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Donnerstag, 24. Dezember 2020

adlerkuss wartet aufs Christkind: Loriots Klassiker "Weihnachten bei Hoppenstedts" und der letzte Teil von adlerkuss' Hörbuch zu Charles Dickens' "Weihnachtslied"

Eine der absoluten Stern(halb)stunden des deutschen Fernsehhumors läuft heute insgesamt viermal, in der ARD gar im Double Feature mit der fast so legendären Weihnachtsfolge von Familie Heinz Becker: Der große Loriot lässt in perfekter Dialogregie und mit minutiösem Blick fürs Detail Opa Hoppenstedt ein Geschenk für seinen Enkel (oder seine Enkelin?) kaufen, während Frau Hoppenstedt Besuch von einem Vertreter für Einhandsaugbläser der Firma Heinzelmann ("Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann!") bekommt, bevor es sich die Familie dann am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum ("grün und umweltfreundlich!") gemütlich macht. Die anderen Segmente der Episode fallen im Vergleich etwas ab, sind aber dennoch das eine oder andere Schmunzeln wert.

Wer zu den Sendeterminen keine Zeit hat (beispielsweise, weil sich es die Familie zu dem Zeitpunkt gerade gemütlich macht, Geschenke auspackt oder die Weihnachtssendung im dritten Programm ansieht), kann sich "Weihnachten bei Hoppenstedts" auch hier zum festlichen Gemüte führen.

Sogar noch festlicher ist das herzerwärmende, große Finale von adlerkuss' Hörbuch zu Charles Dickens "Weihnachtslied" - unbedingt anhören. 

Viel Vergnügen und ein friedliches, frohes Weihnachtsfest allerseits!


Mittwoch, 23. Dezember 2020

Chilly Gonzales' Weihnachtsspecial "A Very Chilly Christmas" und der vierte Teil von adlerkuss' erstem Hörbuch zu Charles Dickens' "Weihnachtslied"

Piano-Virtuose Chilly Gonzales war vor einigen Jahren schon einmal im Zuge von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi erwähnt worden, 2020 hat er nun sein erstes Weihnachtsalbum veröffentlicht und außerdem im Zusammenarbeit mit arte ein eigenes Weihnachts-TV-Special "A Very Chilly Christmas" produziert - natürlich eine Hommage an dieses ganz eigene, klassische TV-Genre zwischen Kitsch und wohlig weihnachtlichen Klängen. Und ebenso wie Bill Murray in "A Very Murray Christmas" vor 5 Jahren bei Netflix gelingt auch Chilly Gonzales ein allzu große Zuckrigkeit vermeidendes Kleinod voller Gaststars - bei Chilly glänzen vor allem Feist und der ja pauschal immer wunderbare Jarvis Cocker, die beide auch schon auf dem Album mit dabei sind. Die gereimten Dialogpassagen in der Rahmenhandlung zwischen Alison Wheeler als Santa Claus und Chilly Gonzales als dessen Psychiater sind teilweise etwas mühsam, die Musik entschädigt jedoch absolut:



Mehr darüber, was für ungeheuerliche Dinge der alte Geizhals Ebenezer Scrooge in Charles Dickens' legendärer Christmas Carol in der Weihnachtsnacht erlebt, hört ihr in adlerkuss' erstem Hörbuch in Fortsetzungen - vier von fünf Teilen sind bereits online. Das große, herzerwärmende Finale folgt dann am Vormittag des 24. Dezembers, um euch das Warten aufs Christkind zu verkürzen. Viel Vergnügen!

Sonntag, 20. Dezember 2020

Harald Lesch erklärt warum wir Weihnachten am 24. Dezember feiern und weitere Teile von adlerkuss' erstem Hörbuch zu Charles Dickens' "Weihnachtslied"

 Hatte Marias Gynäkologe den 24. Dezember als Geburtstermin ausgerechnet? Waren wegen der Weihnachtsferien keine Betten in den Hotels von Bethlehem mehr frei? Und wie kommen wir überhaupt darauf, den 24. Dezember als Datum der Geburt Jesu Christi zu behaupten?

In seiner bekannt launigen Art erläutert Physikprofessor und TV-Erklärbär Harald Lesch genau diese letzte Frage: Warum ist Weihnachten am 24. Dezember? 


Mehr darüber, was für ungeheuerliche Dinge der alte Geizhals Ebenezer Scrooge in Charles Dickens' legendärer Christmas Carol in der Weihnachtsnacht erlebt, hört ihr in adlerkuss erstem Hörbuch in Fortsetzungen - drei von fünf Teilen sind bereits online. "Der letzte Geist" folgt am 22. Dezember, "Das Ende" dann am Vormittag des 24. Dezembers, um euch das Warten aufs Christkind zu verkürzen. Viel Vergnügen!

Mittwoch, 16. Dezember 2020

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (26)


Für die letzte Adventswoche und die musikalische Untermalung des Weihnachtsfests gibt es heute noch einmal fünf weitere festliche Songperlen. Natürlich sind auch die neuen Songs aus diesem Jahr falls verfügbar auf der ultimativen Spotify-Playlist ergänzt.

Der vermutlich beste neue Weihnachtssong von 2020 ist "Christmas, Man" von New Ron, der ungeheuerlich glöckchenseelig die klassische Weihnachtsstimmung beschwört und dabei im Sound an sonnigen Westcoast-Poprock der 60er und 70er Jahre erinnert. Und natürlich haben die beiden Herrn von New Ron sehr recht, wenn sie den weihnachtlichen Geist im Refrain förmlich beschwören:

Christmas, man, we need you even more this year!




