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Montag, 16. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 16: Ich glotz' Weihnachts-TV: 6 festliche Empfehlungen für das Fernsehprogramm zwischen 16. und 26. Dezember 2013


Wir nähern uns mit großen Schritten dem Christfest und auch den TV-Sendern wird es schön langsam weihnachtlich ums Programmplanungsherz.

Dienstag 17.12. ZDF Neo 20.15 Uhr

Die Muppets-Weihnachtsgeschichte

Dies hier ist wohl meine liebste  Spielfilmadaption von Charles Dickens' klassischer Weihnachtsgeschichte. Hervorragend besetzt mit Michael Caine als Ebenezer Scrooge und Kermit dem Frosch als Bob Cratchit überzeugt der Film mit der sehr liebevollen Ausstattung, tollen Songs und dem ausgewogenen Drehbuch, in dem Witz und Gefühl sich die Waage halten.




Donnerstag 19.12. RBB 20.15 Uhr

Weihnachtsmann gesucht

Der seinerzeit noch nicht oscardekorierte Christoph Waltz spielt die Hauptrolle in dieser vorweihnachtlichen Liebeskomödie mit gehörigem Schuss "Amélie"-Feeling. Ein echtes TV-Film-Juwel!


Freitag 20.12. ARD 20.15 Uhr

Der kleine Lord

Ähnlich wie Miss Sophie und Butler James zu Silvester gehört dieses BBC-Rührstück  in zur Vorweihnachtszeit im Ersten. Und es ist auch wirklich herrlich mit anzusehen, wie der  angehende kleine Lord Cedric aus New York zu seinem hartherzigen und verknöcherten Opa (Alec "Obi Wan Kenobi" Guinness) nach England zieht, nach und nach dessen Herz erweicht und den alten Mann zum Aufblühen bringt. Hach.




Samstag 21.12. RBB 11.25 Uhr

Single Bells

"Single Bells" ist eine herrliche Satire auf das weit verbreitete Familienchaos am vermeintlich schönsten und feierlichsten Abend des Jahres. Martina Gedeck glänzt in der Hauptrolle als toughe Geschäftsfrau, die nach einem Streit mit ihrem Freund spontan zu ihrer Schwester reist, um dort mit deren Familie die Feiertage zu verbringen. Ein großartig bitterböser Spaß! ie kaum minder gelungene Fortsetzung "O Palmenbaum" in der die Familienbande die Feiertage im sonnigen Süden verbringt zeigt RBB übrigens direkt im Anschluss.


Samstag 21.12. 3Sat 20.15 Uhr

Der Nussknacker

Das weihnachtliche Ballett "Der Nussknacker" ist immer wieder ein Vergnügen. Tschaikowskis  Musik ist unwiderstehlich (Der Russische Tanz! Der Tanz der Zuckerfee!) und die Inszenierung an der Wiener Staatsoper nach der Choreografie von Rudolf Nurejew verspricht högschte Ballettkunst. Eine tolle Doku über diese Inszenierung gibt es hier zu sehen.


Sonntag 22.12. ARD 16.00 Uhr

Drei Nüsse für Aschenbrödel

In der tschechische Variante des Grimmschen Aschenputtels ist die Titelheldin ein durchaus toughes Mädel, das reitet, schießt und auf Bäume klettert. Mit ihrer Cleverness und der Hilfe von drei Zaubernüssen holt sie sich natürlich am Ende auch den Prinzen, wie es sich gehört zum Leidwesen von Stiefschwester und Stiefmama. Der wohl schönste Märchenfilm überhaupt (sag ich jetzt mal so) feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag und gehört natürlich zu den großen Klassikern des Weihnachtsfernsehprogramms. Wenn ihr im Dezember nur noch einmal Fernsehen solltet, schaut am besten diesen Film. Und falls ihr zu diesem Zeit habt, kein Problem: Der Film läuft bis Neujahr noch weitere 13(!)-mal auf diversen öffentlich rechtlichen Kanälen.

Montag, 2. Dezember 2013

adlerkussventskalender – Türchen 2: Ich glotz' Weihnachts-TV: 4 festliche Empfehlungen für das Fernsehprogramm zwischen 1. und 13. Dezember 2013





Weihnachten ist ja oft auch eine Zeit des bei oft ja eher nassgraukaltem als winterwunderlandweißem Wetter gemütlich vor dem Fernseher sitzens, je näher die Festtage rücken, gibt es da ja oft auch mal ein Überangebot. Daher habe ich hier mal ein paar Highlights notiert – ähnlich wie ich dies amüsanterweise schon vor 21 Jahren für mich selbst in einem kleinen Schreibheft tat:

"Comic-Stars gegen Drogen", das ich da am 19. Dezember 1992 angeschaut habe, ist übrigens ein recht seltsames Crossover diverser Kinderlieblinge (ALF, Bugs Bunny, Chipmunks, Schlümpfe, Garfield etc.), das didaktisch bemerkenswert holzhammerlastig (und das empfand ich schon mit 12 so) und teilweise unfreiwillig komisch vor Drogenmissbrauch warnt. Unter anderem geht es um - und Achtung, ich zitiere Simon von den Chipmunks - "Marihuana, eine unerlaubte Substanz mit der man sich künstlich in Hochstimmung bringen kann". "Comic-Stars gegen Drogen" gibt's in voller Länge auf Youtube.

Aber ich schweife ziemlich ab....


In den ersten beiden Adventswochen halten sich die TV-Sender noch relativ zurück, was eine weihnachtliche Färbung des Programms angeht. Daher hier nur vier Tipps, die ich allesamt umso wärmer ans Weihnachtsherz des geneigten Lesers legen möchte.

Dienstag 3.12. Super RTL 20.15 Uhr

Buddy – Der Weihnachtself

Ein TV-Tipp für diesen Sender ist mir auch noch selten bis nie passiert, aber hier zeigt Super RTL eine gleichzeitig sowohl aberwitzig schräge als auch berührende Weihnachtsalbernheit. In der Titelrolle sehen wir Will Ferrell als Weihnachtself Buddy, der nachdem er im Haus des Weihnachtsmanns am Nordpol aufgewachsen war, eines Tages erfahren muss, dass er nur adoptiert worden war und daraufhin nach New York aufbricht, um seinen echten Papa zu suchen. Hilarity ensues.


Dienstag 3.12. Tele 5 22.00 Uhr

Rare Exports - Eine Weihnachtsgeschichte

Im russisch-finnischen Grenzgebiet wird der Weihnachtsmann aus seinem Grab ausgebuddelt. Dies ist jedoch keine gute Idee, denn der Weihnachtsmann ist kein lieber Santa Claus, sondern ein böser alter Irrer, der bevorzugt Kinder entführt.... "Rare Exports" ist eine extrem skurrile und abgefahrene, sowie schwarzhumorige finnische Horrorkomödie. Die spinnen, die Finnen!




Freitag 6.12. ZDF Neo 20.15 Uhr

Tatsächlich Liebe

Die clever konstruierte und hervorragend besetzte britische Weihnachtsepisodenkomödie von den Machern von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" und "Notting Hill" macht genau da weiter, wo diese beiden Filme aufhörten und bietet grandiose Komik, herzergreifende Romantik und durchaus auch die eine oder andere bittersüße traurige Note. Außerdem natürlich Altrocker Billy Mack und seinen Hit "Christmas Is All Around", von dem bei adlerkuss bester Weihnachtsmusi ja schon einmal die Rede war. Leute, die frühreife altkluge Kinder partout nicht vertragen können, sollten hier allerdings Abstand halten.




Donnerstag 12.12. RBB 20.15 Uhr

Zimtstern und Halbmond

Zum Fest der Liebe stellt Barbara ihren sich eigentlich für liberal haltenden Eltern ihren palästinensischen Freund Kamal vor und stellt damit vor allem die Toleranz des Herrn Papa (herrlich gespielt von Robert Atzorn) auf eine schwere Probe... Die ja nicht besonders originelle Ausgangsposition der Culture-Clash-Komödie wird in diesem Fall dank es eines cleveren und scharfzüngigen Drehbuchs (Kamal über 'die Palästinenser': "Wir entführen keine Babys. Nur Flugzeuge!") und toller schauspielerischer Darbietungen zu einem absoluten Vergnügen.

