Coverversion der New Yorker Band Ex Cops hingegen täuscht zwar anfangs noch eine große Werktreue vor, rockt aber mit dem Refrain gar mächtig launebereitend los und verzichtet nervenschonend auf das bei diesem Song berüchtigte McCartneysche Keyboardgeklimper, sodass wir aus voller Kehle mitsingen können: "...simply having a wonderful christmastime!"
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Sonntag, 28. Oktober 2012
50 Jahre Bond, James Bond: Die 5 besten Bond-Songs aller Zeiten
Die von fleißigen Grafikdesignern hübsch gestalteten und in nahezu allen Fällen von einem beeindruckenden Liedlein untermalten Vorspannsequenzen gehören zu den Kultelementen der Bond-Reihe. Hier nun die fünf herausragendsten Exemplare aus den bisherigen 21 Bond-Songs: in subjektiver Reihung
5. Tina Turner: GoldenEye (aus "GoldenEye, 1995)
Der Titelsong zum ersten Bond mit Pierce Brosnan ist ein kraftvolles, shirleybasseyeskes Stück Musik, in dem Interpretin Tina Turner ihre Stimmgewalt spielen lässt und auch die Produktion des von Bono und The Edge von U2 geschriebenen Songs alle Register des groß orchestrierten bombastischen Bond-Sounds zieht. Einer der seltenen Fälle wo ein Song so manche seiner direkten Vorbilder hinter sich lässt.
4.Carly Simon: Nobody Does It Better (aus "Der Spion, der mich liebte", 1977)
In Anlehnung an Carly Simon's größten Hit "You're so Vain", kann man James Bond (in diesem Fall Sir Roger Moore) ganz bestimmt keine Eitelkeit vorwerfen, wenn er glaubt, in diesem Song ginge es um ihn. Von den eröffnenden Klaviertönen an ist diese zauberhafte Ballade eine große Liebeserklärung, wenn auch ein gewisses Bedauern darüber mitschwingt, dass eben kein anderer so toll ist, wie "the spy who loved me". Ein herrlicher Ohrwurm.
3. Nancy Sinatra: You Only Live Twice (aus "Man lebt nur zweimal", 1967)
Der fünfte Bond "Man lebt nur zweimal" spielt zu einem guten Teil in Japan, wo Bond Connery es erneut mit dem sich unter dem Namen Guntram Shatterhand (!) im Verborgenen haltenden Blofeld zu tun bekommt und ein gewisser fernöstlicher Touch prägt auch den Titelsong. Nancy Sinatra singt den ursprünglichem ihrem Papa Frank angebotenen Song mit Klasse und Verve. Aus der den Song eröffnenden hohen Violinenfigur, die zu einem klassischen Bondelement wurde, hat Robbie Williams 32 Jahre später in einem großen Stück Recyclekunst noch seinen Hit "Millennium" samt an Bond gemahnendem Video gestrickt.
2. Shirley Bassey: Goldfinger (aus "Goldfinger", 1964)
Angefangen von den orchestralen ersten Klängen mit dem um sein Leben blasenden Bläsersatz ist "Goldfinger" ein großes Stück Musik, das zum größten Erfolg für Interpretin Soulröhre Dame Shirley Bassey werden sollte, die danach gar noch zwei weitere Male für Bond trällerte. Auch der prominente Einsatz des originalen Bond-Themas, der im Song einen Tempowechsel einläutet und so zum enormen Schwung des Liedes beiträgt, ist ein echt genialer Zug des klassischen Bond-Komponisten John Barry.
1. Paul McCartney & Wings: Live and Let Die (aus "Live and Let Die", 1973)
Sir Paul McCartneys Beitrag zur Bond-Reihe war der erste 007-Song, der für den Oscar nominiert wurde und war außerdem bis Casino Royales "You Know My Name" der rockigste Track aller Bonds-Songs. Den besonderen Reiz und herausragenden Groove machen hier natürlich der bombastische erste Einsatz des Orchesters im Refrain und die zahlreichen Tempowechsel aus. Außerdem fasst McCartney James Bonds Arbeitsethos textlich kurz und brillant zusammen: "When you've got a job to do, you gotta do it well: you gotta give the other fellow hell!"
5. Tina Turner: GoldenEye (aus "GoldenEye, 1995)
Der Titelsong zum ersten Bond mit Pierce Brosnan ist ein kraftvolles, shirleybasseyeskes Stück Musik, in dem Interpretin Tina Turner ihre Stimmgewalt spielen lässt und auch die Produktion des von Bono und The Edge von U2 geschriebenen Songs alle Register des groß orchestrierten bombastischen Bond-Sounds zieht. Einer der seltenen Fälle wo ein Song so manche seiner direkten Vorbilder hinter sich lässt.
4.Carly Simon: Nobody Does It Better (aus "Der Spion, der mich liebte", 1977)
In Anlehnung an Carly Simon's größten Hit "You're so Vain", kann man James Bond (in diesem Fall Sir Roger Moore) ganz bestimmt keine Eitelkeit vorwerfen, wenn er glaubt, in diesem Song ginge es um ihn. Von den eröffnenden Klaviertönen an ist diese zauberhafte Ballade eine große Liebeserklärung, wenn auch ein gewisses Bedauern darüber mitschwingt, dass eben kein anderer so toll ist, wie "the spy who loved me". Ein herrlicher Ohrwurm.