Indie-Tausendsassa Sufjan Stevens (dessen faszinierendes Gesamtwerk man hier kostenlos hören kann!) hat mit den Sammlungen "Songs for Christmas" von 2006 und dem teilweise sehr abgespaceden "Silver & Gold" 2012 stolze 100 (!) Weihnachtslieder veröffentlicht, da darf es nicht wundern, dass er hier auch bereits zum wiederholten Male Erwähnung findet. In "Barcarola (You Are A Christmas Tree)" geht es  um eine dysfunktionale Beziehung vor dem Hintergrund von Schnee und Weihnachtszeit. Trotz des     wunderbaren weihnachtlichen Kompliments You must be a Christmas tree (...) You light up the room     bleibt dem Erzähler nur die traurige und herzzerreißende Einsicht: You said you needed me /
But I know that you needed yourself to be cleaned of me. Der exaltierte Sound des Songs mit Steigerungvom sanften Gitarrengezupfe bis zum vollen Bandgetöse samt Chorgesang spiegelt das emotionale       Spektrums des Songs und vermutlich auch des Weihnachtsfestes an sich wunderbar wieder.



Das Rock'n'Roll-Stück "Santa Bring My Back Back to Me" erschien erstmals 1957 auf Elvis Presleys erstem Weihnachtsalbum und ist seinem Hit "Teddy Bear" aus demselben Jahr wie aus dem felligen Haar geschnitten. In Eleanor Friedbergers Coverversion von 2013 wird die leichtfüßige Rock'n'Roll-Atmosphäre mit der titelgebenden Bitte um die Rückkehr des oder der Geliebten durch eine düster-unheimlich Coda ergänzt: Hier wird die Titelzeile nun von exotische Rhythmen und flirrend-groovy Orgelklängen wie ein Mantra immer wieder wiederholt, sodass hier plötzlich wahnhafte Besessenheit oder gar dunkle Rituale ebenfalls wie eine Option erscheinen.



Der geneigte Freund der weihnachtlichen Klänge hat es vielleicht geahnt, gehofft oder auch befürchtet: Auch nach mehrjähriger Abstinenz führt hier bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei.  Denn auch 35 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. In den deutschen Charts (ja, sowas gibt es noch) steht die Originalversion von "Last Christmas" aktuell auf Platz 2. Wir hören diesmal die erst vor zwei Wochen erschienene, herzlich rockende, aber den Geist der Vorlage durchaus Ernst nehmende Live-Variante von keiner geringeren als Miley Cyrus:



Noch einmal eine ganz andere Kategorie von Klassiker ist jedoch natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht" von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, das am Heiligabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt wurde. "Stille Nacht" gilt als das bekannteste Weihnachtslied überhaupt und wurde im Laufe der letzten fast 200 Jahren nicht nur von u.a. Elvis PresleyBing Crosby (der von "Silent Night" mit 15 Millionen die drittmeisten Singles der Musikgeschichte verkaufte) den Roten Rosen oder John Denver mit den Muppets gesungen, sondern auch und vor allem von Millionen unterm Weihnachtsbaum versammelten Familien auf der ganzen Welt. Die schwedische Indiepop-Musikerin Annika Norlin präsentiert 2018 nun nicht einfach nur eine weitere Variante des Über-Hits, sondern wählt quasi die Making-of-Perspektive und erzählt von Entstehung, Uraufführung und Wirkungsgeschichte von "Stille Nacht, heilige Nacht" - ein fantastischer Ansatz und ein wunderbarer Song:



Sonntag, 13. Dezember 2020

adlerkuss liest vor: Charles Dickens - "Weihnachtslied"

 

Charles Dickens' Erzählung vom garstigen Geizkragen Scrooge, der in einer einzigen Nacht durch die Besuche mehrerer Geister geläutert wird, gehört dank der schaurigen Atmosphäre, der leidenschaftlichen Sozialkritik sowie des bis in die Haarspitzen weihnachtsseeligen Happy Ends zu den populärsten Werken des englischen Schriftstellers und wurde im Dezember 1843 erstmals veröffentlicht.

Zu den unzähligen Adaptionen, Parodien, Verfilmungen und weiteren Verarbeitungen gesellt sich mit dem heutigen Tag eine weitere hinzu: Ich freue mich sehr, hier unter dem Rubrikenname "adlerkuss liest vor" erstmals ein eigenes Hörbuch anzupreisen:

adlerkuss liest eine ungekürzte Version von Charles Dickens' "Weihnachtslied" in der klassischen Übersetzung von Richard Zoozmann in Fortsetzungen. Heute gibt es die 1. Strophe "Marleys Geist", die weiteren Teile folgen dann in den nächsten Tagen vor dem Heiligen Abend. Viel Vergnügen!


Sonntag, 6. Dezember 2020

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (25)

 

Zum heutigen 2. Advent gibt es zum ersten Mal seit gut drei Jahren neue Weihnachtsmusi hier bei adlerkuss. Ein wahres weihnachtsmusikalisches Highlight, das diese Woche wohl nur noch von Mariah Carey's brandneuem Special auf Apple TV getoppt wird, das schon im Trailer sowas von drüber aussieht, dass ich es mir ganz gewiss anschauen muss - wofür gibt es schließlich Probe-Abos?


Im Matthäusevangelium heißt es über Maria an einer Stelle, dass sie einen Sohn gebären und ihm den Namen Immanuel geben wird. Von dieser Namensvariante ist sonst nirgends in der Bibel die Rede, sie schafft es allerdings in den Titel eines der bekanntesten kirchlichen Adventslieder. 1722 taucht "O komm, o komm, Immanuel!" das erste Mal in deutschsprachigen Gesangbücher auf und auch die englische Variante wird spätestens im 19. Jahrhundert sehr populär. Grundsätzlich würde man das Lied als nicht unbedingt prädestiniert für weihnachtliches Headbangen empfinden, dem kalifonischen Duett Magnuson gelang jedoch eine herrlich düstere, gitarrenlärmige Metal-Version von "O come o come Emanuel", die eben hierzu einlädt:



Das R'n'B-Trio The Emotions stellte 1973 in einem fantastischen Hit die sehr berechtigte Frage: What do the lonely do at Christmas? Anklänge von Jingle Bells in Moll, die herzzereißenden ersten Zeilen "Tis the season to be jolly, but how can I be if I have nobody?" und so viel Soul in den Stimmen machen den Song der späteren Grammy-Gewinner zu einem zu Unrecht selten gehörten Weihnachtsklassiker.