Dienstag, 12. März 2013

Ein kleines bisschen Horrorschau: US-Serie "American Horror Story" jetzt neu im TV und online zu sehen

Die Harmons ziehen von der Ostküste in ein altehrwürdiges Herrenhaus in Los Angeles, das eine dunkle Vergangenheit hat und in dem es auch jetzt nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Familie Harmon hat jedoch zudem und in erster Linie mit den ganz eigenen Dämonen zu kämpfen: Mutter Vivien hatte eine Fehlgeburt erlitten, Vater Ben eine Affäre mit einer seiner Studentinnen hinter sich und Tochter Violet ist in der Pubertät. Im und zusätzlich zum bösen Haus bekommt es Familie Harmon auch noch mit einer ganzen Reihe von denk- und merkwürdigen Figuren zu tun: Neben der ebenso herrischen wie eleganten alternden Südstaatenlady von nebenan und ihrer hellseherischen Tochter mit Down-Syndrom wären da auch noch der Freund der Tochter, der Schulmassakerfantasien hegt, die Haushälterin, die für Frauen aussieht wie zerknitterte 70, für Männer jedoch wie sexy und verführerische 19 Jahre alt, der Mann mit dem halbverbrannten Gesicht, der aufgrund leidvoller eigener Erfahrung vor dem Haus warnen möchte und nicht zuletzt ein stummer mysteriöser Mann im Fetisch-Ganzkörperlatexanzug...

Ich bin beileibe kein Serienjunkie, doch hier ist mal wieder etwas, das mich ordentlich begeistert: "American Horror Story", bietet psychologischen Horror in der besten Tradition der American Gothic Fiction und verknüpft dabei Charakterinnenansichten und äußeren Horror als Musterbeispiel für das Unheimliche im Freudschen Sinne, das Unvertraute im Vertrauten.

Die Serie aus der Feder von Ryan Murphy und Brad Falchuk, den Machern der Schönheitschirurgensaga "Nip/Tuck", teilt mit jener neben einer sehenswerten Kameraarbeit auch eine etwas abseitige und dennoch handfeste Thematisierung von Sexualität. Zum Referenzrahmen gehören aber sicherlich auch Klassiker des Fernsehgrusels wie "Twin Peaks", wo die Nachbarschaft ebenfalls von höchst skurrilen Charakteren bevölkert ist, "Lost" und auch "The Twilight Zone".

Die zweite Folge von "American Horror Story" läuft am kommenden Donnerstag um 22.30 auf Sixx (ja, es gibt einen TV-Sender dieses Namens). Die ersten drei Folgen und in den kommenden Wochen auch alle weiteren gibt es auch kostenlos und völlig legal hier im Internet zu sehen. Viel Vergnügen und schöne (Alb-)Träume!




Freitag, 20. Juli 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 21.7. bis Fr. 27.7.

Sonntag 22.7. ARD 21.45 Uhr

Vom Traum zum Terror – München 72

Knapp eine Woche vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in London wirft das Doku-Drama einen Blick zurück auf die dramatischen Ereignisse um das Geiseldrama, das sich vierzig Jahre zuvor bei den Spielen in München abspielte. Auch wenn der Trailer hier etwas überzogen daher kommt, kann man wohl davon ausgehen, dass hier wie schon bei Heinrich Breloers Filmen über den Deutschen Herbst sowohl informativ, als auch ergreifend und spannend deutsche Zeitgeschichte aufgearbeitet wird.



Montag 23.7. NDR 23.15 Uhr

Meine teuflischen Nachbarn

Vollblutspießer Ray (Tom Hanks) genießt sein Leben in der amerikanischen Vorstadt, wären da nur nicht diese seltsamen Klopeks, die im Haus nebenan wohnen und nicht so recht in die idyllische nachbarschaftliche Gemeinschaft passen... Joe Dantes schwarze Komödie ist einer der lustigsten Filme der 80er Jahre und immer wieder sehenswert. Wie wäre es, wenn man einfach mal rübergeht und hallo sagt...?



Mittwoch 25.7. ARD 23.40 Uhr

Wegelagerer und Wichtigtuer

Im Oktober jährt sich die Spiegel-Affäre, bei der sich die Redaktion des Spiegels nach Veröffentlichung eines kritischen Artikels des Vorwurfs des Landesverrats ausgesetzt sah und mehrere Redakteure (u.a. auch Spiegel-Gründer Augstein) für teilweise mehrere Monate ins Gefängnis wanderten und die nach massiven Protesten in der Bevölkerung schließlich gar zum Zerbrechen der Regierungskolation führte, zum 50. Mal. Die ARD-Doku bereitet den Fall noch einmal auf und lässt unter anderem Wolfgang Schäuble und Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo zur Frage der Lage der Pressefreiheit in Deutschland heute zu Wort kommen.

Donnerstag 26.7. arte 20.15 Uhr

Die Kennedys

Ausgehend vom Präsidentschaftswahlabend 1960 lässt Familie Kennedy (u.a. Greg Kinnear als John F. und Katie Holmes als Jackie) den Werdegang der Familie Revue passieren... Die US-Miniserie zeigt in acht Folgen Erfolge, Tragödien und Intrigen im Hause Kennedy und nähert sich dabei zwar hin und wieder dem Seifenopernniveau ähnlich gelagerter Serien über historische Familienbanden wie den Borgias oder den Tudors an, ist aber letztlich doch weniger klischeehaft inszeniert und besser gespielt. arte zeigt zum Start gleich mal drei Folgen hintereinander.



Freitag 27.7. ZDF 21.30 Uhr

Olympia live: Eröffnungsfeier

In den nächsten 16 Tagen werden ARD und ZDF ca. hunderttausend Millionen Stunden live aus London von den über 300 Entscheidungen (und viielen Vorrunden) der Olympischen Spiele berichten. Zunächst aber geht es los mit einer sicher mal wieder spektakulären Eröffnungsfeier, zumindest mischt alles mit was Rang und Namen hat: Die Gesamtinszenierung übernimmt Oscar-Preisträger Danny Boyle ("Slumdog Millionär", "Trainspotting"), für die musikalische Leitung sind die Dance-Legenden von Underworld ("shouting lager lager lager") verantwortlich. Die formelle Eröffnung wird Her Majesty Elizabeth II. persönlich vornehmen und auch Sir Paul McCartney wird angeblich ein Liedchen trällern. Muss man sehen, hilft ja nix.

Dienstag, 1. Mai 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Di. 1.5. bis Fr. 4.5.

Dienstag 15.4. ARD 11.00 Uhr

Europakonzert der Berliner Philharmoniker 2012

Das traditionelle, alljährliche Europakonzert der Berliner Philharmoniker findet an diesem ersten Mai in der Spanischen Hofreitschule in Wien statt. Wo sonst edle Lippizanerpferde trainieren, spielt das feine Orchester unter der Leitung von Gustavo Dudamel zur Donaumetropole passende Werke von Brahms, Haydn und Beethoven. Von letzterem gibt es gar die überaus populäre 5. Sinfonie zu hören. Da da da daaaaa!

Dienstag 15.4. ARD 13.10 Uhr

Ein Herz und eine Krone

Die junge Kronprinzessin Ann (Audrey Hepburn) ist auf Besuch in Rom. Angeödet von ihren royalen Pflichten nimmt sie reißaus und lernt inkognito den Reporter Joe (Gregory Peck) kennen... Die 1953 entstandene Mutter aller romantischen  Komödien ist auch knapp 60 Jahre später ein herzallerliebstes Filmvergnügen und markierte seinerzeit den Durchbruch für die bezaubernde und prompt oscardekorierte Audrey Hepburn.

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Dienstag 15.4. arte 20.15 Uhr

Drei Leben: Axel Springer

Anlässlich des 100. Geburtstags von Verleger und BILD-Erfinder Axel Springer zeichnet die Doku ein vielschichtiges und facettenreiches Porträt des Hamburgers, der als "Verleger – Feindbild – Privatmann" das 20. Jahrhundert in Deutschland entscheidend mitgeprägt hat. Drei Filmemacher arbeiten jeweils einen Aspekt der Biografie Springers heraus und bieten so ein spannendes Mosaikporträt des verhassten und bewunderten Geschäftsmanns.

Mittwoch 16.4. ARD 20.15 Uhr

Die Heimkehr

Weltenbummler August kehrt zurück in seinen schwäbischen Heimatort und verguckt sich in Witwe Katarina, die im Dorf nicht besonders hoch angesehen ist... Aus Anlass des 50. Todestages von Hermann Hesse entstand diese Verfilmung einer der frühen Novellen des Autors, die unglaublicherweise gleichzeitig die erste deutsche Hesse-Verfilmung überhaupt ist. "Die Heimkehr" beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis von Heimat und individueller Verwirklichung und ist auch als Buch äußerst lesenswert.