3. Nancy Sinatra: You Only Live Twice (aus "Man lebt nur zweimal", 1967)
Der fünfte Bond "Man lebt nur zweimal" spielt zu einem guten Teil in Japan, wo Bond Connery es erneut mit dem sich unter dem Namen Guntram Shatterhand (!) im Verborgenen haltenden Blofeld zu tun bekommt und ein gewisser fernöstlicher Touch prägt auch den Titelsong. Nancy Sinatra singt den ursprünglichem ihrem Papa Frank angebotenen Song mit Klasse und Verve. Aus der den Song eröffnenden hohen Violinenfigur, die zu einem klassischen Bondelement wurde, hat Robbie Williams 32 Jahre später in einem großen Stück Recyclekunst noch seinen Hit "Millennium" samt an Bond gemahnendem Video gestrickt.
2. Shirley Bassey: Goldfinger (aus "Goldfinger", 1964)
Angefangen von den orchestralen ersten Klängen mit dem um sein Leben blasenden Bläsersatz ist "Goldfinger" ein großes Stück Musik, das zum größten Erfolg für Interpretin Soulröhre Dame Shirley Bassey werden sollte, die danach gar noch zwei weitere Male für Bond trällerte. Auch der prominente Einsatz des originalen Bond-Themas, der im Song einen Tempowechsel einläutet und so zum enormen Schwung des Liedes beiträgt, ist ein echt genialer Zug des klassischen Bond-Komponisten John Barry.
1. Paul McCartney & Wings: Live and Let Die (aus "Live and Let Die", 1973)
Sir Paul McCartneys Beitrag zur Bond-Reihe war der erste 007-Song, der für den Oscar nominiert wurde und war außerdem bis Casino Royales "You Know My Name" der rockigste Track aller Bonds-Songs. Den besonderen Reiz und herausragenden Groove machen hier natürlich der bombastische erste Einsatz des Orchesters im Refrain und die zahlreichen Tempowechsel aus. Außerdem fasst McCartney James Bonds Arbeitsethos textlich kurz und brillant zusammen: "When you've got a job to do, you gotta do it well: you gotta give the other fellow hell!"
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Montag, 18. Juni 2012
Alles Gute! adlerkuss gratuliert Sir Paul McCartney zum 70. Geburtstag
James Paul McCartney wurde am 18. Juni 1942 in Liverpool geboren. Kurz nach seinem 15. Geburtstag lernte er bei einem Kirchenfest in einem Vorort einen gewissen John Lennon kennen – der Rest ist Musikgeschichte. Auch nach dem Ende der größten Band aller Zeiten im Jahr 1970 blieb McCartney mit den Wings und auch solo immer aktiv und erweiterte das ja sowieso schon aberwitzig großes Spektrum von Hits aus seiner Feder ("Yesterday", "Let It Be", "Hey Jude" etc. etc. etc.) um weitere Geniestreiche der Populärmusik wie "Live and Let Die" und "Hope of Deliverance". Außerdem scheute Sir Paul auch nie Experimente und nahm nicht nur zusammen mit dem Produzenten Youth clevere experimentelle Ambient-Elektronikamusik auf, sondern schrieb auch Symphonien, Oratorien (ganz hervorragend: "Ecce Cor Meum" aus dem Jahr 2006) und im vergangenen Jahr sein erstes Ballett.
Auch live weiß Macca immer noch zu überzeugen und die auf das Publikum überspringende unbändige Spielfreude vom wohl bekanntesten Linkshänder Welt und seiner Band ist und bleibt einfach mitreißend.
Ob la di Ob la da, life goes on: Sir Paul McCartney wird am heutigen Montag 70 Jahre alt.
Zur Feier des Tages gibt es hier ein knapp einstündiges Konzert im intimen Rahmen, das Paule 2005 in den Abbey Road Studios gab und als Zugabe noch der triumphale Abschluss des Konzerts zum Thronjubiläum der Queen Anfang dieses Monats. Dear Sir Paul, thanks for making our lives better, better, better, better, better aaah.. naaa, naa naa nanana naa...
Auch live weiß Macca immer noch zu überzeugen und die auf das Publikum überspringende unbändige Spielfreude vom wohl bekanntesten Linkshänder Welt und seiner Band ist und bleibt einfach mitreißend.
Ob la di Ob la da, life goes on: Sir Paul McCartney wird am heutigen Montag 70 Jahre alt.
Zur Feier des Tages gibt es hier ein knapp einstündiges Konzert im intimen Rahmen, das Paule 2005 in den Abbey Road Studios gab und als Zugabe noch der triumphale Abschluss des Konzerts zum Thronjubiläum der Queen Anfang dieses Monats. Dear Sir Paul, thanks for making our lives better, better, better, better, better aaah.. naaa, naa naa nanana naa...
Donnerstag, 16. Februar 2012
Musik im TV: The Kills, Lana del Ray and Sir Paul McCartneys grandioses Finale bei den Grammys!