Die niederländische Combo Moon Moon Moon kontrastiert in ihrer gerade dieses Jahr erschienenen Festtagsballade den für Erwachsene verlorenen Zauber des Weihnachtsfestes aus Kindertagen mit den durchaus vorhandenen Vorzügen der "Adult Christmas", wie zum Beispiel "Talking about the news and being able to grasp abstract concepts and understanding lyrics from The National". Dem kann man kaum widersprechen.



Countrylegende Willie Nelson schrieb bereits 1963 für Roy Orbison eine berührende Ballade über einen armen, Geschenkpapier verkaufenden Straßenhändler und die ihn im Konsumwahn übersehenden Weihnachtseinkäufer. Besonders ans Herz geht der Song in dieser sehr reduzierten Fassung aus der Roy Orbison Show: 
 



And now for something completely different: Gwen Stefani hat dieses Jahr ein Weihnachtsalbum aufgenommen (und äußerst ungeduldig bereits im September veröffentlicht)! Neben den offensichtlichsten Klassikern wie White und Last Christmas gibt es auch ein paar eigene Songs zu hören, darunter auch das äußerst charmante Duett mit Countrysänger und Gwens aktuellem Herzbuben Blake Shelton, dessen Big-Band-Swing vor allem in Verbindung mit dem herrlichen Musikvideo wohl nur den allerschlimmsten Scrooges kein Lächeln ins Gesicht zaubert:

Dienstag, 1. Dezember 2020

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (24)

 

Es ist das Comeback, auf das keiner mehr gewartet hatte: Ich bin wieder hier, in meinem Revier. Der gelbe Adler, dem böse Zungen eine phänotypische Ähnlichkeit zu einer Ente oder einem Huhn zu unterstellen pflegen, küsst und fliegt wieder!

Heute vor zehn Jahren, am 1. Dezember 2010, gab es in diesem Blog den ersten Teil von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi zu lesen und zu hören. Dieses schöne Jubiläum nahm ich dieser Tage zum Anlass, um alle bisherigen 23 Teile zu prüfen und im Laufe der Jahre nicht mehr funktionierende Links und Streams anzupassen und zu korrigieren. 

Ich freue mich also sehr, euch zum Durchstöbern, Nachlesen und Nachhören aller insgesamt 114 (!) Songs im Weihnachtsmusi-A(dle)rchiv einladen zu können, die eine ungeheure Bandbreite vom gänzlich unbekannten Soundcloud/Bandcamp-Upload bis hin zu den absoluten Klassikern des Genres abbilden.

Vor zehn Jahren, als hier erstmals Weihnachtslieder gepostet wurden, war Spotify in Deutschland noch nicht einmal verfügbar. Als zusätzliches Schmankerl zum zehnjährigen Jubiläum von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi habe ich die 71 bei Spotify vorhandenen Songs der Sammlung nun aber auch erstmals dort in einer Playlist versammelt:


Diese Playlist wird selbstverständlich auch mit allen neuen weihnachtlichen Klängen aus den kommenden Beiträgen von diesem Jahr ergänzt werden. Denn vielleicht waren die beschwörenden Worte aus Jerry Hermans Weihnachtsklassiker aus dem Jahr 1966 nie so relevant und aktuell wie im Pandemiejahr 2020:

For we need a little music, need a little laughter,
Need a little singing ringing through the rafter
And we need a little snappy, happy ever after
We need a little Christmas now!

Sonntag, 24. Dezember 2017

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (23)


Gerade noch rechtzeitig zur Plätzchenessuntermalung am Nachmittag des Heiligen Abend hier noch einmal vier wunderbare Weihnachtsweisen bei adlerkuss.

Julia P. ist seit über 20 Jahren die Grand Dame der niederländischen Indie-Szene und veröffentlichte dieses Jahr mit "Christmas is Calling" eine glöckchenklingend schwingende Herzen erwärmende Weihnachtsnummer, die auch Weihnachthasser auf sehr pragmatische Art und Weise zu überzeugen versucht: "Look on the bright side / You get a few days off / an excuse to eat and drink as much as you like / just do what you want /  tradition's not a must / love the many gardens filled with lights". Ein kommender Klassiker!



Retro-Bariton Max Raabe und sein Palastorchester bieten auf ihrem Weihnachtsalbum durchgehend augenzwinkernd-nostalgischen Sound im Stil der 1920er Jahre. Besonders angetan hat es mir hier das doch sehr ungewöhnliche Arrangement des guten alten "Oh Tannenbaum" im Stile einer Mariachi-Band. "Wie grün sind deine Blätter, Donnerwetter!" Frohe Weihnacht, olé!




Selbst wenn der Wham!sche Evergreen dem einen oder anderen Musikfreund schon seit vielen vielen Weihnachtsfesten aus dem rotbemützten Halse hängt: Aus lieb gewordener Tradition führt auch in diesem Jahr bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei (selbst wenn es zunehmend schwer fällt, wirklich gute Versionen zu finden) . Denn auch ganze 34 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Natürlich ist der Klassiker von Wham! auch diesen Dezember mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und hat es dabei spielend in die Top 10 geschafft. Hier hören wir aber die sehr lässige und dennoch gefühlige Indierock-Version von Best Ex aus New Jersey:



Noch einmal eine ganz andere Kategorie von Klassiker ist jedoch natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht" von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, das am Heiligabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt wurde. "Stille Nacht" gilt als das bekannteste Weihnachtslied überhaupt und wurde im Laufe der letzten fast 200 Jahren nicht nur von üblichen Verdächtigen wie u.a. Elvis PresleyBing Crosby, den Roten Rosen oder John Denver mit den Muppets gesungen, sondern auch und vor allem von Millionen unterm Weihnachtsbaum versammelten Familien auf der ganzen Welt. Beschließen möchte ich adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi mit "Silent Night" in einer wundervoll groovenden, instrumentalen James-Last-in-cool Easy-Listening-Variante von The Limiñanas mit Pascal Comelade aus Frankreich. Ein frohes Fest allerseits!