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Donnerstag 17.4. MDR 23.40 Uhr

Der Teufel mit der weißen Weste

Gangster Maurice verdächtigt seinen Kollegen Sillian (Jean-Paul Belmondo), ein Spitzel zu sein, schließlich ist dieser mit Inspector Salignari befreundet... Das düstere und komplexe Krimi-Drama um Mord, Vertrauen und Verrat ist ein grandioser Film noir, der sein unterkültes Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers treibt und dabei jeden Bogart an Brillanz übertrifft.

Freitag, 13. April 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 14.4. bis Fr. 20.4.

Sonntag 15.4. ARD 10.03 Uhr

Nils Holgerssons wunderbare Reise

Die 2011er-Realverfilmung von Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöfs Roman über den geschrumpften Jungen Nils, der mit einem Schoof Gänse durch Schweden reist ist eine sehr liebevolle und charmante Neuauflage des Stoffes. Die ARD zeigt den Weihnachtszweiteiler von 2011 als vier einstündige Happen, wunderbar geeignet für die kommenden Sonntagvormittage.

Montag 16.4. ARD 22.45 Uhr

BILD.MACHT.POLITIK.

Deutschlands größte Tageszeitung feiert im Juni ihren 60. Geburtstag. Die Doku untersucht, inwiefern die BILD Spiegel der Volksseele oder aktiver Meinungsmacher (vgl. z.B. Liebling Guttenberg und Feindbild Wulff) ist und spricht mit Lesern, Kritikern und auch Chefredakteur Kai Diekmann. Wer diese Woche auch die BILD-Schlagzeile zur "Hartz-IV-Sauerei" gesehen hat, möchte hier bitte weiterlesen, abgesehen davon, dass man den Bildblog ((leider) nicht nur wegen der BILD!) sowieso verfolgen sollte.

Dienstag 17.4. WDR 23.15 Uhr

Ein erfolgreicher Maler zieht aus Paris zurück in sein Elternhaus auf dem Land. Als er einen Gärtner sucht, meldet sich ein ehemaliger Schulkamerad und bodenständiger Eisenbahner in Rente. Die beiden sehr unterschiedlichen Männer tauschen Erfahrungen aus und werden Freunde... "Ziemlich beste Freunde"-Darsteller Daniel Auteuil glänzt hier in einem schönen Männerfilm, der durchaus Ähnlichkeiten zum aktuellen Kinohit aufweist, dabei aber weniger klamaukig und gefühlvoller daherkommt.




Mittwoch 18.4. 3Sat 20.15 Uhr

Plastic Planet

Der österreichische Filmemacher Werner Boote zeigt die Allgegenwart von Plastikprodukten und deren Konsequenzen auf unserer Erde auf, von der westlichen Wohlstandsgesellschaft über die Slums von Kalkutta bis zu den Weltmeeren, in denen sechsmal mehr Plastikmüll als Plankton schwimmt. Eine spannender und vor allem durch den persönlichen Ansatz von Boote durchaus auch unterhaltsamer Film über ein unangenehmes Thema. Und wer Mittwoch Abend keine Zeit hat, findet den Film auch hier.

Freitag 20.4. ZDF 1.20 Uhr

Lemming

Die perfekte Ehe des glücklichen jungen Paares Bénédicte (Charlotte Gainsbourg) und Alain gerät aus den Fugen, nachdem Alains Chef und dessen Frau Alice (Charlotte Rampling) ihren Beziehungskrieg bei einem gemeinsamen Geschäftsessen offen austragen. Alice beeinflusst Bénédicte zunehmend und für Alain ist bald nichts mehr so wie es einmal war... Die beiden Charlottes spielen in diesem leicht verstörenden Mystery-Psychodrama ganz groß auf.

Freitag, 30. März 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 31.3. bis Fr. 6.4.

Samstag 31.3. ProSieben 20.15 Uhr

Das große ProSieben Promiboxen

Brot und Spiele fürs Volk anno 2012: ProSieben reaktiviert das Format des Promiboxens und beweist, dass Trash-TV nicht unbedingt im australischen Dschungel stattfinden muss. Allerdings waren fünf der acht Kontrahenten, die zur gepflegten Prügelei antreten, schonmal bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" dabei. Highlight des Abends: 840 Gramm Polster in den Brüsten von Nackt-DJane (ich liebe diese Berufsbezeichnung) Micaela Schäfer treffen auf deren 450 in der Oberweite von Ex-Bro'Sis-Sängerin Indira Weiss. Untergang des Abendlandes? Ach was – get in the ring!

Mittwoch 4.4. arte 22.20 Uhr

The Black Power Mixtape 1967-1972

Ende der 1960er Jahre reiste ein schwedisches Filmteam in die USA und interviewte die Führungsriege der Black-Power-Bewegung. Nachdem die Aufnahmen fast 40 Jahre lang im Archiv geschlummert hatten, wurden sie jetzt um Interviews mit prominenten Amerikanern afrikanischer Herkunft ergänzt und neu zusammengeschnitten. Ein hochspannendes Stück Zeitgeschichte in deutscher Erstausstrahlung.




Mittwoch 4.4. arte 23.20 Uhr

Hunger

Im nordirischen Gefängnis für IRA-Häftlinge verlieren die Insassen 1976 ihren Status als politische Gefangene. 5 Jahre später beginnt nach zahlreichen ergebnislosen Protesten der junge Gefangene Bobby Sands einen Hungerstreik... Das Regiedebüt von Steve McQueen mit Deutsch-Ire Michael Fassbender in der Hauptrolle (die zweite Zusammenarbeit der beiden, der großartige Film "Shame" ist derzeit in den Kinos) ist ein intensives, dialogarmes, fast schon dokumentarisch direktes Stück Kino. Jenseits jeglicher moralischer oder politischer Positionierung zeigen McQueen und sein beeindruckender Hauptdarsteller Fassbender den Kampf für eine Überzeugung mit dem eigenen Körper als letzter Waffe.




Freitag 6.4. 3Sat 17.55 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll, KV 626

Ideal für eine Stunde ernste Feierlichkeit am Karfreitag ist Mozarts Requiem in einer Aufführung des Wiener Musikvereins unter der Leitung des legendären Dirigenten Herbert von Karajan. Wolferls letztes Werk stammt nur zu zwei Dritteln von ihm selbst stammt und wurde von Schülern des Meisters vollendet. Dennoch (nicht nur) für uns Laien: Einfach wunderbar.


Freitag 6.4. arte 23.25 Uhr

Monty Python: Die ganze Wahrheit – Oder fast! (1/6)

Die britischen Komiklegenden von Monty Python blickten 2009 in einer schwer unterhaltsamen, sechsteiligen Doku auf die Karriere des Kollektivs zurück. Dabei gibt es interessante Einblicke in alle Phasen des pythonschen Schaffens, von den Beginnen über Flying Circus bis hin zu den Filmen und dem Auseinanderbrechen der Gruppe. arte zeigt am Osterwochenende von Freitag bis Sonntag in drei Doppelfolgen die gesamte Doku. Für Fans ein Muss!

Sonntag, 25. März 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von So. 25.3. bis Fr. 30.3.

Sonntag 25.3. ARD 0.20 Uhr

Long Island Blues

Trügerische Vorstadtidylle in einem kleinen amerikanischen Städtchen 1979: Der introvertierte 15-jährige Scott (Rory Culkin) ist verliebt in die hübsche Nachbarin Adrianna (Emma Roberts), delikaterweise hat sein Papa (Alec Baldwin) eine Affäre mit Adriannas Mama... Wie so häufig versteckt die ARD auch hier wieder mal die deutsche Erstausstrahlung eines kleinen Filmjuwels am sehr späten Sonntagabend. Die schwarzhumorige Tragikomödie à la "Der Eissturm" ist glänzend besetzt und sehr sehenswert.



Montag 26.3. 3Sat 20.15 Uhr

Das Rainald Grebe Konzert

Deutschlands vielleicht spannendster Musikkabarettist, dessen Songs im Spannungsfeld von gaga, Dada, Satire und bitterem Ernst stehen, lässt dank enormer Bühnenpräsenz und großer Stimme seine Auftritte zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Zuschauer werden. "Das Rainald Grebe Konzert" ist sein brandneues Soloprogramm. 3Sat zeigt Höhepunkte von einem Ende Februar aufgezeichneten Konzert in Mainz.