Im Laufe der letzten Woche gab es wieder mal einige exquisite musikalische Darbietungen im US-Fernsehen, die man sich als Musikliebhaber mal zu Gemüte geführt haben sollte.
The Kills spielten bei David Letterman ihre Ballade "The Last Goodbye" aus dem letztjährigen Album Blood Pressures. Sphärisch Klänge aus Mr. Kate Moss Jamie Hinces leicht verstimmt klingendem Keyboard (wie auch immer ein Keybord zu verstimmen ist – indem man es ärgert?) und Alison Mossharts wunderbare Stimme genügen hier um eine traumhaft hypnotisch düstere Atmosphäre zu erzeugen, ein Song wie geschaffen für den Soundtrack zu einem Film von David Lynch. Das offizielle Video zu "The Last Goodbye" ist auch sehr nett und grimassenreich.
Meine Freude an Lana del Ray habe ich ja schon Ende letzten Jahres kundgetan. Die bis dato wohl schönste Darbietung ihrer Überhits "Video Games" lieferte del Rey Anfang dieser Woche in Jimmy Kimmels Late Night Show. Wie immer zurückhaltend und gar verletzlich wirkend, jedoch (nicht wie immer) stimmlich sehr stark und barfuß im kleinen Weißen auch adrett anzusehen haucht Miss del Rey zärtlich ins Mikrofon und variiert auch noch das Ende des Songs auf durchaus gelungene Art und Weise.
Sonntag Nacht wurden in Los Angeles zwischen zahlreichen Werbeblöcken immer mal wieder ein paar Musikpreise vergeben und diverse Liveauftritte gab es bei den Grammys natürlich auch. Verlief die mit Spannung erwartete Wiedervereinigung der Beach Boys noch etwas blutleer und an den bunten Abend auf einer Rentnerkreuzfahrt erinnernd, wusste ein anderer Oldie mehr zu überzeugen: Sir Paul McCartney croonte zunächst seinen lauschig-loungigen aktuellen Song "My Valentine" und trat dann zum krönenden Abschluss der Gala mit dem Medley "Golden Slumbers-Carry That Weight-The End" aus dem Beatles-Album Abbey Road noch ein zweites Mal auf. Als ob das nicht großartig genug gewesen wäre, kamen dann für einen mitreißenden Gitarrenjam auch noch recht hochkarätige Gäste auf die Bühne: Bruce Springsteen, Dave Grohl, Ex-Eagle und Gitarristenlegende Joe Walsh sowie Sir Paul und Band gniedelten auf ihren Klampfen was das Zeug hielt und hatten sichtlich Spaß dabei. Einfach fantastisch!
The Kills spielten bei David Letterman ihre Ballade "The Last Goodbye" aus dem letztjährigen Album Blood Pressures. Sphärisch Klänge aus Mr. Kate Moss Jamie Hinces leicht verstimmt klingendem Keyboard (wie auch immer ein Keybord zu verstimmen ist – indem man es ärgert?) und Alison Mossharts wunderbare Stimme genügen hier um eine traumhaft hypnotisch düstere Atmosphäre zu erzeugen, ein Song wie geschaffen für den Soundtrack zu einem Film von David Lynch. Das offizielle Video zu "The Last Goodbye" ist auch sehr nett und grimassenreich.
Meine Freude an Lana del Ray habe ich ja schon Ende letzten Jahres kundgetan. Die bis dato wohl schönste Darbietung ihrer Überhits "Video Games" lieferte del Rey Anfang dieser Woche in Jimmy Kimmels Late Night Show. Wie immer zurückhaltend und gar verletzlich wirkend, jedoch (nicht wie immer) stimmlich sehr stark und barfuß im kleinen Weißen auch adrett anzusehen haucht Miss del Rey zärtlich ins Mikrofon und variiert auch noch das Ende des Songs auf durchaus gelungene Art und Weise.
Sonntag Nacht wurden in Los Angeles zwischen zahlreichen Werbeblöcken immer mal wieder ein paar Musikpreise vergeben und diverse Liveauftritte gab es bei den Grammys natürlich auch. Verlief die mit Spannung erwartete Wiedervereinigung der Beach Boys noch etwas blutleer und an den bunten Abend auf einer Rentnerkreuzfahrt erinnernd, wusste ein anderer Oldie mehr zu überzeugen: Sir Paul McCartney croonte zunächst seinen lauschig-loungigen aktuellen Song "My Valentine" und trat dann zum krönenden Abschluss der Gala mit dem Medley "Golden Slumbers-Carry That Weight-The End" aus dem Beatles-Album Abbey Road noch ein zweites Mal auf. Als ob das nicht großartig genug gewesen wäre, kamen dann für einen mitreißenden Gitarrenjam auch noch recht hochkarätige Gäste auf die Bühne: Bruce Springsteen, Dave Grohl, Ex-Eagle und Gitarristenlegende Joe Walsh sowie Sir Paul und Band gniedelten auf ihren Klampfen was das Zeug hielt und hatten sichtlich Spaß dabei. Einfach fantastisch!
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