Freitag, 22. Dezember 2017

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (22)

Vom Arbeitsstressgrinch aufgehalten, aber nicht besiegt, bringt euch adlerkuss auch im achten Jahr im Folge einen bunten Strauß weihnachtlicher Melodien. Schließlich will ich mir nicht irgendwann vom Geist der vergangenen Weihnacht vorführen lassen, was für alberne Dinge (wie zum Beispiel schlafen, essen, arbeiten) ich getan habe, wenn ich eigentlich den 21. Teil von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi hätte posten sollen.





Der erste Beitrag in diesem Jahr erinnert an das zeitlose "Fairytale of New York" von den Pogues und Kirsty MacColl, was ja schon mal keine schlechte Referenz ist. Die neue Band mit dem wunderbaren Namen Prosecco Socialist besteht aus dem Ex-Beautiful-South-Gitarrist David Rotheray und seinem alten Spezl, der späte-Johnny-Cash-Reibeisenstimme Mike Greaves sowie Eleanor McEvoy und bietet als erste Single eine Working-Class-Hero-Antwort auf John Lennons ewige Frage "And so this is Christmas and what have you done?". Hauptsächlich waren da nämlich einige Drinks und die zarte Möglichkeit einer reifen Romanze. Ganz wunderbar.




In den gar nicht mal so unschuldigen 50er Jahren informierte Jimmy Butler auf ungeheuer groovende Art und Weise seine Herzdame: "Baby I wanna trim your tree." Und nur um das sexuelle Innuendo mit Zeilen, die mich auch 63 Jahre später noch erröten lassen, auf die Spitze zu treiben, setzt naughty Jimmy noch einen drauf:  "I'll bring along my hatchet/ My beautiful Christmas balls/ I'll sprinkle my snow up on your tree/ And hang my mistletoe on your wall". Ein herrlicher Song.




Die britische New-Wave-Band XTC war immer mehr Kritiker- als Publikumsliebling, wobei jeder der "Making Plans for Nigel" einmal gehört hat, sich eigentlich sofort in den Song verlieben müsste. 1983 veröffentlichte die Band unter dem passenden Pseudonym "Three Wise Men" ihre Weihnachtssingle "Thanks For Christmas", die aus irgendeinem Grund in englischen Kaufhäusern bis heute zum Standardgedudel im Dezember gehört, ansonsten aber eher obskur geblieben ist. Dabei bietet der Song einen wundervollen New-Wave-Twist zum glöckenseligen Durchschnitts-Weihnachtssong und einen sehr eingängigen Refrain, den man zugegebenermaßen ungefähr nach der Hälfte des Songs liebt oder hasst. Und jetzt alle: Thaaaaanks for Chriiiistmas.....




Das Ballett "Der Nussknacker" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski spielt am Weihnachtsabend und wird für gewöhnlich auch vornehmlich in der Weihnachtszeit aufgeführt - aus diesem Grund findet sich die ultimativ rockende Cover Version des Marsches der Zinnsoldaten von B. Bumble & The Stingers (!) aus dem Jahr 1962 auch ganz zurecht bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi. Da schwingt das weihnachtliche Tanzbein!

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Freitag, 23. Dezember 2016

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (21)

Am Montag Abend wollte ich gerade beginnen, launige Zeilen für den zweiten diesjährigen und insgesamt schon 20. Teil von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi zu verfassen, als ich davon hörte, dass in Berlin weihnachtsfreudige Menschen auf einem Markt aus dem Leben gerissen worden waren - wie wir inzwischen wissen von einem ideologisch verblendeten hasserfüllten Mörder. Ich war an jenem Abend und den darauffolgenden Tagen  nicht in der Lage, hier die glöckchenklingende Weihnachtsharmonie zu beschwören. Mit einigen Tagen Abstand jedoch kann nichts anderes die Antwort sein als noch mehr Freiheit, Offenheit, Furchtlosigkeit, Liebe und Weihnachtssongs - und zwar jetzt erst recht.

Den "Jetzt erst recht" - Gedanken beschwören The Heathen and the Holy nach dem bereits vor Montag mit Brexitrump etc. eher schwierigen 2016 mit der trotzigen Zeile "it's been a year, a year to forget, let's have ourselves the best Christmas yet". Ein gospelinfiziertes, anrührendes, großartiges Vergnügen und genau der Song, den wir jetzt gebraucht haben.



Ich bin ja wirklich nicht gut mit Farben, aber dass Schneeflocken lila sein sollen, überrascht mich dann doch. Nicht so jedoch Motown-Legende Marvin Gaye, dessen wunderbarer Winter-Liebessong "Purple Snowflakes" von 1964 sexy, verträumt, glöckchensoulig und sträflicherweise nie im Radio zu hören ist.



Die meistverkaufte Single aller Zeiten ist das Weihnachtslied über den Traum einer weißen Weihnacht, das Irving Berlin im Jahr 1940 zu Papier gebracht hatte. Neben der "Originalversion" von Bing Crosby versuchten sich außer hunderten anderen auch  Elvis Presley, die Beach Boys, Bob Marley, Destiny's Child und sehr empfehlenswert auch Iggy Pop an der Nummer. Dieses Jahr erschien nun im wunderbaren und jedem Vinyl-Liebhaber, der sich hierher verirrt unbedingt ans Herz zu legenden Snowflakes Christmas Singles Club eine Version der amerikanischen Sängerin Hannah Epperson. So düster-melancholisch, unkitschig und wunderschön dürfte man den Song kaum einmal gehört haben. Außer vielleicht von Iggy Pop. 


Fürs Weihnachtsgeschäft 1955 wurde aus "Mr. Sandman", dem Superhit des Vorjahres, ganz schnell "Mr. Santa". Trotz dieses eiskalten Kalküls ist Dorothy Collins schmissige Ode an Santa ein Klassiker, der die Herzen zu Erwärmen versteht.