Montag 26.3. ARD 22.45 Uhr

Propaganda, Hass, Mord – Die Geschichte des rechten Terrors

Die späte Aufklärung der unter dem unsäglichen Namen „Dönermorde“ bekannt gewordene Mordserie der Zwickeauer Neonazi-Gruppe schockierte im vergangenen Jahr ganz Deutschland. Die hochinformative ARD-Doku stellt den aktuellen Fall in einen größeren historischen Zusammenhang und verortet das tragische Oktoberfest-Attentat von 1980 als Beginn der „Geschichte des rechten Terrors“.


Mittwoch 28.3. BR 21.45 Uhr

Küss mich bitte!

Am Ende eines netten Abends hätte Gabriel gerne einen Kuss von Emilie, doch diese erzählt ihm die warnende Geschichte von Judith und Nicholas, deren Leben von einem "harmlosen" Kuss völlig auf den Kopf gestellt worden war. Die hinreißende Virginie Ledoyen (bekannt unter anderem aus „8 Frauen“) sorgt in dieser leichten, typisch französischen Liebeskomödie für überaus charmant-erotische Abendunterhaltung zur Wochenmitte. Oh là là!


Freitag 30.3. arte 20.15 Uhr

Das unsichtbare Mädchen

Das Verschwinden eines Mädchens vor elf Jahren lässt dem inzwischen im Ruhestand befindlichen Kommissar Altendorf (Elmar Wepper) noch heute keine Ruhe. Zusammen mit dem jungen und unkonventionellen Ermittler Tanner verfolgt er eine neue Spur, sehr zum Missfallen seines Vorgesetzten (Ulrich Noethen). Dominik Graf, dem Regisseur der viel gelobten und wenig gesehenen Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ gelingt auch hier ein harter, dichter, vielschichtiger und packender Film, der über das Niveau des durchschnittlichen deutschen TV-Krimis weit hinausgeht. Außerdem beweist Elmar Wepper nach „Kirschblüten“ und „Dreiviertelmond“ einmal mehr seine darstellerische Extraklasse.

Freitag, 2. März 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 3.3. bis Fr. 9.3.

Sonntag 4.3. 3Sat 17 Uhr
O'Horten

Odd Horten ist ein norwegischer Lokführer aus Leidenschaft. Die anstehende Pensionierung und die damit einher gehende Leere im bisher so strukturierten Alltag bereitet ihm allerdings Schwierigkeiten... Regisseur Bent Hamer ("Kitchen Stories") ist mit O'Horten ein leiser, hin und wieder skurriler und tragikomischer Film im Stile seines Kollegen Aki Kaurismäki aus dem Nachbarland Finnland gelungen. Wunderbar geeignet für einen Sonntag Nachmittag auf dem Sofa.

Sonntag 4.3. BR 0 Uhr
Tod in Venedig

Der in einer Sinnkrise befindliche Komponist Gustav von Aschenbach reist nach Venedig. Dort erblickt er einen hübschen Jüngling, der ihn fasziniert und zunächst inspiriert, bis die Faszination schließlich in Besessenheit umschlägt... Luchino Viscontis Verfilmung von Thomas Manns Novelle gilt als eine der gelungensten Literaturverfilmungen überhaupt und schlägt den Zuschauer, der bereit ist sich auf das langsame Erzähltempo einzulassen, nachhaltig in seinen Bann. Außerdem glänzt das "musikalisch gewürzte Schauvergnügen" (wie Thomas Mann das Medium Film einmal bezeichnete) mit der überirdisch schönen Musik von Gustav Mahler. Sollte man mal gesehen haben!



Dienstag 6.3. arte 21.10
Die deutsch-französische Atomspaltung

Am 11. März jährt sich der Beginn der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima zum erstem Mal. Im Rahmen des Themenabends "Das Ende des Atomzeitalters?" stellt die Doku von Ralph Gladitz die diametral entgegengesetzte Haltung zur Atomenergie in den Nachbarländern Frankreich und Deutschland vor, lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen und bleibt dabei selbst betont neutral. Ein Blick über den Rand des deutschen Konsenstellers kann nicht schaden.

Dienstag 6.3. ARD 0.20 Uhr
Die Ausgebufften

Und nach Visconti noch ein ganz anderer Film für Nachtschwärmer oder Besitzer von Video- bzw. neumodischen Festplattenrekordern: Die beiden Herumtreiber Jean-Claude (ein 25jähriger Gérard Depardieu!) und Pierrot nehmen sich, worauf sie grade Lust haben: Autos, Geld oder auch Frauen. Als sich eine flüchtige Sexbekanntschaft erschießt, nehmen die Hallodris Kontakt zu deren Sohn auf. Nachdem dieser seinen ehemaligen Gefängniswärter erschießt, stehen unsere Bombenleger Jean-Claude und Pierrot plötzlich als Mörder da... Auch 6 Jahre nach 1968 sorgte der sexuell explizite Film, dessen Protagonisten so sehr jenseits der bürgerlichen Moral agieren in Frankreich für einen veritablen Skandal. Grotesk, komisch und mal was ganz anderes.

Mittwoch 7.3. BR 19 Uhr
Auf dem Nockherberg

Zum traditionellen Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg versammeln sich auch dieses Jahr wieder zahlreiche Landes- und Bundespolitiker um im ebenso traditionellen "Derblecken" kabarettistisch mal mehr und mal weniger feingeistig veralbert zu werden. Luise Kinseher wird zum zweiten Mal in der Rolle der Mama Bavaria die Festrede halten und Seehofer, Ude & Co. ordentlich die Leviten lesen. Man decke sich mit Starkbier ein, lache mit oder betrachte zumindest fasziniert die Gepflogenheiten der Eingeborenen im Südosten der Republik.

Freitag, 10. Februar 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 11.2. bis Fr. 17.2.

Samstag 11.2. SWR 20.15 Uhr
Ödipussi

Die einzige Frau im Leben von Paul Winkelmann ist seine Mutti – doch dann lernt er eine eher verklemmte Psychologin kennen... Der erste Kinofilm des legendären Loriot, seines Zeichens lustigster Deutscher aller Zeiten, ist eine aberwitzige Ansammlung absurder Szenen. Perfekte, zeitlose, wunderbare Komik., fast so schön wie ein frisches steingrau. Ein Ausschnitt, der Lust auf mehr macht:



Sonntag 12.2. ARD 23.35 Uhr
Fish Tank

Teenie Mia lebt bei ihrer alleinerziehenden Mutter in der englischen Provinz und findet ihr Leben ziemlich trostlos. Das ändert sich, als Mama einen neuen Freund nach Hause bringt, der auch für Mia nicht ganz uninteressant ist. Das absolut intensive, realistisch wirkende und großartig gespielte Sozialdrama im Stile eines Ken Loach hat bei den Filmfestspielen in Cannes 2009 den Preis der Jury gewonnen und läuft jetzt erstmals im deutschen Fernsehen. Mamas neuen Freund Connor spielt Michael Fassbender, der Deutsch-Ire ist dieses Jahr für den Oscar nominiert und einer der kommenden Stars in Hollywood.



Montag 13.2. ARD 22.45 Uhr
Facebook

Über 22 Millionen Deutsche sind aktive Facebook-Nutzer. Doch wie verdient Facebook eigentlich Geld? Und was genau passiert mit unser aller Daten, die wir frisch, fromm, fröhlich frei nahezu täglich hochladen? Durchaus interessante Themen, denen diese Doku da nachgeht. Ach ja, falls noch nicht geschehen: Hier bei adlerkuss rechts oben auf "Gefällt mir" drücken!

Mittwoch 15.2. arte 23.05 Uhr
Oktober

Seit "The Artist" ist ja die Stummfilmhemmschwelle womöglich ja wieder gesunken... In diesem stummen Meilenstein der Filmgeschichte zeichnete "Panzerkreuzer Potemkin"-Regisseur Sergej M. Eisenstein 1927 anlässlich des zehnten Jahrestages die Oktoberrevolution in ebenso beeindruckenden wie propagandistischen Bildern nach. Wem das einem Mittwoch zu spät udn zu schwere Kost ist: Den Film gibt's hier auch in voller Länge bei Youtube.

Donnerstag 16.2. 3Sat 21.45 Uhr
Wiener Opernball 2012: Eröffnung

Den wohl schärfstmöglichen Kontrast zur sozialistischen Revolution in "Oktober" bietet der feudal-elitäre, insgeheim immer noch in alten k. und k. Zeiten schwelgende, traditionelle Wieder Opernball. Bereits ab 20.15 Uhr gibt es bei 3Sat eine Rückschau auf die letzten 50 Opernbälle, bevor am roten Teppich, der selbst in Wien inzwischen "red carpet" heißt, Stars und Sternchen interviewt werden und um 21.45 Uhr schließlich nach den Klängen der österreichischen Bundes- und der Europahymne die Debütantinnen und Debütanten aufs Parkett in der Wiener Staatsoper einziehen. Hach, schmelz! Alles Walzer!

Samstag, 4. Februar 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von So. 5.2. bis Fr. 10.2.

Sonntag 5.2. SAT.1 0 Uhr
ran Super Bowl

Im 46. Finale der National Football League stehen sich in Indianapolis die New York Giants und die New England Patriots gegenüber. Auch wenn American Football nur eine langweiligere Version von Rugby ist, begeistert das unfassbare Spektakel um den Super Bowl doch immer wieder. In der Halbzeitpause (ca. 2 Uhr) trällert Madonna höchstpersönlich mit visueller Unterstützung des Cirque de Soleil. Viel Spaß, liebe Arbeitslose und Studenten!

Montag 6.2. arte 22.05 Uhr
Schießen Sie auf den Pianisten

Der charmant-lakonische Pianist Charlie arbeitet in einer Bar und flirtet gern mit Kellnerin Léna. Turbulent wird es, als beide von Gangstern entführt werden... François Truffaults zweiter Film ist eine äußerst gelungene Mischung aus Kriminalgeschichte und Charakterstudie, Chansonnier Charles Aznavour ist absolut hinreißend in der Titelrolle und wer diesen Klassiker der Nouvelle Vague gesehen hat weiß auch, wo Tarantino, der alte Schlawiner, die Idee hernahm, zwei Gangster bei der Arbeit über Trivialitäten plaudern zu lassen.

Mittwoch 8.2. arte 22.55 Uhr
I Killed My Mother

Der homosexuelle, pubertierende Hubert hasst seine alleinerziehende Mutter, außerdem steht sein Coming Out bevor. Xavier Dolan, der Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller von "I Killed My Mother" wurde für diesen Film 2009 als absolutes Wunderkind der Filmwelt gefeiert. In selbstverliebten, aber wunderschönen, frischen und intensiven Szenen zeigt Dolan die tragisch-emotionale Lebenswelt eines übersensiblen Teenagers.



Donnerstag 9.2. 3Sat 21 Uhr
Metropolis

Fritz Langs expressionistischer Science-Fiction-Stummfilm-Klassiker von 1926 ist wohl der größte deutsche Film aller Zeiten und in der hier gezeigten, restaurierten Version ein zweieinhalbstündiges Gänsehauterlebnis. Mag die inhaltliche Botschaft auch simplistisch und naiv wirken, zieht die ungeheure visuelle Wucht, die durch die grandiose orchestrale Musik von Gottfried Huppertz noch verstärkt wird, den Zuschauer auch heute noch in seinen Bann. Muss man gesehen haben!



Freitag 10.2. Super RTL 20.15 Uhr
Duck Tales - Der Film: Jäger der verlorenen Lampe

Zum Abschluss dieser etwas hochkulturlastigen Reihe von Filmempfehlungen mal was anderes: Duck Tales (uuhuu!) entstand Ende der 1980er Jahre und war die langlebigste Disney-Trickserie überhaupt. Im Zentrum des Geschehens standen die Abenteuer von Dagobert Duck und seinen Großneffen Tick, Trick & Track. Die flotte und mich seinerzeit schwer begeisternde Serie kam schließlich auch zu ihrem eigenen Kinofilm. Wie der Titel schon andeutet handelt es sich hier um eine nette Hommage an die Indiana-Jones-Filme, mit der sich das Wochenende wunderbar einläuten lässt.

Sonntag, 29. Januar 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Mo. 30.1. bis Fr. 3.2.

Montag 30.1. ARD 22.45 Uhr
Wenn die Amerikaner gehen – Das Erbe des Irakkriegs

Bis Ende 2011 hatten nahezu alle amerikanischen Soldaten den Irak verlassen. Sowohl Einheimische, als auch internationale Beobachter sehen den Truppenabzug mit gemischten Gefühlen. ARD-Korrespondent Jörg Armbruster reiste im Dezember und Januar durch den Irak und sprach mit Familien, Sicherheitskräften und Widerstandskämpfern. Eine spannende und aktuelle Doku zur Lage einer Nation.


Dienstag 31.1. arte 20.15 Uhr
Ein Lied für eine Königin

Anlässlich des 60. (!) Jahrestags der Thronbesteigung von Elisabeth II. am 6. Februar wirft Filmemacher Don Kent einen respektlosen und durchaus auch humorvollen Blick auf die Rolle der britischen Königin und den Status der Monarchie auf der Insel. Jenseits jeglicher Hofberichterstattung ist dieses Porträt, das zahlreiche Exklusivinterviews mit Prominenten aus Politik und Gesellschaft enthält, eine sehenswerte Abhandlung über das Verhältnis der Briten zu ihrer Queen.


Mittwoch 1.2. 3Sat 23 Uhr
Tag ohne Ende

Eine Gruppe versprengter amerikanischer Fußsoldaten im Korakrieg versucht einen Tag und eine Nacht lang, sich zu den eigenen Truppen durchzuschlagen. Mehr Handlung, Erzählzeit oder Schauplätze benötigt Anthony Manns famoser Antikriegsfilm aus dem Jahr 1956 nicht, um packend, ergreifend und in seinem Minimalismus nahezu naturalistisch und atemberaubend die Absurdität und den Irrsinn des Krieges zu demonstrieren. Hart, aber unbedingt sehenswert!


Freitag 3.2. RTL 20.15 Uhr
Wer wird Millionär

Seit September 1999 moderiert Günther Jauch die äußerst erfolgreiche Quizshow mit dem simplen Konzept und dem unschlagbaren Mitratefaktor und am Freitag ist es zum 1000. Mal soweit! Zu den genannten Qualitäten kommen noch der bübische Jauchsche Charme und eine gewisse Unberechenbarkeit der Ereignisse, die "Wer wird Millionär" auch im vierzehnten Jahr noch zu einem der sehenswertesten Formate im TV überhaupt werden lassen. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum, auf die nächsten 1000! Zur Feier des Tages hier noch ein humoristisches Highlight der Wer-wird-Millionär-Geschichte:




Freitag 23.1. arte 21.50 Uhr
Schloss des Schreckens

Wer genug hat von den Fragen bei RTL, kann sich auf arte mit andersartig rätselhaften Dingen beschäftigen: Pfarrerstochter Ann tritt in den 1920er Jahren auf einem englischen Landsitz den Job als Gouvernante für zwei Waisenkinder an. Schon bald ist sie überzeugt, dass die beiden Kids von bösen Geistern besessen ist... Dieser großartige Gruselfilm, der gerade durch Reduktion maximalen Effekt beim Zuschauer bewirkt, basiert auf Henry James' Novelle "Die Drehung der Schraube". Danach besser ausgehen, denn an Schlaf wird so schnell nicht zu denken sein...


Freitag, 20. Januar 2012

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 21.01. bis Fr 27.01.

Zurück in good ol' Tschörmanie gibt's auch wieder immer (öfter?) fünf Tipps für die kommende Fernsehwoche.

Sonntag 22.1. ARD 23.35 Uhr
Me Too - Wer will schon normal sein?

Daniel hat einen Hochschulabschluss und das Down-Syndrom. Er arbeitet in einem Amt in Sevilla und verliebt sich in seine erfrischend sympathische Kollegin Laura... Unverkrampft und ohne aufgesetzte Sentimentalität erzählt das tragikomische Drama die wahre Geschichte von Pablo Pineda, dem ersten europäischen Hochschulabsolventen mit Down-Syndrom, der sich hier selbst spielt. Äußerst sehenswert!



Montag 23.1. ARD 19.20 Uhr
Gottschalk Live

Der Tommy der Nation, dessen Nachfolge bei "Wetten, Dass??" eine der großen ungeklärten Fragen der Republik bleibt, wagt sich viermal pro Woche in den Vorabend – und das mit einem eher vagen Konzept: Gottschalk will aktuelle Themen aufgreifen, mit Promis plaudern und (Achtung, Anbiederung an die jungen Leute) live mit Zuschauern übers Internet kommunizieren. Man kann gespannt sein! Erster Gast am Montag ist Michael Bully Herbig.