Selbst wenn der Wham!sche Evergreen dem einen oder anderen Musikfreund schon seit vielen vielen Weihnachtsfesten aus dem rotbemützten Halse hängt: Aus lieb gewordener Tradition führt auch in diesem Jahr bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei, selbst wenn es zunehmend schwer fällt, wirklich gute Versionen zu finden)  Denn auch ganze 32 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Natürlich ist der Klassiker von Wham! auch diesen Dezember mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und hatte es dabei bis auf Platz 14 geschafft. Hier hören wir jedoch die fantastische Variante der schwedischen Countryband Line Dance Fever:



Noch einmal eine ganz andere Kategorie von Klassiker ist jedoch natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht" von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, das am Heiligabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt wurde. "Stille Nacht" gilt als das bekannteste Weihnachtslied überhaupt und wurde im Laufe der letzten fast 200 Jahren nicht nur von üblichen Verdächtigen wie u.a. Elvis PresleyBing Crosby, den Roten Rosen oder John Denver mit den Muppets gesungen, sondern auch und vor allem von Millionen unterm Weihnachtsbaum versammelten Familien auf der ganzen Welt. Beschließen möchte ich adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi mit "Silent Night" in der fantastisch schönlärmig hymnischen Prog-Rock-Version des kalifornischen Duos Magnuson. Frohe Weihnachten!







Montag, 12. Dezember 2016

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (20)

Oh höret ihr Leser, oh höret doch all! Die wunderbare, oh du fröhliche Weihnachtszeit ist schon im vollen Gange, der Schnee rieselt nur in Gedanken leise und welch ein Jubel, welch ein Trubel wird in unserem Hause sein! Fehlt zur vollendeten Festivität nur noch der alljährliche bunte Strauß weihnachtlicher Melodien bei adlerkuss. Per Klick hier könnt ihr auch noch die Geister der vergangenen Weihnachtsmusis beschwören und nochmal nachhören.



Beginnen wollen wir den heurigen Liederreigen mit einer herrlichen instrumentalen Variante des Klassikers "Sleigh Ride" von Leroy Anderson, der anno 1949 erstmals aufgenommen worden war. Hier bei adlerkuss feierte ich vor sechs Jahren die wunderbare Version der Ronettes von Phil Spectors legendärem Weihnachtsalbum. Das Soul-Funk-Jazz-Kollektiv The Soulful Strings hat die Schlittenfahrt 1968 auf ihrem vierten Album "The Magic of Christmas" in ein zeitlos groovendes Juwel verwandelt, bei dem neben den Strings auch Gitarre und Flöte glänzen.



Nach einem altbekannten Song haben wir als nächstes eine wunderbare Sängerin, die hier bei adlerkuss' schönster Weihnachtsmusi vor zwei Jahren mit dem Song "Christmas Time" bereits vertreten war. Diesmal hat Piney Gir zur kostenlos herunterladbaren Indie-Christmas-Compilation XO for the Holidays VOL IX die Perry-Como-Coverversion "Love Is a Christmas Rose" beigesteuert, in der musikalisch zuckersüß aber textlich etwas seltsam die weihnachtliche Botanik mit Gefühlen verglichen wird: "Friendship is a holly tree / but love is a Christmas rose."




Nachdem Billy Hylands größter Hit Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini 1960 im Sommer angesiedelt gewesen war, wandte sich Billy 1967 der kälteren Jahreszeit zu und zeichnet mit dem folkpoppigen "It's Christmas Time Once Again" ein augenzwinkerndes, wenn nicht gar zynisches und konsumkritisches Bild von Weihnachten.




"This time of the year, the people might be at their best, I keep hoping it will last and we can make it right" - wenn einem da nicht das Herz aufgehen muss... Die Gasoline Brothers aus dem niederländischen Utrecht spielen Collegerock mit Beach-Boys-Einschlag und veröffentlichten letztes Jahr die wunderbare ebenso warmherzige wie schönlärmige Weihnachtshyme "Every Time It's Christmas". "




Der begnadete Soulmusiker Donny Hathaway, den Justin Timberlake einmal als größten Sänger aller Zeiten bezeichnete, nahm im Jahr 1970 den Song "This Christmas" auf, der zunächst keine Wellen in der Weihnachtssingleflut schlug, inzwischen jedoch zu den absoluten Klassikern des amerikanisches Weihnachtsliedkanons gehört. Und das zurecht! Angefangen mit dem ungeheuer groovenden Hörnern über Hathaways fantastische Stimme bis hin zum Weihnachten und die Liebe zelebrierenden Text ist "This Christmas" ein nahezu perfektes Stück Musik.



2015 holten die Makemakes für Österreich ganze null Punkte beim Eurovision Song Contest für Österreich. Das wäre nicht passiert, wenn in der Vorentscheidung die beste Kandidatin ZOË triumphiert hätte. Dieses Jahr hat die junge frankophile Wienerin nicht nur den Auftritt beim ESC mit dem 13. Platz nachgeholt, sondern beglückt uns auch ganz aktuell mit der herrlich gefühligen Weihnachtssingle "La nuit des merveilles".







Sonntag, 20. Dezember 2015

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (19)


Der Geist der diesjährigen Weihnacht suchte mich zurecht vergangene Nacht heim und raunte mir ein ebenso gruseliges wie berechtigtes "adlerkuss liebste Weihnachtsmusi...wieso geht da eigentlich nichts?" zu. Nur noch wenige Tage vor dem Christfest hier also noch einmal fünf alte und neue, beschwingte und traurige, alberne und berührende und meist glockenspiellastige Weihnachtssongs.

Und wo wir gerade bei den Dickensschen Weihnachtsgeistern sind, Deirdre & The Dark aus Brooklyn werden nach eigenen Angaben vom Geist der vergangenen Weihnacht verfolgt, weil Deirdre wohl immer eher naughty als nice gewesen ist. Der dazugehörige Noir-Pop-Song klingt nach 60s und Belle & Sebastian und ist ziemlich fantastisch:




Kay Martin & The Bodyguards waren ein erfolgreicher Nachtclub-Act in den 50er Jahren und wussten mit ihren eindeutig zweideutigen Texten nicht nur seinerzeit die Casinobesucher von Las Vegas und Reno zu begeistern, sondern sind auf jeden Fall auch heute noch für ein Schmunzeln gut. In "I Know What You Want For Christmas" säuselt Kay begleitet von ungeheuer groovy Orgelsounds davon, was sie ihrem Schatz zu Weihnachten schenken möchte. Herrlich.