Montag 23.1. ARD 20.15
Der H&M-Check

Am besten nach Gottschalk und der Tagesschau gleich dranbleiben zur letzten Ausgabe des Markenchecks. Nach u.a. Lidl und McDonald's schaut ein Reporterteam diesmal beim schwedischen Klamottengiganten hinter die Kulissen. Wie kommt's, dass wir bei H&M so günstig einkaufen können? Wie ist die Qualität der Ware? Und wie schaut es mit den Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern aus? Durchaus Fragen, die es zu stellen lohnt, gerade da wir ja mehr oder weniger alle mehr oder weniger regelmäßige Kunden von H&M sind.

Mittwoch 25.1. 3Sat 22.25
25 Grad im Winter

Kurierfahrer Miguel hat auf der Fahrt durch Brüssel nicht nur seine Tochter im Auto, nachdem er von deren Mutter verlassen wurde, sondern auch seine ewig besserwissende Mutter und die illegale Einwanderin Sonia aus der Ukraine, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Mann ist... Das turbulent multikulturelle, belgische Roadmovie ist so herzerwärmend wie aberwitzig.

Freitag 28.1. arte 20.15
Mitte Ende August

Hanna und Thomas verbringen den Sommer in ihrem neuen Häuschen im idyllischen Brandenburg, als Thomas zu Hannas Missfallen seinen vom Leben frustrierten Bruder einlädt. Hanna holt ihrerseits Patenkind Augustine ins Haus und schon ist das Liebesviereck komplett... Angelegt an Goethes Wahlverwandtschaften ist "Mitte Ende August" auch Ende Januar eine subtil erzählte und dennoch mitreißende Dramödie.

Samstag, 13. August 2011

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 13.08. bis Fr 19.08.

Samstag 13.08. 3Sat 20:15 Uhr
Halpern & Johnson

Joseph Halpern steht am Grab seiner Frau, die nach mehr als 50 Jahren Ehe verstorben ist. Da tritt der ihm völlig fremde Dennis Johnson heran, der seinerseits die Verstorbene jedoch nur zu gut kannte... Lionel Goldsteins Tragikomödie aus dem Jahr 2009, aufgezeichnet im Wiener Theater in der Josefstadt glänzt mit den großen alten Herren des österreichischen Theaters in den Hauptrollen: Otto Schenk (seinerzeit stolze 79 Lenze jung) und Helmuth Lohner (76) spielen grandios und es ist ein wahres Vergnügen solchen Meistern der darstellenden Kunst zuzusehen. Oft ist es ja eher schwierig sich für Theater im TV zu erwärmen, dieser neunzigminütige Dialog, der alle Gefühlsebenen durchläuft, ist jedoch mehr als sehenswert.


Sonntag 14.08. ZDF 13:45 Uhr
Durchs wilde Kurdistan

Als etwas weniger zeitaufwändige Sonntagnachmittagsalternative zu "Cleopatra" bietet sich der Karl-May-Klassiker mit Lex "Old Shatterhand" Barker an. Barker als Kara Ben Nemsi muss es mit dem bösen Machredsch von Mosul aufnehmen, der einen befreundeten Scheich gefangen nehmen ließ. Unterstützt wird er dabei natürlich von seinem Freund Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah.


Montag 15.08. arte 20:15 Uhr
Bevor es Nacht wird

Das Biopic von Julian Schnabel ("Schmetterling und Taucherglocke") zeigt das Leben des homosexuellen Autors Reinaldo Arenas im Kuba der 60er Jahre und basiert auf Arenas' gleichnamigem autobiografischen Roman. In der Hauptrolle dieses bildgewaltigen Dramas glänzt Javier Bardem, der mit diesem Part diverse Preise und eine Oscarnominierung einheimste und Johnny Depp (als Transe!) sowie Sean Penn in Nebenrollen sind auch aller Ehren wert.




Mittwoch 17.08. 3Sat 20:15 Uhr
Katja, Valentina, Marina - Eine russische Trilogie

Der Schweizer Journalist Christoph Müller hat für diese Langzeitdokumentation den Lebensweg dreier Frauen seit dem Ende der Sowjetunion begleitet. Anhand ihres Schicksals zeichnet Müller ein Porträt des neuen Russlands seit der dramatischen Umwälzungen vor mittlerweile mehr als 20 Jahren. Berührend und hoch spannend!


Donnerstag 18.08. ARD 22:45 Uhr
Im Tal von Elah

Kaum aus dem Einsatz im Irak heimgekehrt, verschwindet der US-Soldat Mike spurlos. Als seine Leiche gefunden wird, machen sich Mikes Vater (Tommy Lee Jones) und die Polizistin Emily auf Spurensuche... Das Drama des Crash-Regisseurs Paul Haggis wirkt zunächst wie ein Kriminalfilm im Militärmilieu, steht aber dann doch im viel größeren Kontext eines Porträts einer Nation im Krieg. Tommy Lee Jones als Kriegsveteran, dessen Weltbild in Wanken gerät, spielt fantastisch und der ganze Film ist traurig und sehr berührend.


Samstag, 23. April 2011

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 23.04. bis Fr 29.04.

Samstag 23.04. ARD 16.15 Uhr
Der Hauptmann von Köpenick

Die berühmte Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt, der mithilfe der ihm durch eine Hauptmannsuniform und eine gehörige Portion Dreistigkeit verliehenen Autorität das Köpenicker Rathaus besetzt und die Kasse beschlagnahmt, inspirierte Carl Zuckmayer zu seinem Theaterstück, auf dem wiederum dieser Film aus dem Jahr 1956 beruht. Heinz Rühmann glänzt in seinem schauspielerisch wohl größten Auftritt als tragikomischer Titelheld, der sich mit Menschlichkeit und Witz den Widrigkeiten der Bürokratie entgegen stellt. Zehn Millionen Bundesbürger pilgerten seinerzeit ins Kino und eine Oscar-Nominierung für den besten ausländischen Film gab es auch.

Sonntag 24.04. arte 20.15 Uhr
Muriels Hochzeit

Muriel, eine unbeliebte und leicht übergewichtigte, von Familie und Schul"freunden" belächelte hoffnungslose Romantikerin, flüchtet mit Papas Geld nach Sydney und beginnt ein neues Leben. Sogar die Traumhochzeit scheint Realität zu werden, da Schwimmer David aus Einbürgerungsgründen dringend heiraten möchte. Bald muss Muriel sich jedoch eingestehen, dass sie der Wahrheit ins Auge sehen muss... Der sehr erfrischende australische Indiekinohit aus dem Jahr 1995 schwankt zwischen Sozialdrama und Komödie und ist überaus sehenswert.




Montag 25.04. ZDF 9.40 Uhr
Pippi in Taka-Tuka-Land

Pippi Langstrumpf und ihre Freunde Tommy und Annika erhalten per Flaschenpost einen Hilferuf von Pippis Papa, der von Piraten gefangen gehalten wird. Natürlich machen sich die drei sofort auf in die Südsee um eine Rettungsaktion zu starten. Der klassisch schöne Kinderfilm aus dem Jahr 1969 bietet die ideale Unterhaltung zum Ostermontagsfrühstück.




Dienstag 26.04. arte 20.15 Uhr
Tschernobyl Forever

Auf den Tag genau 25 Jahre nach der verheerenden Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl rekapituliert die Dokumentation noch einmal die damaligen Ereignisse und vermittelt anhand von Gesprächen mit Durchschnittsbürgern und Experten einen EIndruck von der aktuellen Lage in den drei von Strahlung aus Tschernobyl am meisten betroffenen Staaten Weißrussland, Norwegen und Griechenland.


Freitag 29.04. ARD 9.00 Uhr
Küss mich, Kate!

Was sind schon Tagespolitik und persönliche Sorgen gegen märchenhaft-romantischen, royalen Eskapismus? Nichts! Und genau aus diesem Grund werden für die Hochzeit von Herrn Prinz William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, seines Zeichens Nummer 2 in der britischen Thronfolge und seiner bürgerlichen Verlobten Kate Middleton auch weltweit ca. 2,5 Millarden Fernsehzuschauer erwartet. Die Trauungszeremonie an sich wird zwischen 12 Uhr und 13.15 Uhr MEZ in Westminster Abbey vonstattengehen und wer mit dem Cole-Porter-Zitat als Titel der ARD-Übertragung unzufrieden ist, kann die königliche Hochzeit dank medialem Overkill zeitgleich ebenso live auch im ZDF, bei RTL, in Sat 1, bei ntv oder bei N24 verfolgen. Na denn, rule Britannia!