Die South London Lo-Fi Explosion aus, ja genau, South London erzählt im wunderbar altmodisch klingenden aber brandneu seienden Song "Christmas Girl" von einer saisonalen Liebe und bringt mit herrlichen Harmonien voll "uuuh" und "babababa" jeglichen Schnee zum Schmelzen, selbst wenn er noch irgendwann fallen sollte.




Johnny Marks, der sicherlich erfolgreichste Weihnachtsliedschreiber des 20. Jahrhunderts schrieb nicht nur unter anderem das Lied vom rotnasigen Rudolf und vom Rocken um den Weihnachtsbaum herum, sondern beschrieb 1952 auch sehr groovy was genau denn passiert "When Santa Claus Gets Your Letter". Hier hören wir die an die Flaming Lips erinnernde, psychedelisch-blubbernd-meets-oldschool-Version der Band White Widow:




Selbst wenn der Wham!sche Evergreen dem einen oder anderen Musikfreund schon seit vielen vielen Weihnachtsfesten aus dem rotbemützten Halse hängt: Aus lieb gewordener Tradition führt auch in diesem Jahr bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei.  Denn auch ganze 30 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Natürlich ist der Klassiker von Wham! auch diesen Dezember mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und in der dritten Woche gerade auf Platz 31. Die wunderbar reduzierte Version von Lisa Alma ist mit flirrenden Synthies, sanften Beats und Lisas engelsgleicher Stimme ein Dream-Pop-Weihnachsschmankerl.




Freitag, 11. Dezember 2015

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (18)

Potzblitz(en)! Die wunderbare, oh du fröhliche Weihnachtszeit ist schon im vollen Gange, der Schnee rieselt leise und welch ein Jubel, welch ein Trubel wird in unserem Hause sein! Fehlt zur vollendeten Festivität nur noch der alljährliche bunte Strauß weihnachtlicher Melodien bei adlerkuss, wie gewohnt auch in diesem Jahr nicht nur zum Anhören, sondern  auch immer gleich zum Herunterladen als mp3. Per Klick hier könnt ihr auch noch die Geister der vergangenen Weihnachtsmusis beschwören und nochmal nachhören.


Wir beginnen die diesjährige Weihnachtsmusikollektion mit dem Klassiker "It's the Most Wonderful Time of the Year", der die adventliche Stimmung in der weltlich-amerikanischen Version sehr schön zelebriert. Anstatt der wahrscheinlich bekanntesten Version des Songs von Andy Williams hören wir hier die leicht sufjaneske, xylophonselige Variante von Steve Shimchick und Kelsy McIntosh:




Die New Yorker Band Sally spielt herrliche Mitwipp-Twee-Pop-Musik und neben Kristen Gudsnuks schmeichelnder Stimme überzeugt an "Christmas Isn't Over" vor allem auch der herrlich optimistische Trotz der Ich-Erzählerin: "Christmas isn't over til I had some fun / I just sit here waiting til I find someone". Das ist doch mal eine Einstellung.




Mit der überraschenden Erkenntnis "Navidas es cada día", Weihnachten ist jeden Tag, wartet der Wiener Musiker, Autor, Schauspieler, Hotelier und Tausendsassa Markus Prummer in seinem gleichnamigen Song auf und klingt dabei wie die trunkene Kollaboration eines spanisch säuselnden Jonathan Richman und eines Beats beisteuernden Thom Yorke. Der wohl seltsamste Ohrwurm, den ihr diesen Advent haben werdet.





Ein höchst spannendes Hörerlebnis bietet uns Pianist Chilly Gonzales mit seinem Stück "A Minor Key Christmas Medley" -  wie der Titel schon verrät, ein Medley von schön arrangierten Weihnachtsklassikern in Moll. Nie klangen der Little Drummer Boy, Jingle Bells und Stille Nacht so sehr wie ein Gangsterfilmsoundtrack von Ennio Morricone.
 

Der in diesem Blog bereits mehrfach gefeierte Crying Day Care Choir aus Schweden ist dieses Jahr ein zweites Mal zum Christmas Day Care Choir geworden und alle vier Songs der EP sind herzerwärmende Folk-Pop-Perlen, die genau so "happy, warm and kind-hearted " klingen, wie es die Band auf Bandcamp ankündigt. Als wäre dies nicht Herunterladbegründung genug, geht der Verkaufserlös auch noch an eine wohltätige Einrichtung. Also seid keine Scrooges, öffnet den (Paypal-)Geldbeutel und lasst euch im Gegenzug vom Christmas Day Care Choir die Herzen öffnen. Unbedingter Anspieltipp: "Our Very Own Christmas".

Donnerstag, 11. Dezember 2014

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (17)

Ho ho ho und willkommen zum abschließenden Teil des diesjährigen adventlichen Weihnachtssampler-Baukastens bei adlerkuss. Mit den heutigen sechs Liedern sind wir dann bei 14 alten und neuen, beschwingten und traurigen, albernen und berührenden und meist glockenspiellastigen Weihnachtssongs um die kommenden Wochen bis zum Frohen Fest musikalisch zu untermalen.



Judy Brown kommt in dem schwungvollen Doo-Wop-Weihnachtssong "Dear Santa" von 1961 ohne Umschweife auf den Punkt, heißt es doch gleich in den ersten Zeilen: "Dear Santa, send me a boy to love". Ob der Weihnachtsmann den Wunsch der liebeshungrigen Judy erfüllen konnte, erfahren im weiteren Verlauf des sehr vergnüglichen Liedes leider nicht.



Als nächstes freue ich mich über den ersten chilenischen Beitrag zu adlerkuss liebster Weihnachtsmusi. "Navidad 2014" von Anibal Bravo aus Conceptión ist wie der Titel uns bereits zu verstehen gibt brandneu und außerdem ein zurückhaltend-festliches Fast-Instrumental, das für den Soundtrackeinsatz in einer weihnachtlichen Tragikomödie wie geschaffen scheint.



Ich bin für gewöhnlich nicht der größte Fan von A-Cappella-Nummern, aber der Weihnachtsgruß "(Have a) Merry Christmas" von The Quotations aus dem Jahr 1952 müsste selbst dem verbittertsten Scrooge ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Have a mememe, have a merry merry Christmas!




Hill & Hale & and their Merry Friends veröffentlichten letztes Jahr eine Weihnachts-EP, die auf sehr clevere Art und Weise Indiepop und Big-Band-Sound kombiniert. Das Highlight des Albums ist der herrliche Retro-Groove des Titelsongs "Christmastime".




Das alljährliche Stöbern durch die Flut von weihnachtlichen Veröffentlichungen ist hin und wieder etwas mühsam, spätestens nach dem 43. akustischen Indiefolk-Gesäusel mit zwei neuen Songs plus uninspirierter Variante von Silent Night. Umso begeisternder ist es dann immer, auf weihnachtsmusikalisches Gold (Myrrhe und Weihrauch) zu stoßen. Mein absolutes Highlight des Jahres ist das soulige "You, Me and a Christmas Tree" von der Kanadierin Elise LeGrow, das die fleißigen und unbedingt empfehlenswerten Weihnachtsliedsammler von Lie In the Sound entdeckt haben und das auch auf dem heiligen Gral der Weihnachtsmusik, nämlich dem hier schon oft erwähnten "A Christmas Gift From Phil Spector" eine gute Figur machen würde. Elise LeGrow gelang hier ein wunderbar romantisches Liebeslied zum Ankuscheln, das die festlichen Notwendigkeiten auf das titelgebende Trio reduziert. In einer gerechten Welt ein künftiger Weihnachtsklassiker!




Selbst wenn der Wham!sche Evergreen dem einen oder anderen Musikfreund schon seit vielen vielen Weihnachtsfesten aus dem rotbemützten Halse hängt: Aus lieb gewordener Tradition führt auch in diesem Jahr bei adlerkuss liebster Weihnachtsmusi kein Weg an George Michaels ewiger Reminiszenz an die Liebschaft der vergangenen Weihnacht vorbei.  Denn auch ganze 30 Jahre nach Erstveröffentlichung bleibt "Last Christmas" mit seiner titelgebenden Zeitlosigkeit, seinem hohen lyrischen Identifikationspotenzial, seinem gnadenlosen Uhrwurmfaktor und seiner rituellen Kultigkeit à la "Dinner For One" der beliebteste moderne Weihnachtssong überhaupt. Vergangenen Freitag ist der Klassiker von Wham! mal wieder in den deutschen Charts eingestiegen und bei Platz 72 wird es nicht bleiben. Die deutschsprachige und sparsam instrumentierte Fassung der Kölner Band Wolke ist ein weihnachtliches Juwel und lässt einen die ganze tiefsinnige Tragik des Songtextes erst wieder gewahr werden.

Montag, 8. Dezember 2014

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (16)

Heute Kinder wird's was geben: Zum Ausklang des 2. Advents folgen hier die nächsten festlichen Songs der diesjährigen Ausgabe von adlerkuss liebster Weihnachtsmusi! Viel Spaß beim Lauschen, laden und lächeln.





Da es in unseren Breiten bisher eh nur Nebel und Regen, aber keinen Schnee gibt, können wir uns ebenso gut an den Strand begeben und Irenes Aufforderung folgen: "Let's spend our Christmas on the beach". Die schwedische Twee-Pop-Band mit dem Frauennamen veröffentlichte zur Weihnacht von 2006 den herrlichen Song "Christmas on the Beach", das ungeheuer glöckchenselig-groovend beginnt und bereits weniger als zwei Minuten später als herzergreifende saisonale Ballade endet.




Im fünften Jahr von adlerkuss' liebster Weihnachtsmusi gibt es konsequenterweise den fünften Song aus Phil Spectors wunderbar schwungvollen Weihnachtsalbum "A Christmas Gift For You", dem vermutlich besten Weihnachtsalbum überhaupt, das sich jeder kaufen sollte, der diese Zeilen liest. Bobb B. Soxx & The Blue Jeans beschreiben die Ankunft des Weihnachtsmanns im wunderbar mitreißend geschmetterten "Here Comes Santa Claus" und covern dabei einen Song, den Weihachtshitkoryphäe Gene Autrey (der in den darauffolgenden beiden Jahren Rudolph und Frosty besingen sollte) bereits 1947 zum ersten Mal veröffentlicht hatte.




Der New Yorker Songwriter Ian McGlynn veröffentlichte im letzten Jahr eine Weihnachts-EP, in deren schönstem Lied,dem verträumten "Our Favourite Christmas Movie" er die herzerwärmende Tradition des rituellen Anschauens der Weihnachtsfilmklassiker in trauter Zweisamkeit zelebriert. Eine wunderbare Abrundung des tollen Songs bietet hier das Video, in dem Ausschnitte aus eben klassischen Filmen und TV-Specials zu sehen sind.




Ebenso wie Irenes Beitrag ist auch Piney Gir's Song "Christmas Time" ein sehr kurzes, aber Unmengen von weihnachtlichem Frohsinn stiftendes Vergnügen. Und falls noch jemand darüber nachdenkt, wie der Baum dieses Jahr geschmückt werden solle, hat Piney Gir einen interessanten bis rätselhaften Vorschlag: "I'll decorate this tree a little bit like me this time".




Indie-Tausendsassa Sufjan Stevens (dessen faszinierendes Gesamtwerk man hier kostenlos hören kann!) hat mit den Sammlungen "Songs for Christmas" von 2006 und dem teilweise sehr abgespaceden "Silver & Gold" 2012 stolze 100 (!) Weihnachtslieder veröffentlicht, da darf es nicht wundern, dass er hier auch bereits zum dritten Mal auftaucht. Im nur knapp zweiminütigen (die kurze Spielzeit zieht sich heute durch wie ein rotes Geschenkband) Herzenerwärmer "Put the Lights on the Tree" erinnert Sufjan uns daran, nicht nur den Baum zu schmücken, sondern auch unsere Omas anzurufen.