Samstag, 9. April 2011

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 09.04. bis Fr 15.04.

Samstag 09.04. BR 22.15 Uhr
Eine einfache Geschichte

Marie ist Ende 30 und schwanger. Da sie aber nicht an eine Zukunft mit ihrem Partner Serge glaubt, lässt sie das Kind abtreiben, trennt sich von Serge un
d findet Trost und Halt bei ihrem Ex-Mann Georges. Unspektakulär, aber lebensnah und sehr spannend erzählt Starregisseur Claude Sautet in diesem Drama aus dem Jahr 1978 die Geschichte einer modernen und selbstbewussten Frau. In der Hauptrolle glänzt einmal mehr die unwiderstehliche Romy Schneider.


Sonntag 10.04. Das Vierte 20.15 Uhr
Nachts, wenn Dracula erwacht

Rechtsanwalt Harker kann, nachdem er den Fehler begangen hat, mit Graf Dracula persönlich über Immobilienanlagen sprechen zu wollen, gerade noch so in die Privatklinik von Prof. Van Helsing fliehen. Doch Dracula ist bereits in der Nähe und hat es auf Harkers Verlobte Mina und deren Freundin Lucy abgesehen... Der legendäre spanische Horrorregisseur Jess Franco (u.a. "Der Todeskuss des Dr. Fu-Man-Chu" und "Jungfrau unter Kannibalen") liefert hier eine weitgehend werkgetreue Verfilmung des Dracula-Romans von Bram Stoker. Neben Christopher Lee in der Titelrolle ist auch Klaus Kinski als irrer Insasse in Van Helsings Klinik zu sehen. Wie es im Trailer schon so schön heißt: "Ein herrlicher Gruselschocker erwartet Sie!"




Montag 11.04. HR 01.10 Uhr
Bye Bye Berlusconi

„Das ist doch der Psycho aus Muxmäuschenstill“, werden einige vielleicht sagen, und Jan Henrik Stahlberg damit meinen. In gewohnt anarchisch, sarkastischer Manier nähert sich der Filmemacher diesmal einem sehr streitbaren Zeitgenossen: Silvio Berlusconi. Aus seiner charakteristischen Guerillaperspektive, simuliert Stahlberg einen, überwiegend mit der Handkamera aufgezeichneten, Entführungsversuch des italienischen Ministerpräsidenten. Für dieses pikante Projekt engagierte der Regisseur niemand geringeren als Maurizio Antonini, der sich bereits im Vorfeld stilecht und werbewirksam als Berlusconi-Double in der Öffentlichkeit präsentierte, und auch im Film, für viele traurigerweise, den echten Berlusconi ersetzte. Prädikat: Wertvoll.


Mittwoch 13.04. ARD 23.30 Uhr
Papa ist im Krieg

Ungefähr 5000 deutsche Soldaten sind derzeit im Einsatz in Afghanistan, viele von ihnen Ehemänner und Väter. Die sensible und erhellende Reportage von Rita Knobel-Ulrich ermöglicht einen Einblick in das emotional belastende Leben von Soldaten, die ihre Familie für den Einsatz am Hindukusch verlassen müssen und die für die Zurückgelassenen nicht weniger schwierige Zeit des Wartens, Hoffens und Bangens.


Freitag 15.04. BR 13.30 Uhr
"Die Hand Gottes" - Emir Kusturica trifft Diego Maradona

Denkmale für Diego Maradona gibt’s ja viele. Anekdoten noch mehr, und weil das alles so schön dramatisch zu verwursteln ist, trug Emir Kosturica auch noch das seine zur Mythenbildung bei. Ein Porträt über die Hand, und vielleicht auch über den Fuß Gottes, über Rebellion, gesellschaftliche Missstände und natürlich über Geistesblitze am runden Leder. Enfant Terrible Kosturica verneigt sich mit popkulturellen Hakentricks vor dem großen Sportler, Kokser und Menschenfreund Diego Maradona. Sehenswert.





Samstag, 29. Januar 2011

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 29.1. bis Fr 4.2.

Samstag 29.1. RTL 22.15 Uhr
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!

Die fünfte ("all good things are five", wie eine der Bewohnerinnen des Camps es so schön formulierte) und wohl unterhaltsamste Staffel des soziologischen Experiments im australischen Dschungel unter der fachkundigen und feingeistigen Leitung von Sonja Zietlow und Dirk Bach findet ihren Abschluss in der großen Finalshow am heutigen Abend, wenn die (eigentlich ja eher nebensächliche) Frage geklärt wird, welcher der verbliebenen "Stars" sich fortan Dschungelkönig(in) nennen darf.


Sonntag 30.1. 3sat 23.15 Uhr
Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen

Zorg ist ein Tagedieb und ein verhinderter Schriftsteller, femme fatale Betty seine aufbrausende und hochemotionale Geliebte. Auf der Suche nach ihrem persönlichen kleinen Glück ist den beiden kein Ort und kein Job allzu lang gut genug. Das sinnliche und in seiner Ästhetik sehr stilisierte französische Liebesdrama aus dem Jahr 1986 wurde zu einem der Kultfilme seines Jahrzehnts und machte Béatrice Dalle in der Titelrolle zur begehrtesten Frau Frankreichs. Formidable!




Montag 31.1. arte 0.25 Uhr
Schloß Vogelöd - Die Enthüllung eines Geheimnisses

Ein Stummfilm-Leckerbissen für schlaflose Cineasten: Im Zuge einer Jagdgesellschaft auf Schloss Vogelöd stößt Graf Oetsch, der Jahre zuvor des Mordes an seinem Bruder verdächtigt wurde, auf dessen Witwe und deren Mann. Die Gruppe erfährt, dass ein bisher unbekannter Verwandter des Vestorbenen ebenfalls in Richtung des Schlosses unterwegs ist und so entspinnt sich eine mysteriöse Geschichte um Lug und Trug und Sein und Schein. Der spätere Nosferatu-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau beweist schon in diesem Frühwerk von 1921 seine stilsichere Bildgestaltung und seine großartige Inszenierung von Licht und Schatten.


Mittwoch 2.2. ZDF 22.15 Uhr
Abenteuer Forschung

Unter dem Titel "Mythen, Monster, Weltrekorde" (der auch jeder RTL2-Ballermann-Doku gut zu Gesicht stünde) berichtet Professor Harald Lesch in seiner gewohnt launigen Art über aktuelle Forschungsergebnisse aus der unseren Blicken verborgenen, dunklen Welt der Tiefsee.


Donnerstag 3.2. arte 23.50 Uhr
Der Dämon und die Jungfrau

Baron Kurt kehrt zurück aufs Schloss seiner Familie. Bei seinem Bruder sorgt das nicht eben für Begeisterung, besonders weil seine sadomasochistisch veranlagte junge Verlobte Nevenka sehr von Kurt angetan ist. Als Kurt erstochen wird, scheint sein Geist Nevenka nachts heimzusuchen – natürlich nicht ohne die Peitsche dabei zu haben... Herrlicher Italo-Horror-Erotik-SM-Edel-Trash mit Christopher Lee und Daliah Lavi.

Freitag, 14. Januar 2011

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 15.01. bis Fr 21.01.

Samstag 15.01. BR 20.15 Uhr
Kirschblüten – Hanami

Doris Dörries melancholisches Liebesdrama mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner war einer der Überraschungserfolge des Jahres 2008 und ist für mich einer der besten deutschen Filme aller Zeiten. Die Geschichte des grantigen bayerischen Rentners Rudi, der in Japan seinen ganz eigenen Weg der Trauerbewältigung findet, ist berührend und wunderbar zurückhaltend erzählt. Der Dörrie-Themenabend im Bayerischen Fernsehen geht um 22.25 weiter mit der ebenfalls sehenswerten Satire "Bin ich schön?".




Sonntag 16.01. RTL 22.15 Uhr
Ich bin ein Star - holt mich hier raus!

Dschungelcampzeit! Mehr (Ex-Kommunarde Rainer Langhans) oder weniger (Äh, Ex-Moderator(?) Peer Kusmagk?) prominente Menschen liegen in einem australischen Zeltlager herum und sammeln in regelmäßigen Abständen kleine gelbe Sterne ein, während sie mit Maden wahlweise überschüttet oder gefüttert werden. Super Sache, oder?


Dienstag 18.01. 3Sat 20.15
Der Schrei der Eule

Robert zieht in die französischen Provinz und entwickelt eine starke Faszination für eine Frau aus der Nachbarschaft. Deren Partner mag das gar nicht gefallen... Cleverer Krimi mit bitterbösem Humor von der letztes Jahr verstorbenen Regielegende Claude Chabrol nach einer Romanvorlage der englischen Krimi-Lady Patricia Highsmith. Hochspannend!


Mittwoch 19.01. arte 22.00 Uhr
Cold Fever

Ein junger Japaner reist nach Island um eine rituelle Zeremonie am Ort des Todes seiner Eltern durchzuführen. Und wie es sich für ein schönes Roadmovie gehört, spielt die wunderbar fotografierte isländische Landschaft eine ebenso große Rolle, wie die zahlreichen großen und kleinen Begegnungen, die er unterwegs macht. Ein leises, surreales Filmjuwel.


Donnerstag 20.01. arte 22.10 Uhr
Wild Thing - Eine Geschichte der Rockmusik (1/2)

Rockmusik als Ausdruck einer rebellischen Jugendbewegung, dieses Klischee scheint angesichts eines CSU-Ministers im AC/DC-Shirt und im Zeitalter der Klingeltondownloadcharts endgültig passé. Die zweiteilige arte-Doku "Wild Thing" begibt sich in den Archiven auf die Suche nach diesem verlorenen Ideal und zeichnet dabei eine Geschichte der Rockmusik von Chuck Berry über Iggy Pop bis Pete Doherty. Der zweite Teil läuft am Donnerstag, den 27.1. um 22.05 Uhr.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 25.12. bis Fr 31.12.

Sonntag 26.12. ZDF 11.50 Uhr
Pippi außer Rand und Band

Das 1970 als letzter der vier Pippi-Langstrumpf-Kinofilme entstandene Roadmovie ist ebenso liebenswert inszeniert wie seine Vorgänger, alles weitere erklärt uns Larissa:




Sonntag 26.12. ARD 17.15 Uhr
Pappa ante Portas

Von Pippi zu Pappa: Loriots zweiter und bester Kinofilm beschreibt mit typischer loriotscher Perfektion das absurd-überdrehte Chaos, das mit Heinrich Lohses (Loriot) vorzeitiger Pensionierung einher geht: Zwar ist die Firma froh, ihren Einkaufsleiter, der Schreibmaschinenpapier für die nächsten 40 Jahre bestellt hatte, los geworden zu sein, jedoch muss sich seine Frau Renate (Evelyn Hamann) jetzt ganztägig mit den Schrullen ihres Mannes herumärgern. Immerhin tut er seiner Gemahlin auch einmal den Gefallen, sie zu einer Dichterlesung zu begleiten:




Dienstag 28.12. arte 20.15 Uhr
Lautlos wie die Nacht

Der alternde Gauner Jean Gabin und sein junger Protegé Alain Delon aus Paris planen einen Überfall auf das Spielcasino von Cannes. Doch wo andere Heist-Movies (wie man Überfall-plan-und-durchführ-Filme gemeinhin nennt) aufhören, fangen in "Lautlos wie die Nacht" die Probleme erst an... Dieser spannende Klassiker aus dem Jahr 1962 punktet vor allem mit den übercoolen Hauptdarstellern, die hier erstmals zusammen vor der Kamera standen.

Freitag 31.12 3Sat 11.45 Uhr
Leonard Cohen - Live in London

Silvester ist auf 3Sat immer Pop around the Clock angesagt, 24 Stunden voller Konzertaufnahmen aus der Welt der Populärmusik. Das diesjährige Highlight und das auch noch zu akzeptabler Fernsehzeit am späten Vormittag ist meiner Meinung nach der Zusammenschnitt von Leonard Cohens Londoner Konzert vom Juli 2008, das ein Jahr später auch als Live-CD und -DVD im Handel erschienen ist. Hier in Ausschnitt, der die atemberaubende Magie der Musik des unendlich stilsicheren alten Mannes zeigt:



31.12. WDR 18.00 Uhr (SWR 22.30 Uhr, WDR 22.40 Uhr)
Ein Herz und eine Seele: Sylvesterpunsch

Neben dem allgegenwärtigen "Dinner for One" ist auch die Silvesterepisode, die gleiochzeitig die erste farbige Folge der ersten deutschen Sitcom ist, inzwischen fester Bestandteil des TV-Programms am letzten Tag des Jahres. Bei Familie Tetzlaff inklusive Sozi-Schwiegersohn Michael ist Silvesterparty angesagt. Doch die cholerische Art des Familienoberhaupts, das sich an die Punschproduktion macht, sorgt natürlich für einen aufregenden Abend. Terror!?

Freitag, 17. Dezember 2010

Ich glotz' TV: 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm von Sa. 18.12. bis Fr 24.12.

Nach zwei Wochen Vernachlässigung, die sicherlich zu orientierungslosem und panischen Zappen geführt haben, bietet adlerkuss wieder mal 5 Empfehlungen für das Fernsehprogramm der kommenden Woche.

Samstag 18.12. 3Sat 10.10 Uhr
Single Bells

Ganz ohne Weihnachtsbezug können diese TV-Tipps natürlich nicht bleiben. "Single Bells" ist eine herrliche Satire auf das weit verbreitete Familienchaos am vermeintlich schönsten und feierlichsten Abend des Jahres. Martina Gedeck glänzt in der Hauptrolle als toughe Geschäftsfrau, die nach einem Streit mit ihrem Freund spontan zu ihrer Schwester reist, um dort mit deren Familie die Feiertage zu verbringen. Ein großartig bitterböser Spaß! Der Film läuft auch am Dienstag um 21.15 im Bayerischen Fernsehen, wo am Mittwoch zur selben Zeit auch noch die nahezu gleichwertige Fortsetzung "O Palmenbaum" zu sehen ist, in dem die Familienbande die Feiertage im sonnigen Süden verbringt...

Sonntag 19.12. ZDF 10.45 Uhr
Vom Winde verweht

Da man ja sowieso eingeschneit ist, kann man den 4. Advent ebenso gut aufs Sofa gekuschelt verbringen und sich 210 Minuten lang das melodramatische Epos um Scarlett O'Hara und ihrer Hassliebe Rhett Butler zu Gemüte führen. Inflationsbereinigt ist "Vom Winde verweht" laut dem Guinness-Buch der Rekorde noch heute der erfolgreichste Film aller Zeiten und bei der Oscar-Verleihung vor 70 Jahren räumte die Mammutproduktion ganze zehn Goldjungs ab. Die wechselhafte Lebensgeschichte der verwöhnten Südstaatengöre Scarlett vor dem Hintergrund des amerikanischen Bürgerkriegs ist trotz der einen oder anderen Länge noch heute überwältigend. Muss man mal gesehen haben! Hier der Trailer zur Wiederveröffentlichung 1961:




Montag 20.12. arte 20.15 Uhr
Ridicule - Von der Lächerlichkeit des Scheins

Und gleich noch ein Historienfilm: Ein Landadliger kommt 1780 an den Hof von Ludwig XVI., doch bevor er eine Audienz beim König bekommen kann, muss er sich erst im Haifischbecken Versailles mit seinen Intrigen, Ränkespielen und dekadenten Eigenheiten zurecht finden. Die geistreiche französischen Satire aus dem Jahr 1996 ist opulent ausgestattet und macht mit ihren scharfzüngigen Dialogen wirklich Spaß.

Dienstag 21.12. ARD 21.50 Uhr
Loriot: Weihnachten bei Hoppenstedts

Eine der Stern(halb)stunden des deutschen Fernsehhumors: Loriot lässt in perfekter Dialogregie und optischer Inszenierung Opa Hoppenstedt ein Geschenk für seinen Enkel (oder seine Enkelin?) kaufen, während Frau Hoppenstedt Besuch von einem Staubsaugervertreter der Firma Heinzelmann ("Es saugt und bläst der Heinzelmann wo Mutti sonst nur saugen kann!") bekommt, bevor die Familie dann am Weihnachtsabend in den Geschenken versinkt.




Donnerstag 23.12. Tele 5 20.15 Uhr
Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI

Und wieder mal läuft eine der tollsten und eher ungewöhnlichsten Episoden der Mysterie-Serie: "Andere Wahrheiten" ist so voller wilder Verschwörungstheorien und absurder Gestalten, dass die Grenze zur lustvollen Selbstparodie deutlich überschritten wird und die wechselnden Perspektiven enorm unzuverlässiger Erzähler tun ihr Übriges für ein außergewöhnliches TV-Vergnügen.