Freitag, 5. Dezember 2014

adlerkuss im Advent: adlerkuss' liebste Weihnachtsmusi (15)

Herbei oh ihr Gläubigen! Im bereits fünften Advent in Folge präsentiert adlerkuss selbstverständlich auch in diesem Jahr einen bunten musikalischen Strauß von festlichen Favoriten, passend zur milden Zeit der Großzügigkeit nicht nur zum Anhören, sondern  auch immer gleich zum Herunterladen als mp3, sodass der geneigte und eifrig ladende Leser schon frühzeitig einen weiteren randvoll gepackten Weihnachtssampler sein eigen nennen kann.


Wir beginnen in diesem Jahr mit einer klassischen Aufnahme eines absoluten Klassikers, den man allerdings dennoch so vermutlich noch nicht gehört hat. Der wunderschöne Titel "Snögubben Froste" von Margret Jonsson ist eine schwedischsprachige Adaption von "Frosty the Snowman". Das Lied über den lebendig gewordenen Schneemann war 1950 von Gene Autrey, der im Vorjahr noch ein rotnasiges Rentier besungen hatte,  erstmals veröffentlicht worden. Margret Jonssons Hop-la-la-hop-hop-Version stammt von einer Kompilation von 1958 mit dem schönen Titel "God jul önskar Lasse, Mats, Margret, Gerd och Towa" und diesem herrlichen Cover mit einer düster dreinblickenden Margret:

Various Artists - God jul önskar Lasse, Gerd, Towa, Mats, Margret




1955 besang der amerikanische Sänger und Schauspieler Tony Martin die brasilianische Herangehensweise ans Weihnachtsfest. Anscheinend werden dort Palmen mit weißem Konfetti geschmückt, Mistelzweige an Sombreros getragen und der große Weihnachtshit ist "Jingle Bells Olé". Ungeachtet des Wahrheitsgehalts dieser Beschreibung von Land und Leuten überzeugt "Christmas in Rio" mit seinem mitreißend hysterischen Vortrag und den zum Tanzen oder zumindest zum weihnachtlichen Wippen zwingenden herrlichen lateinamerikanischen Rhythmen.



Der Schnee fällt, der Baum glänzt, die Kastanien sind geröstet - aber hach, die Angebetete fehlt: "All I'm Missing Is You." Diese 2013 erschienene, bittersüße Weihnachtsgeschichte von Nathan Crumrine & Chase Atlantic feat. Sam Sacks kommt im Ukulelesound daher und ist ein herrliches Indiepopschneeflöckchenjuwel wie es im goldenen Buche steht.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Adventskalendertipp: Die Winterreise durch Auxburg

It's the time of year again! Leicht verspätet (frei nach Beckenbauer: "ja ist denn heut schon der Zweite?") möchte ich nachdrücklich auf den aufregendsten Adventskalender des Jahres 2014 hinweisen:

bluespot productions, das innovativste und spannendste Theaterensemble weit und breit, inszeniert bei freiem Eintritt den herrlich ergreifend-melancholischen Liederzyklus "Die Winterreise" von Franz Schubert vom 1. bis 24. Dezember an 24 verschiedenen Orten Augsburgs. Zeiten, Orte und Informationen über das Rahmenprogramm finden sich hier.

Der besondere Clou ist jedoch, dass all jene, denen Besuche vor Ort nicht möglich sind, die Stationen der Winterreise auch im Internet verfolgen können. Hier öffnet sich täglich am Abend ein neues Türchen mit dem Lied des Tages. Genau richtig für die kleine Dosis Hochkultur!

Lauschet dem Eröffnungslied der Winterreise, wie es am gestrigen Abend im Gögginger Flüchtlingsheim vorgetragen worden war:



Noch eine kleine Ergänzung in eigener Sache: Einen adlerkussventskalender wird es dieses Jahr nicht geben, der aus dem letzten Jahr macht aber auch immer noch weihnachtlich-warmherziges Vergnügen. Alle Türchen sind von hier aus in der rechten Spalte verlinkt.

Außerdem geht die bereits im fünften Dezember in Folge von führenden Elfen und Engeln empfohlene Rubrik "adlerkuss liebste Weihnachtsmusi" in den kommenden Tagen in die nächste Runde! Fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit und verfolgt die Winterreise


Dienstag, 24. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 24: Jimmy Fallon, Mariah Carey & The Roots – All I Want For Christmas Is You


Es ist soweit, das finale Türchen des adlerkussventskalenders, eures treuen Begleiters durch diesen Advent 2013, hat sich geöffnet. Ich wünsche allen Lesern ein frohes und wunderschönes Weihnachtsfest! Und hier der zuckersüße musikalische Rausschmeißer:




Montag, 23. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 23: A Christmas Carol


Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag! Eine meiner liebsten Versionen der klassischen Christmas Carol von Charles Dickens (deren Veröffentlichung sich dieses Jahr zum 170. Mal jährt und die es hier auch in Schriftform zu genießen gibt), ist diese wunderbar animierte Zeichentrickfassung von 1971, die natürlich verknappt, aber durchaus werkgetreu der Geschichte folgt und die durchaus auch ihre gruseligen und düsteren Elemente hat. Der große englische Charakterdarsteller Alastair Sim, der in einer Realverfilmung von 1951 schon einmal Ebenezer Scrooge gespielt hatte, spricht hier erneut auf großartige Art die Rolle des alten Geizkragens. Mit diesem feinen Zeichentrickkunstwerk räumte Regisseur Richard Williams auch einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm ab.

Sonntag, 22. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 22: Familie Heinz Becker – Alle Jahre wieder



Bei Familie Heinz Becker im Saarland geht es in der Weihnachtszeit (und nicht nur dann) kleinbürgerlich, ja spießbürgerlicher zu. Und neben den alljährlichen Gewohnheiten wie Anekdoten von früher und der Weihnachtsbäckerei stellt sich vor allem eine Frage: Han Beckers eene oder han Beckers keene Christbaumspitz' gehatt? Auch dieses urkomische Weihnachtsspecial zeigt den Verlauf des Weihnachtsfestes in einer nicht untypischen deutschen Familie und entlarvt dabei genüsslich Klischees und  Erwartungshaltungen vieler Menschen für die Feiertage.